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21.10.2012

10:00 Uhr

Dacia Logan als Gebrauchter

Ein Preisbrecher fordert Tribut

Quelle:dpa

Im Jahr 2005 brachte Dacia den Logan auf den Markt. Das Auto bestach mit seinem Preis von unter 10.000 Euro. Sieben Jahre später fällt der Logan als Gebrauchter eher durch seine vielen Mängel auf.

Noch einmal Dacia: In der Kategorie Kompaktwagen hat der Logan MCV, 1,6 Liter, MPI, 85 den geringsten Wertverlust. Vom Neuwert (7.990 Euro) verliert er in vier Jahren 4.115 Euro. dpa

Noch einmal Dacia: In der Kategorie Kompaktwagen hat der Logan MCV, 1,6 Liter, MPI, 85 den geringsten Wertverlust. Vom Neuwert (7.990 Euro) verliert er in vier Jahren 4.115 Euro.

BerlinAuf dem Pariser Autosalon wurde jüngst die Neuauflage enthüllt: Dacia versucht es beim Logan wieder mit einem Stufenheck. Die nächste Generation der Limousine wirkt robuster als das Vorgängermodell. Doch auf den Straßen beweisen kann sie sich erst ab dem Jahreswechsel, wenn der Verkauf startet.

Die Erstauflage des in der unteren Mittelklasse angesiedelten Logan brachte Dacia hierzulande vor sieben Jahren in den Handel. Ein gutes Vorbild für den Neuen sind aber weder das Stufenheck noch der Kombi MCV: Der TÜV bezeichnet das preisgünstige Auto als Mängelriesen. Laut dem "TÜV Report 2012" rangiert der Logan ab einem Fahrzeugalter von fünf Jahren auf dem vorletzten Platz der Mängelstatistik.

Jeder fünfte Wagen musste demnach wegen erheblicher Mängel bei der Hauptuntersuchung ein zweites Mal vorgeführt werden. Oft seien Vorderachse und Lenkung ausgeschlagen. Bereits nach drei Jahren häufen sich laut dem TÜV Probleme mit der Auspuffanlage. Rost sei dagegen bisher kein großes Thema.

Das rumänische Auto schneidet auch in der Pannenstatistik des ADAC nicht gut ab und belegt einen Platz im hinteren Drittel seiner Klasse. Der Münchner Club weist auf Defekte an Abblend- und Fernlicht sowie an Zündkabeln und -spulen bei zwischen 2007 und 2009 gebauten Fahrzeugen hin. Anfällig seien außerdem die Kraftstoffanlage und -pumpe (2008 bis 2011).

Bei einem 100.000-Kilometer-Dauertest der Zeitschrift "Auto Bild" hinterließ ein Exemplar von 2007 einen ordentlichen Eindruck. Die Tester vergaben die Note "Gut".

2005 kam der Dacia Logan auf den deutschen Markt, zunächst nur als Limousine für deutlich unter 10.000 Euro. 2007 reichte der Hersteller den Kombi nach - ebenfalls zu einem konkurrenzlos günstigen Preis von 8.400 Euro. Dafür mussten Kunden zum Beispiel auf ESP verzichten. Immerhin waren Frontairbags an Bord. 2008 gönnte Dacia dem Kombi eine Modellpflege. Der Verkauf der Limousine wurde in Deutschland im Mai 2010 eingestellt.

Bei den Motoren - allesamt Reihenvierzylinder - überraschen gleich zwei alternative Konzepte: Der Logan MCV wurde nicht nur als 85 PS starke Autogas-Variante (LPG) angeboten, sondern auch als Ethanol-Fahrzeug mit 105 PS. Die reinen Benzinmotoren leisten je nach Baujahr und Karosserieform zwischen 75 PS und 105 PS. Die Dieselaggregate kommen auf 68 PS bis 88 PS.

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt kostet ein Logan MCV von 2010 als Diesel 1.5 dCi Laureate mit 88 PS laut der Schwacke-Liste etwa 8.850 Euro (durchschnittliche Laufleistung: 54.100 Kilometer). Ein etwas älterer Autogas-Kombi von 2008, etwa der Logan MCV 1.6 LPG mit 84 PS in der niedrigeren Ausstattungslinie Ambiance, ist dort für 6.250 Euro gelistet (70.200 Kilometer). Wer sich für die alte Stufenheckversion interessiert, muss im Fall eines Logan 1.4 mit 75 PS von 2005 um die 2.550 Euro ausgeben (97.200 Kilometer).

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Kommentare (15)

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Account gelöscht!

21.10.2012, 13:32 Uhr

Ist das ein Wunder?

Der Ehegatte meiner Bekannten (Chef Kfz-Karosseriebauer) bei einem Autohaus für Opel, Renault und GM, hatte schon damals, vor Jahren, bzgl. der Qualität von Dacia abgewunken.

Die Qualitäten eines Kfz lassen sich u.a auch an der Reparaturfreundlichkeit erkennen.


Das Aldi Prinzip funktioniert eben nicht bei Autos.



KlausWesthof

21.10.2012, 13:50 Uhr

Wie kann Dacia auch für Qualität stehen, wenn nicht einmal der Mutterkonzern Renault dafür bekannt ist?

Dies kann nicht funktionieren, musste mir aber immer die Häme anhören, dass ich mich von VW abzocken lies.

Da liegen jedoch Welten zwischen.

Auf diese Meldung habe ich gewartet. Ich wusste, dass sie irgendwann kommt - jetzt ist sie da.

Johannes

21.10.2012, 14:18 Uhr

Verstehe nicht wie man sich sowas kaufen kann, wenn man für 10.000 Euro überall solide gebrauchte Wagen top Hersteller findet. Muss mit der schwachsinnigen Einstellung zusamenhängen es irgendwie besonders und hip zu finden, sich abseits der "coolness" - oder was auch immer, zu bewegen . Weil`s ja soo individuell ist.

Status? ..Idiot vielleicht.

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