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02.05.2013

10:01 Uhr

Dacia Sandero im Handelsblatt Autotest

Preiswert oder billig?

VonJörg Hackhausen

Günstiger geht nicht: Kein Neuwagen auf dem deutschen Markt kostet so wenig wie der Dacia Sandero. Aber was taugt das Auto? Zahlt es sich aus oder zahlt man an anderer Stelle drauf? Wir machen den Test.

Nichts in der Tasche? Den Dacia Sandero gibt es schon für kleines Geld. Sebastian Schaal

Nichts in der Tasche? Den Dacia Sandero gibt es schon für kleines Geld.

DüsseldorfIch bin noch keinen Meter gefahren, schon werde ich angesprochen. „Wie ist der?“, fragt eine ältere Dame. „Der“ ist ein Auto, genauer gesagt ein Dacia Sandero. Es ist nicht besonders schön, es ist nicht schnell, der Grund, warum sich viele für das Auto aus Rumänien interessieren, ist ein anderer. „Deswegen“, sagt die Dame und macht eine Geste, bei der sie Daumen und Zeigefinger aneinander reibt.

Der Dacia Sandero ist der billigste Neuwagen, den es in Deutschland zu kaufen gibt. 6.990 Euro – für ein komplettes fahrtüchtiges Auto. So viel kann man bei einem Oberklasse-Fahrzeug allein für die Sonderausstattung ausgeben.

Von außen betrachtet sieht der Sandero wie ein unscheinbarer Kleinwagen aus, und das ist schon mal positiv, er wirkt nicht billig. Aber wie fühlt er sich an?

Der erste Eindruck überrascht. Der Innenraum wirkt aufgeräumt, ordentlich verarbeitet, wenn auch mit viel Plastik. Zumindest die Fenster vorne lassen sich elektrisch bedienen. Knöpfchen für die Fensterheber sind an der Mittelkonsole untergebracht. Ich hätte gedacht, dass ich hier noch selbst kurbeln muss.

Die wichtigsten Fragen und Antworten

Wer guckt?

Jeder Sparfuchs.

Was sagt der Nachbar?

„Wo ist der Haken?“

Wo gehört er hin?

Auf der „Kö“ in Düsseldorf erntet man mitleidige Blicke, ganz anders auf dem Parkplatz vor dem Aldi.

Das schönste Detail?

Da gibt es nicht viel. Aber auf Wunsch bekommt man ein Radio, das sich mit nur drei Knöpfen und Touchscreen ganz einfach bedienen lässt.

Was nervt?

Die hakelige Schaltung.

Alltagstauglich?

Absolut. Für einen Kleinwagen ist viel Platz, nur auf den hinteren Sitzen wenig Beinfreiheit. Gute Rundumsicht.

Wie "grün" ist der Wagen?

Mittel. Dacia gibt den Verbrauch für die 90-PS-Turbodiesel mit 5,2 Litern auf 100 Kilometer an. Das geht in der Fahrzeugklasse besser.

Wie ist der Komfort?

Mal ehrlich, wer kauft dieses Auto wegen des Komforts? Immerhin sind die Sitze zumindest nicht unbequem und es gibt elektrische Fensterheber.

Was kostet der Spaß?

Der Anschaffungspreis ist unschlagbar. Die Basisversion kostet ab 6.990 Euro. Ob sich das auszahlt oder doch teuer erkauft ist, wird sich allerdings erst nach Jahren zeigen, wenn der Wagen zum TÜV muss.

Der Motor startet mit einem lauten „Rumms“, der ganze Wagen vibriert. Dacia hat uns als Testwagen den Sandero Lauréate mit 90-PS-Turbodiesel zur Verfügung gestellt. Der kostet dann schon etwas mehr als die Basisversion (ab 11.890 Euro).

Im Stadtverkehr kommt der Wagen erstaunlich flott voran, nur im unteren Drehzahlbereich fehlt etwas die Kraft. Für den Alltag reicht sowohl die Beschleunigung (von auf 100 km/h in 12,2 Sekunden) als auch die Höchstgeschwindigkeit (173 km/h) aus. Bei höheren Geschwindigkeiten nehmen die Fahrgeräusche deutlich hörbar zu, was schnell dazu auffordert, wieder auf die rechte Spur zu wechseln.


Jedes Auto beeinflusst die Fahrweise seines Fahrers, vielleicht sogar mehr als umgekehrt. Manches Auto lockt zum Rasen, andere zum Cruisen. Der Dacia Sandero erzieht zur Vernunft. Nicht zu viel Gas geben, immer früh schalten, ausrollen lassen. Vielleicht liegt es daran, dass man immer im Hinterkopf hat, wie günstig das Auto ist. Das klingt paradox. Je günstiger der Anschaffungspreis, desto großzügiger könnte man mit dem Gaspedal umgehen. Aber das Gegenteil ist der Fall. Den Dacia kann man nur mit Zurückhaltung fahren. Auf die Idee, mit dem Sandero ein Ampelrennen anzuzetteln, dürfte sowieso niemand kommen.
Den Verbrauch gibt Dacia mit 3,8 Liter auf 100 Kilometer an. Im Praxistest war es mehr als ein Liter mehr. Das ist für einen Kleinwagen akzeptabel, nicht spitze.

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

02.05.2013, 11:34 Uhr

Was taugt das 7000 Euro Auto und dann ein 12000 Euro Auto testen??
Lese ich gar nicht zuende.

verwundert

02.05.2013, 11:43 Uhr

Berechtigter Einwand.

Fendt1

02.05.2013, 11:45 Uhr

Fahre das Auto seit 3 1/2 Jahren, daneben seit 5 1/2 Jahren noch einen Logan.

Ich kann nur sagen:
Einen Dacia würde ich immer wieder kaufen, technisch gab es bis dato keinerlei Probleme. Klasse Autos!

Und was hatte ich mit deutlich teureren und scheinbar qualitativ besseren Autos vorher alles für Scherereien...

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