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11.09.2014

10:59 Uhr

Citroën C4 Cactus im Handelsblatt-Test

Britischer Humor mit französischen Stacheln

VonFlorian Kolf

Der Cactus provoziert mit außergewöhnlichem Design wie kaum ein anderes Auto. Citroën will mit dem Modell alles besser machen als die Konkurrenz – und ist dabei häufig übers Ziel hinausgeschossen. Der Fahrbericht.

Design-Statement: Der Citroën C4 Cactus lässt kaum einen Betrachter kalt. Die einen lieben ihn, die anderen finden ihn furchtbar. Frank G. Heide

Design-Statement: Der Citroën C4 Cactus lässt kaum einen Betrachter kalt. Die einen lieben ihn, die anderen finden ihn furchtbar.

DüsseldorfEs ist eine der klassischen Fragen beim Handelsblatt-Autotest: Wer guckt? Beim Citroën C4 Cactus ist die Frage einfach zu beantworten: Jeder. Und wenn ich sage „jeder“, dann meine ich „jeder“. Selbst gestandene Mannsbilder, für die sonst ein Ferrari oder der neueste BMW zum automobilen Beuteschema gehören, renken sich in der Nebenspur mit offenem Mund den Hals aus um einen Blick auf den Cactus zu erhaschen, dass man fast Sorge haben muss, dass sie den Verkehr nicht mehr beachten und einen Auffahrunfall bauen.

Wobei Aufmerksamkeit in dem Fall nicht immer mit Bewunderung gleichzusetzen ist. Die Einschätzungen zum Design des neuesten Streichs der Franzosen, die sich der Fahrer unweigerlich und ungefragt anhören muss, reichen von „cool“ bis „grauenhaft“. Das frisch auf den Markt gebrachte Auto polarisiert schon auf den ersten Blick – dabei finden zahlreiche Provokationen und Angriffe auf die Erwartungshaltung eines durchschnittlichen Autofahrers erst im Innenraum statt.

Auch innerhalb des Tester-Teams von Handelsblatt Online herrscht Uneinigkeit: Ist das nun erfrischend anders? Oder ist bei dem Versuch, alles anders zu machen zuweilen die Funktionalität auf der Strecke geblieben?

So will sich Citroën auch dadurch absetzen, dass es das allgemeine Aufrüsten nicht mitmacht und beim Cactus auf alles verzichtet, was der Fahrer nicht unbedingt braucht. Deswegen gibt es bei den elektrischen Fensterhebern beispielsweise keine Komfortfunktion. Wer jedoch bei jeder Einfahrt ins Parkhaus den Finger auf der Taste halten muss bis das Fenster unten ist, fragt sich genervt, ob das wirklich nötig war. Die hinteren Fenster lassen sich nicht runterkurbeln, sondern nur nach hinten aufstellen. Klar spart das Kosten und Gewicht und damit Sprit. Aber den Passagieren im Fond bringt es an warmen Tagen eine deutliche Einbuße an Lebensqualität.

Spar-Version: Die hinteren Fenster lassen sich nicht nach unten kurbeln, sondern nur nach hinten aufstellen. Frank G. Heide

Spar-Version: Die hinteren Fenster lassen sich nicht nach unten kurbeln, sondern nur nach hinten aufstellen.

Klare Akzente setzt der Cactus schon auf den ersten Blick. „Airbumps“ nennt Citroën die Kunststoffflecken, die unübersehbar die Türen und die Stoßfänger zieren. Wer beim Begriff „bump“ an einen Autoscooter denkt, liegt gar nicht so falsch: Die luftgepolsterten Flächen sollen kleinere Stöße, etwa beim Einparken oder von geöffneten Türen anderer Autos, spurlos abfedern. Das tun sie auch. Und wenn sie doch einmal einen größeren Kratzer abbekommen sollten, kann man sie problemlos austauschen.

Kommentare (3)

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Herr Nicht - Dumm

11.09.2014, 11:29 Uhr

Wenn man den Bericht des Handelsblatts gelesen hat, dann ist das wieder einmal ein Auto aus Frankreich, das mit viel Design-Schicki-Micki zu verbergen sucht, dass die Franzosen nicht wirklich mehr brauchbare Autos bauen können.
Mit lächerlichen "Kult/Retro"-Bemühungen, ohne den bewährten Vorsatz "form follows function" zu beachten, ist auch diesmal wieder keine neue Ente geboren worden.

Herr Johannes-Norbert Lüpke

11.09.2014, 12:55 Uhr

Die genannten "Komfortdetails", die fehlen, sind auch nicht so wichtig, daß sie genannt werden müssen. Wenn dann der Preis stimmt und alles wirklich notwendige vorhanden ist, tippe ich gerne zweimal mehr oder lasse die hinteren Fenster geschlossen. Bei den meisten fahrzeugen sitzen zu 90% der Zeit sowieso nur eine oder zwei Personen vorne. Mir scheint er sieht gelungen aus, besser als die fast allen häßlich und böse aussehenden SUV's.

Herr John Harris

11.09.2014, 15:17 Uhr

"dass die Franzosen nicht wirklich mehr brauchbare Autos bauen können."

Uuuups, dann schauen Sie mal auf den Erfolg von Dacia, insbesondere in Schwellenländern. Dort ist ein Logan ein "richtiges Auto", fährt doch alle Welt die Kleinstwagen von Suzuki, Hyundai, etc.

Wenn Sie allerdings einen Dacia einigermassen auf das Niveau eine Renault heben wollen (ESP, vernünftiger Motor, etc.) dann können sie gleich das Original von Renault kaufen.

Was ist denn bitte an den Deutschen Luxusschlitten brauchbar?
Unübersichtliche, rund gelutschte, lächerlich enge Fahrzeuge, die als "Premium" vertickert werden (neue A-Klasse, 1er BMW, etc) Diese Wagen kosten dann so viel wie ein ausgewachsener Familienvan aus Frankreich.

Für mich sind die meisten Autos viel zu unpraktisch, viel zu sehr auf nobel und edel getrimmt und ich kann jeden verstehen, der sich dessen verweigert und einen Lada/Tata/Dacia nimmt.

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