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15.09.2013

12:44 Uhr

Chryslers Crossfire als Gebrauchtwagen

Zuverlässiger Zweisitzer

Quelle:dpa

Gebaut in Deutschland, amerikanische Anmutung und gut in der Pannenstatistik. Wer in der Kategorie des Mercedes SLK einen Gebrauchten sucht, wird mit dem recht seltenen Chrysler Crossfire auch gut bedient.

Den Crossfire gibt es auch als Roadster. Laut ADAC überzeugt der Chrysler mit recht zuverlässiger Technik. PR

Den Crossfire gibt es auch als Roadster. Laut ADAC überzeugt der Chrysler mit recht zuverlässiger Technik.

BerlinDer Crossfire stammt aus einer vergangenen Ära, als die Marke Chrysler noch zu Daimler gehörte. Zwar ging die Ehe der Konzerne in die Brüche, doch brachte sie nicht nur Schlechtes hervor. Der zweitürige Zweisitzer mit dem markanten Buckelheck ist ein Beispiel dafür. Denn der Sportwagen hat viel von der Zuverlässigkeit des Mercedes SLK, mit dem er sich die technische Basis teilt.

Weil sich der amerikanische Flitzer auf deutschen Straßen rar macht, geht er mit Pannen auch selten ins Netz des ADAC. Der Autoclub aus München konstatiert: «Außer Batteriepannen keine weiteren Auffälligkeiten.» Zieht man sein Schwestermodell, den von 1996 bis 2004 angebotenen SLK vom Baureihentyp R 170, als Anhaltspunkt heran, greifen Käufer eines Gebrauchten mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem guten Auto. Zumindest den verwandten Benz bezeichnet der ADAC als «sehr zuverlässig». Wie beim SLK sollte allerdings die Kraftstoffanlage auf Undichtigkeiten abgeklopft werden.

Der Crossfire, der seinen Namen den sich kreuzenden Blechsicken an den Fahrzeugseiten verdankt, wurde nur kurz gebaut: von 2003 bis 2007. Das letzte Fertigungsjahr beim beauftragten Spezialisten Karmann in Osnabrück ist passenderweise auch das, in dem die Allianz von Daimler und Chrysler beendet wurde. Anders als der SLK mit klappbarem Stahldach wurde der Crossfire mit festem Dach als Coupé und mit einem Stoffdach als Roadster angeboten. Optische Besonderheit sind die mittig am Heck sitzenden Auspuffendrohre. Nur rund 75.000 Einheiten liefen insgesamt vom Band.

Die Motorisierungen des Crossfire sind schnell aufgezählt: Ausgeliefert wurde der Wagen in beiden Karosserievarianten ausschließlich mit V6-Benzinaggregaten, die in zwei Leistungsstufen aus 3,2 Litern Hubraum 160 kW/218 PS und 246 kW/334 PS schöpfen. Bei den Getrieben hatten Kunden jeweils die Wahl zwischen einer 6-Gang-Handschaltung und einer Automatik mit fünf Stufen.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt bewegen sich die Preise für den Crossfire laut dem Branchendienst Schwacke zwischen 6.650 und 15.550 Euro: Günstigster Crossfire ist demnach das Coupé in der Ausführung Black Line von 2004 mit 160 kW/218 PS und einer durchschnittlichen Laufleistung von 145.600 Kilometern, teuerster ist der Roadster SRT-6 Automatik mit 246 kW/334 PS von 2006 (114.400 Kilometer).

Preislich mit rund 10.800 Euro liegt dazwischen der Roadster Black Line vom gleichen Baujahr mit dem schwächeren V6 (114.400 Kilometer).

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