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10.10.2012

09:47 Uhr

Defekte Fensterheber

Toyota ruft Millionen Autos zurück

Eigentlich will Toyota in diesen Tagen 75. Geburtstag feiern, und nun das: Weltweit müssen rund 7,4 Millionen Autos in die Werkstätten. Ihre Fensterheber sind brandgefährlich. Das ruft böse Erinnerungen wach.

Toyota Yaris. Pressefoto

Toyota Yaris.

Köln/DüsseldorfDer japanische Autobauer Toyota sieht sich schon wieder gezwungen, einen Massen-Rückruf seiner Fahrzeugmodelle zu starten. Weltweit müssen 7,4 Millionen Autos in die Werkstätten, da bei ihnen Brandgefahr durch einen elektrischen Fensterheber bestehe, teilte das Unternehmen heute mit. Zu den Modellen gehören die Kleinwagen Yaris, der im Ausland als Vitz läuft, sowie Auris und RAV4 der Baujahre 09/2006 bis 12/2008. Daneben sollen auch die Erfolgsmodelle Corolla und Camry betroffen sein. Erst am Montag hatte Konkurrent Honda eine halbe Million Autos wegen des gleichen Problems zurückgerufen.

Von der Rückrufaktion seien etwa in Europa 1,39 Millionen Fahrzeuge, in den USA 2,4 Millionen und in China 1,4 Millionen Fahrzeuge betroffen, hieß es weiter. An der Börse in Tokio gaben Toyota-Aktien heute um 1,8 Prozent nach.

Toyota Deutschland bemühte sich umgehend zu beruhigen. Durch eine nicht ordnungsgemäße Dosierung von Schmiermittel könne es zu einem Verschleiß der Fensterheberschalter kommen, hieß es in einer ersten offiziellen Mitteilung. Diese Schalter funktionierten dann nur noch schwergängig oder in Einzelfällen auch gar nicht mehr. Die Halter sollen nun schriftlich darüber informiert werden, und werden gebeten werden, sich mit ihrem Händler in Verbindung zu setzen. Die Bauteile werden dort werkstattseitig überprüft und, falls notwendig, für den Kunden kostenfrei getauscht. Dies dauert nach Firmenangaben maximal eine Stunde. In Deutschland müssen insgesamt 136.375 Fahrzeuge überprüft werden.

Erst Anfang August musste der Autobauer 1,5 Millionen Autos zurückrufen. Bei den damaligen Problemen mit der Spurstangen-Verschraubung waren weltweit 1,5 Millionen Fahrzeuge betroffen. Im Juni 2011 hatten die Japaner mehr als 100.000 Exemplare ihres Hybrid-Vorzeigemodells Prius zurückbeordert, weil die Lenkung teilweise ausfiel, zeitgleich gab es beim Kleinstwagen iQ Probleme mit dem Bremszylinder.

Vor zwei Jahren hatte eine ganze Welle von Rückrufen den Auto-Riesen in die Knie gezwungen. Technische Probleme wegen vermeintlich festklemmender Gaspedale und Sicherheitsmängel aufgrund fehlerhafter Bremsen hatten viele Kunden verschreckt. Viele der gemeldeten Gaspedal-Vorfälle von damals entpuppten sich zwar später als Fehler der Fahrer, doch bei Toyota brachen die Verkäufe massiv ein. Toyota musste insgesamt mehr als zwölf Millionen Fahrzeuge zurückrufen.

Die größten Automärkte der Welt

Platz 1

USA - 7,25 Millionen Neuzulassungen (Stand: 1. Halbjahr 2012)

Die Amerikaner haben die Lust am Autokauf wiederentdeckt. Im ersten Halbjahr legten die Verkaufszahlen um 15 Prozent zu.

Platz 2

China - 6,42 Millionen Neuzulassungen (Stand: 1. Halbjahr 2012)

Das rasante Wachstum in China verliert langsam an Fahrt. Trotzdem legte auch der chinesische Markt im ersten Halbjahr um neun Prozent zu.

