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31.10.2015

15:36 Uhr

Citroën C4 Picasso als Gebrauchtwagen

Künstler mit Praxis-Qualitäten

Quelle:dpa

Was die technische Qualität betrifft, kommt dem C4 Picasso womöglich die Gnade der späten Geburt zugute. Denn er macht eine deutlich bessere Figur als der C4, der zwei Jahre vor ihm auf den Markt kam.

Der Van kam zunächst als Langversion auf den Markt, die mit Einführung des reinen Fünfsitzers dann in C4 Grand Picasso umgetauft wurde. dpa

Picasso in klein oder groß

Der Van kam zunächst als Langversion auf den Markt, die mit Einführung des reinen Fünfsitzers dann in C4 Grand Picasso umgetauft wurde.

Ohne Schwächen ist der Franzose aber nicht. So bemängeln die Prüfer bei der HauptuntersuchungOhne Schwächen ist der Franzose aber nicht. So bemängeln die Prüfer bei der Hauptuntersuchung (HU) laut dem „Tüv-Report 2015” öfter die Federn und Dämpfer, wie auch die Antriebswellen. Weit öfter als im Durchschnitt gibt es auch Probleme mit der Beleuchtung. Auffällig ist dabei, dass insbesondere neuere Exemplare zurückfallen. Am Antriebsstrang gibt es dagegen vor allem bei älteren Fahrzeugen öfter Ärger mit Ölverlust und in der Motorsteuerung. Doch auch neuere Picassos sind auffällig. Achsaufhängung, Bremsen und Lenkung sind dagegen meist solide.

Auch die Pannenhelfer des ADAC beurteilen den Picasso deutlich zuverlässiger als den C4. Vor allem dessen Elektronikprobleme seien dem Van weitgehend fremd. Und so macht der ADAC nur wenige Pannenschwerpunkte aus. So leiden Diesel der Baujahre 2006 und 2007 öfter unter Störungen im Motormanagement, wogegen diverse Softwareupdates halfen. Und bei Modellen von 2007 verstopften auch die Partikelfilter öfter.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

In den Jahren 2006 bis 2013 wurde die erste Generation des C4 Picasso gebaut. Den Anfang machte die Version mit langem Radstand, die 2007 mit dem Start des kurzen Picasso in Grand Picasso umbenannt wurde. Rund zwölf Zentimeter trennen die beiden in der Länge und optional auch zwei Sitzplätze, denn als Siebensitzer gibt es nur den Großen. Der bietet mit bis zu 1951 Litern Kofferraumvolumen natürlich auch sonst mehr Platz. Mit Panorama-Windschutzscheibe und einem optional erhältlichen Glasdach glänzen beide mit ganz viel Licht und Luft.

Das Motorenangebot des C4 Picasso umfasst Benziner mit 1,6, 1,8 und 2,0 Litern Hubraum, die zwischen 88 kW/120 PS und 115 kW/156 PS leisten. Ein 1,6-Liter-Diesel leistet zwischen 80 kW/109 PS und 82 kW/112 PS, der 2,0-Liter-Diesel ist mit 100 kW/136 PS bis 120 kW/163 PS erhältlich.

Am wenigsten zahlt man auf dem Gebrauchtmarkt laut Schwacke für den siebensitzigen C4 Picasso 1.8 16V Advance von 2006. Der hat dann etwa 117.200 Kilometer auf der Uhr und kostet rund 4.950 Euro. Ein C4 Picasso VTi 120 Cooltech von 2010 ist dagegen für 9.100 Euro zu haben (69.200 Kilometer). Für einen jungen Grand Picasso THP 155 Exclusive mit sieben Sitzen und automatisiertem Sechsganggetriebe von 2013 werden noch etwa 16.600 Euro fällig (32.550 Kilometer).

Auf der Suche nach einem Diesel wird man ab etwa 4.550 Euro fündig, so Schwacke. Dafür bekommt man einen 1.6 HDi Advance mit sieben Sitzen von 2006 und einer Laufleistung von rund 158.600 Kilometern. Für einen C4 Picasso 2.0 HDi Exclusive mit Automatik von 2009 sind circa 9.750 Euro einzuplanen (111.800 Kilometer).

Den gut ausgestatteten und kräftigen HDi 165 Black Top mit Automatik von 2013 finden Interessenten laut Schwacke für 18.250 Euro mit etwa 48.050 Kilometern auf der Uhr.

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