Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.11.2012

09:59 Uhr

Dacia Sandero

Preiswerter gehts nur mit einem Gebrauchten

Quelle:MID

Einen billigeren Neuwagen als den Sandero gibts in Deutschland nicht. Das überarbeitete Dacia-Modell kostet mit besserer Ausstattung in der Einstiegsversion 6.990 Euro. Erste Fahreindrücke mit der zweiten Generation.

Das Einstiegsmodell des neuen Dacia Sandero. Pressefoto

Das Einstiegsmodell des neuen Dacia Sandero.

Malaga/SpanienDer Kleinwagen Dacia Sandero der zweiten Generation kommt Anfang des Jahres 2013 mit neuen Lichteinheiten an Front und Heck und einem überarbeiteten Frontdesign auf den Markt. Gegenüber dem Vorgängermodell hat der Fronttriebler mit 4,057 Meter um 38 Millimeter in der Länge und mit 1,733 Meter um sieben Millimeter in der Breite zugelegt. Mit einer Höhe von 1,523 Meter ist er um 16 Millimeter flacher geworden.

Die Sitze sind straff gepolstert und die Vordersitze bieten nur wenig Seitenhalt. Dafür haben die bis zu drei Personen auf der Rückbank selbst bei komplett nach hinten geschobenen Frontsitzen genügend Beinfreiheit. Die Passagiere sitzen auch hier relativ entspannt. Der Fünftürer bietet mit hochgeklappter Rückbank ein Gepäckraumvolumen von 320 Litern und mit umgeklappten Sitzen bis zu 1.200 Liter Gepäck einen ordentlichen Stauraum. Die Ladekante ist allerdings etwas hoch und die Einladeöffnung recht schmal geraten.

Ab Anfang 2013 wird der Sandero mit zwei Benzin-, einem Diesel-Motor und als LPG-Modell in drei Ausstattungsvarianten erhältlich sein. Pressefoto

Ab Anfang 2013 wird der Sandero mit zwei Benzin-, einem Diesel-Motor und als LPG-Modell in drei Ausstattungsvarianten erhältlich sein.

Weitaus störender sind aber die großen hinteren Türen. Wer nicht aufpasst, schlägt sich beim Schließen von außen die obere Türkante gegen das Gesicht oder die Brust. Das im Innenraum verbaute Plastik macht einen stabilen Eindruck, ohne billig zu erscheinen. Die Instrumente sind übersichtlich angeordnet und gut ablesbar. Viele Ablagefächer bieten Platz für allerlei Kleinigkeiten und das Multimediasystem mit Navigation und Touchscreen kann sich auch in höherwertigen Fahrzeugen sehen lassen.

Bei dem von uns gefahrenen, 66 kW/90 PS starken 0,9-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner stört wie auch beim neuen Renault Clio das Ruckeln des Triebwerks, wenn der Fahrer plötzlich vom Gaspedal geht. Durch das geringe Drehmoment von 135 Newtonmeter, das bei 2 500 Umdrehungen anliegt, fordert das Fünfganggetriebe einen frühen Gangwechsel. Ohne sportliche Leitungen zu erwarten, kann der Fahrer gemütlich mit dem Strom schwimmen.

Immerhin beschleunigt das nur 1 035 Kilogramm schweren Anti-Status-Gefährt in 11,1 Sekunden von Null auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 175 km/h angegeben. Auf kurvigen Landstraßen reagiert der Fronttriebler etwas träge auf Lenkbefehle und das Fahrwerk ist ein wenig zu straff ausgelegt.

Der Innenraum ist einfach gemacht, hinterlässt aber keinen billigen Eindruck, denn das gewählte Plastik verfügt durchaus über eine gewisse Verarbeitungsqualität. Pressefoto

Der Innenraum ist einfach gemacht, hinterlässt aber keinen billigen Eindruck, denn das gewählte Plastik verfügt durchaus über eine gewisse Verarbeitungsqualität.

Harte Stöße werden fast ungefiltert an die Insassen weitergeleitet. Wer sich für ein solches Fahrzeug entscheidet, sieht über solche Unzulänglichkeiten leicht hinweg, denn die Wirtschaftlichkeit steht mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 5,2 Litern Super je 100 Kilometer und einem CO2-Ausstoss von 120 Gramm pro Kilometer im Vordergrund.

Die getestete Motorvariante kostet 10.090 Euro. Das serienmäßig mit dem elektronischen Stabilitätsprogramm ESP ausgestattete Grundmodell ist schon ab 6.990 Euro erhältlich. Die Diesel-Version liegt bei 11.890 Euro. Dank seines Preises ist der Kompaktwagen seit 2007 zu einem echten Erfolg geworden.

