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06.06.2013

10:40 Uhr

Citroën DS3 Cabrio im Handelsblatt-Test

Die schicke Zicke

VonLukas Bay

Ein Auto wie ein Urlaubsflirt: Mit dem DS3 Cabrio eröffnet Citroën die Sommersaison mit einem mutigen Lifestyle-Auto. Doch die Schönheit aus Frankreich zeigt im Handelsblatt Autotest auch ihre zickige Seite.

Das DS3 Cabrio im Handelsblatt-Test.

Das DS3 Cabrio im Handelsblatt-Test.

DüsseldorfAls ich das DS3 Cabrio von Citroën sah, war es ein wenig wie Liebe auf den ersten Blick. Es war August in Paris und die kleine Französin mit Faltverdeck war die Schönheit des Autosalons. Sie glitzerte und glänzte ganz in schwarz auf ihrem Podest. Die Erinnerung blieb. Umso größer war die Vorfreude, als sich ihr Besuch in Düsseldorf ankündigte und sie – diesmal in sommerlichem Gelb – vor der Redaktion vorfuhr. Die Schönheit aus Paris verbreitete den bekannten Zauber.

Die auffällige Optik hat sich die Französin auch in der Cabrio-Variante bewahrt: Die Linienführung ist modern und dynamisch, das Äußere individuell variierbar. Ein mutiges, progressives Design mit dem Citroën in die Lifestyle-Klasse vorstoßen will. Ein Feld, in dem bisher das Mini Cabrio und der Fiat 500 C dominieren. Auch der Citroën punktet mit äußeren Werten: Auf Wunsch wird das Dach in schimmerndem Blau-Violett oder Jacquardstoff ausgeliefert. „Très chic, Mademoiselle“, möchte man ausrufen. Und so ähnlich hat Citroën auch die getestete Ausstattungsvariante getauft, die auf einen Listenpreis von 23.810 Euro kommt: „sport chic“. Auf der Straße zieht die schöne Französin nicht ohne Grund die Blicke der Passanten an. 

Die entscheidenden Fragen und Antworten zum Citroën DS3 Cabrio

Alltagstauglich?

So schön es auch ist, leider wirkt das DS3 Cabrio an vielen Stellen wenig durchdacht. Sitze und Kofferraumöffnung sind sogar richtig nervig.

Das schönste Detail?

Überflüssig, aber schön: Der Duftspender. Absolut sinnvoll: Die SOS-Knöpfe in der Mittelkonsole. Hier geht die Sicherheit über technische Hilfsmittel hinaus.

Enttäuschend?

Der Kofferraum. Wer in der Cabrio-Klasse so viel Stauraum zu bieten hat, sollte auch die Möglichkeit liefern, ihn zu beladen. Die Ladeluke ist ein schlechter Witz.

Ist er`s wert?

Im Vergleich mit Mini Cabrio und Fiat 500 ist das DS3 Cabrio von Citroën mit einem Basispreis von 17.790 Euro geradezu ein Schnäppchen. Die Faltdach-Variante ist gerade einmal 2800 Euro teurer als die Limousine.

Sound?

Die Anlage des DS3 kann sich im Klassenvergleich sehen lassen. Für den Alltagshörgenuss absolut geeignet. Auch eigene Musik lässt sich problemlos per Bluetooth oder USB-Anschluss übertragen.

Wie grün ist das Auto?

Mit einem Verbrauch von 5,9 Litern auf 100 Kilometer und einem Gewicht, sieht das DS3 Cabrio im Vergleich mit anderen Modellen durch seinen geringen Luftwiderstand auch bei offenem Verdeck gut aus.

Vorbildlich?

Im Gegensatz zu Mini Cabrio und Fiat 500C muss sich das DS3 Cabrio nicht an Vorbildern orientieren. Das Design ist mutig und durchaus nachahmenswert.

Was sagt der Nachbar?

„Ah, ist der Sommer ausgebrochen?“

Wer guckt?

Männer wie Frauen. Das DS3 Cabrio ist durch Design und Farbwahl ein auffälliges Auto und sicher nichts für Schüchterne.

Wie fährt er sich?

Am besten mit offenem Dach. Zum einen weil den Mitfahrern auf der Rückbank so mehr Platz nach oben bleibt, zum anderen weil Cabrios dafür einfach gemacht werden.

Wo gehört er hin?

Ab in den Süden. Für einen Sommerurlaub ist das DS3 Cabrio eine schicke Begleitung, wenn man nicht allzu viel Gepäck dabei hat.

Die erste Fahrt überzeugt: Der Vierzylinder-Motor des Testwagens macht mit 156 PS und einem Sechsgang-Getriebe richtig Spaß. Die Servolenkung könnte etwas direkter reagieren, für ein optisch so sportliches Auto ist das Fahrwerk doch sehr französisch abgestimmt. Immerhin beeinträchtigt der Umbau zum Cabrio das Fahrverhalten nicht. Und allzu sportlich muss ein Sommerauto auch nicht gefahren werden. Das Lenkrad ist für diese Klasse vorbildlich. Sehr gut ausgeformt, extrem griffig. Kein Wunder, dass es auch in vielen anderen Citroën-Modellen zum Einsatz kommt.

Der Innenraum ist gut verarbeitet, trägt allerdings in der „sport chic“-Variante etwas dick auf: Mit einem Materialmix aus Leder, Carbon, verschiedenen Kunststoffen, Alu, Chrom und Stoff haben sich die französischen Designer ausgetobt. Insbesondere die Carbon-Optik erinnert eher an einen Rennwagen. Ein Anspruch, dem das DS3 Cabrio nicht gerecht werden kann. 

Darüberhinaus stimmt das Ambiente. Über Bluetooth lässt sich Musik problemlos vom Handy auf die eingebaute Hifi-Anlage mit Subwoofer im Kofferraum übertragen. Carla Bruni und „Little French Songs“ machen den Feierabendverkehr zum kleinen Urlaub. Auf Wunsch riecht das DS3 Cabrio wie der Sommer. Über einen Parfümspender neben dem Lenkrad strömt Mango-Aroma durch die Belüftung in den Innenraum (alternativ: Vanilleblüten-, Jasmin- oder Zitrusduft). Doch dann folgt die erste kleine Enttäuschung...

Kommentare (1)

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Ralfdrei

02.09.2013, 19:54 Uhr

Wir sind die vermeintliche "Zicke" vor kurzem zur Probe gefahren. Wir sind eine Familie mit drei Kindern (9 Jahre, 6 Jahre und Baby im Maxi Cosi). Das bemerkenswerte war, dass alle in diesem Auto bequem Platz gefunden haben. Die Kofferaumklappe ist natürlich alles andere als familientauglich, mit etwas Improvisationstalent haben wir den Kinderwagen dann durch den Fahrgastraum mit umgeklappter Sitzbank eingeladen. So lange man drin sitzt und fährt alles total klasse. Das meines Wissens nach einzige Cabriolet/Rolldach-Coupe für eine Familie mit drei Kindern. Es steht für nächsten Sommer auf unserem Wunschzettel.

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