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23.03.2013

12:48 Uhr

Citroën C5 als Gebrauchter

Breite Auswahl an Motoren

Quelle:dpa

Dieses Auto ist anders als der Durchschnitt: Im Alter hält sich der Citroën C5 der ersten Generation mit Mängeln zurück. Ein Baujahr gilt als sehr zuverlässig.

Citroen C5 PR

Citroen C5

BerlinSolidität wird dem Mittelklassemodell Citroën C5 vor allem mit Blick auf die Bremsen bescheinigt: An den Leitungen werde bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) kaum Rost festgestellt, und auch die Schläuche hielten lange durch, heißt es im "TÜV Report 2013". Probleme machten nur die Bremsscheiben.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Laut dem TÜV gibt es aber typische Citroën-Macken wie Ölverlust durch Undichtigkeiten an Motor und Getriebe. Und Lenkungsspiel wird bei der HU oft moniert. Der ADAC dokumentiert so manche gerissene Steuerkette bei Dieseln vom Baujahr 2001 und undichte Kraftstoffleitungen bei Selbstzündern mehrerer Jahrgänge.

Luftmassenmesser und Anlasser seien ebenfalls Schwachstellen der Diesel, vor allem von 2002. Allerdings notiert der Club: "Das Baujahr 2004 ist sehr zuverlässig."

Citroen C5 Tourer. PR

Citroen C5 Tourer.

Die erste Generation des C5 kam 2001 als Limousine und Kombi auf den Markt und ersetzte die Modelle Xantia und XM. 2004 wurde eine Modellpflege mit optischen Retuschen durchgeführt. ESP gehörte zur Serie, und gegen Aufpreis gab es einen Spurhalteassistenten. Vier Jahre später kam die zweite Generation - mit gewöhnlichen Stahlfedern in der Einstiegsversion - die Topversion fährt weiterhin mit Hydropneumatik. Der Kombi wurde in Tourer umbenannt.

Seit Citroën Ende 2012 die Produktion des C6 eingestellt hat, steht der C5 gemeinsam mit dem DS5 in der Modellhierarchie der Franzosen an der Spitze. Motorenseitig bietet Citroën beim C5 eine für die Mittelklasse angemessen breit gefächerte Palette. Je nach Generation und Baujahr leisten die Benziner zwischen 85 kW/116 PS und 155 kW/211 PS. Die Diesel kommen auf 79 kW/107 PS bis 177 kW/241 PS.

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt müssen für einen kräftigen Diesel im Falle des C5 Tourer V6 HDi Biturbo FAP Tendance mit 150 kW/204 PS von 2009 etwa 15.050 Euro kalkuliert werden. Diesen Richtpreis nennt die Schwacke-Liste bei einer durchschnittlichen Laufleistung von 76.700 Kilometern. Eine gleich alte Limousine mit Benzinmotor, so der C5 2.0 16V Tendance mit 103 kW/140 PS, sollte demnach für um die 11.100 Euro aufzutreiben sein (54.200 Kilometer).

Den gut ausgestatteten C5 Kombi 2.2 HDI Exclusive mit 98 kW/133 PS von 2004 führt Schwacke mit 3.750 Euro (154.700 Kilometer). Benziner und karger ausgestattete Modelle dieses Baujahrs sind in der Regel günstiger zu bekommen.

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