Mit einer deutlich verbesserten Ausstattung, seinem guten Platzangebot, dem günstigen Preis und dem niedrigen Verbrauch bietet der neue Sandero all das, was die Kundschaft erwartet. Mit 26 Prozent Markenanteil der bisher verkauften Dacia in Europa ist er einer der wichtigsten Bausteine im Programmangebot des rumänischen Herstellers.

Der neue Sandero beschleunigt mit dem Dreizylinder-Turbomotor mit 66 kW/90 PS in 11,1 Sekunden von Null auf 100 km/h. Pressefoto

Der neue Sandero beschleunigt mit dem Dreizylinder-Turbomotor mit 66 kW/90 PS in 11,1 Sekunden von Null auf 100 km/h.


Technische Daten Dacia Sandero:

Fünfsitzige Schräghecklimousine
Länge: 4.06 m
Breite: 1,73 m
Höhe: 1,52 m
Radstand: 2,59 m
Leergewicht: 1.037 kg
Gepäckraumvolumen: 320 - 1.200 Liter
Motoren:
1,5-Liter-Vierzylinder-Diesel mit 66 KW/90 PS
1,2-Liter-Vierzylinder mit 55 kW/75 PS (auch als Flüssiggas-Version LPG)
0,9-Liter-Dreizylinder-Benzinmotor mit Turbo (66 kW/90 PS)
Frontantrieb
max. Drehmoment: 135 Nm bei 2.500 U/min
Beschleunigung 0 - 100 km/h: 11,1 Sek.
Höchstgeschwindigkeit: 175 km/h
Normverbrauch kombiniert: 5,2 l/100 km Super
CO2-Ausstoß: 120 g/km
Schadstoffklasse: Euro 5
Testwagen-Preis: ab 10.090 Euro, Basispreis: 6.990 Euro

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

DM_DEM

16.11.2012, 12:36 Uhr

Bevor ich eine Dacia-Billigkiste kaufe ,ist ein deutscher
Jahreswagen( 1 oder 2 Jahre)in jedem Fall die bessere Wahl

KFZ-max

17.11.2012, 06:24 Uhr

Da wäre ich mir nicht so sicher, dass ein deutsches Fabrikat die bessere Wahl wäre. Wenn ich mich so im Bekanntenkreis umhöre, dann sind deutsche Fahrzeuge sehr Pannenanfällig, obwohl die ADAC Pannenstatistik das gegenteil behauptet. Dies braucht aber nicht zu verwundern, denn deutsche Autohersteller haben seit einigen Jahren einen eigenen Pannenservice. Liegen gebliebene Fahrzeuge tauchen in der ADAC-Statistik nicht auf. Und oh Wunder, in der getürkten ADAC-Pannenstatistik liegen deutsche Fahrzeuge plötzlich vor den Japanern.

Ich kenne Leute die haben einen Japaner und sind über 300.000 Kilometer mit ihren Fahrzeugen gefahren, ohne eine Panne gehabt zu haben - in der Werkstatt waren sie nur zum auswechseln der Verschleißteile. Und über das Märchen "Ersatzteile für Japaner sind teurer" kann ich nur lachen. Wer die Preise im Internet mal vergleicht wird staunen. Wenn ich bei meinen Bekannten nach Pannen frage, die z.B. einen Opel oder VW fahren, fangen die fast an zu heulen oder kochen vor Wut - wegen der häufigen Defekte/Pannen und damit verbundenen Kosten.

Fazit: Traue keiner Statistik! Informiere dich lieber selbst, bei deinen Bekannten, im Internet usw.

Bengel01

22.11.2012, 12:21 Uhr

@KFZ-max: Keine Anhnung wo Sie Ihre Informationen herbekommen, aber ich habe in meinem Bekanntenkreis genau das Gegenteil erfahren. Ein Bekannter hatte mit seinem Honda CRV einen Unfall und benötigte eine neue Motorhaube. Diese hat als Honda Originalteil exakt soviel gekostet wie die Haube einer E-Klasse. Ausserdem durfte er 3 MONATE auf das Teil warten, weil es mit dem Schiff aus Japan nach Deutschland transportiert wurde. Abgesehen von dem quasi nicht vorhandenen Händlernetz spricht das eindeutig gegen diese japanischen Schrottmühlen. Ich selbst fahre seit über 20 Jahren VW und BMW. Bis auf eine leere Batterie in meinem damaligen IIer Golf, der zu diesem Zeitpunkt bereits 160.000 km drauf hatte, gabs keine einzige Panne. Ihre angeblichen Erfahrungswerte decken sich also nicht mit den meinen. Dennoch: Ihre Anregung sich selbst zu informieren und nicht blind irgendwelchen Statistiken zu trauen, unterstütze ich voll und ganz. Beste Grüße

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×