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13.01.2010

15:23 Uhr

Daihatsu Basket

Der Fernost-Panda

VonPaolo Tumminelli

Das iPhone beweist, dass es auch heute noch funktioniert, mit massentauglichen Produkten einen Markt zu dominieren. Im Automobilsektor gab es nach Fords Model T nicht mehr viele Versuche in diese Richtung. Automanagern fehlt der Glaube an globale Massenprodukte. Nur Daihatsu wagt sich vor - mit einer Studie, die an den legendären Panda erinnert.

Zeitloses Design: der Daihatsu Basket. Pressebild

Zeitloses Design: der Daihatsu Basket.

Manche Jahreszahl hat das Zeug zum Markenzeichen. Zwanzigzehn, das klingt nicht nur gut, es ist für Ruhm prädestiniert. In der Lissabon-Strategie als Ziel gewählt, um Europa zum "wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensgestützten Wirtschaftsraum der Welt" zu machen, wurde die magische Zahl auch in Schröders Agenda 2010 feierlich übernommen. "Mehr Wachstum und mehr Beschäftigung", lautete der Anspruch.

Tatsächlich hat ein verunsichertes europäisches Volk nun alles andere als ein sicheres Jahr im Blick. Und doch gibt es Gründe zum Feiern. 2010 hat der Fiat Panda Jubiläum. Der letzte wahre Volks-Wagen, dessen Konzept einer Wirtschaftskrise entsprang, wird 30. Die "tolle Kiste" wurde 1980 bis 2003 mehr als 4,4 Mio. Mal zwischen Bari, Berlin und Bora Bora verkauft. Sie vollendet den Entwicklungsprozess, der das Automobil - frei nach Le Corbusier - vom extravaganten Kutschenersatz zur Wohnmaschine auf Rädern macht.

Ein Würfel, zwei Türen, drei Meter, vier Liter, fünf Plätze, sechs Fenster, siebenfach verstellbare Campingstühle. Nicht schön, aber sympathisch: Der Panda gilt als Urtyp des ökonomisch und ökologisch sinnvollen Autos. Ein Modell, das heute aktueller ist denn je.

Blendet man typische Schwächen der Automobil-Massenprodukte um 1980 aus und stellt sich einen "Neuen Panda" auf dem Stand deutscher Spitzenqualität vor, so hat man die berühmte Killerapplikation vor Augen: ein Standardauto, attraktiv wie ein iPod und mit der Lebenserwartung einer Miele-Waschmaschine. Die Autoindustrie aber scheint die Suche nach der letztmöglichen Marktnische zu bevorzugen. Sie glaubt nicht an die Möglichkeit, wieder ein globales Massenprodukt herstellen zu können, so dominierend wie früher Fords Model T oder heute Apples iPhone.

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