Platz 3

Japan - 2,53 Millionen Neuzulassungen (Stand: 1. Halbjahr 2012)

Die Japaner haben die Tsunami-Katastrophe hinter sich gelassen. Kein Automarkt legte im ersten Halbjahr stärker zu. Insgesamt stiegen die Zulassungszahlen im ersten Halbjahr um 57 Prozent.

Platz 4

Deutschland - 1,64 Millionen Neuzulassungen (Stand: 1. Halbjahr 2012)

Auch wenn der deutsche Automarkt nur um ein Prozent im ersten Halbjahr wuchs: Damit erobern die Deutschen den vierten Platz zurück.

Platz 5

Brasilien - 1,63 Millionen Neuzulassungen (Stand: 1. Halbjahr 2012)

Der Automarkt im größten Land Südamerikas schwächelt im ersten Halbjahr etwas stärker als erwartet. Die Zulassungszahlen schrumpften um 0,4 Prozent.

Platz 7

Russland - 1,41 Millionen Neuzulassungen (Stand: 1. Halbjahr 2012)

Der russische Markt gehört zu den am stärksten wachsenden Automärkten der Welt. Die Zahl der Neuzulassungen stieg im ersten Halbjahr um Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent.

Platz 6

Indien - 1,48 Millionen Neuzulassungen (Stand: 1. Halbjahr 2012)

Auf der indischen Halbinsel wachsen die Zulassungszahlen rasant, insbesondere bei Kleinwagen. Satte 13 Prozent betrug das Wachstum allein im ersten Halbjahr - ein Ende ist nicht absehbar.

Probleme gibt es derzeit auch mit Toyotas erfolgreichem neuen Sportwagen, dem GT86. Fehlermeldungen der Motorsteuerung führen bei den US-Versionen der Sportcoupés zu einem unrunden Leerlauf und einem Absterben des Motors. Ursache ist laut Toyota die Software des Steuergerätes mit einem falsch eingestellten Toleranzbereich. Dadurch entstehen Probleme mit der variablen Ventilsteuerung. Betroffen sind Fahrzeuge, die vor Mitte August an die Händler ausgeliefert worden sind. Ab diesem Zeitpunkt sei bereits die neue Software verwendet worden. Deutsche Modelle sollen laut Toyota Deutschland wohl nicht betroffen sein.

Toyota begeht in diesen Tagen seinen 75. Geburtstag und ist nach den Zahlen des ersten Halbjahres 2012 die Nummer eins der Autobauer. Mit 4,97 Millionen verkauften Fahrzeugen im ersten Halbjahr schoben sich die Japaner wieder knapp vor den US-Rivalen und Opel-Mutterkonzern General Motors. Toyota hatte die Top-Position nach dem schweren Erdbeben und Tsunami in Japan im vergangenen Jahr verloren. Die Naturkatastrophe hatte die Produktion des Autobauers teilweise lahmgelegt.

Aktuell fahren die Japaner ihre Produktion aber teilweise herunter, weil es vor dem Hintergrund eines Inselstreits mit China einen Boykott durch chinesische Autokäufer gibt, der auch den Absatz in dem wichtigen Markt zurzeit deutlich behindert. Mehr als 40 Prozent betrug das Minus im September.

Toyota produziert mehr als 200 Millionen Fahrzeuge und hat Niederlassungen in über 170 Ländern. Das bekannteste Auto, der Toyota Corolla, wird bereits in der elften Generation produziert. Mit einer verkauften Stückzahl von über 39 Millionen ist der Corolla nach wie vor das meistverkaufte Fahrzeug in der Automobilgeschichte.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

10.10.2012, 09:42 Uhr

Nichts ist unmöglich - Toyota!
============================
Aber in China dürfte sich das Problem bald erledigt haben.
-50% Einbruch wegen des Inselstreits.
In China ist es mittlerweile gefährlich, ein japanisches Auto zu fahren.

Golo123

10.10.2012, 10:50 Uhr

...und in Holland zum "Tag der Befreiung" eines mit deutschem Kennzeichen!

Eule

10.10.2012, 13:15 Uhr

"Vor zwei Jahren hatte eine ganze Welle von Rückrufen den Auto-Riesen in die Knie gezwungen. Technische Probleme wegen vermeintlich festklemmender Gaspedale und Sicherheitsmängel aufgrund fehlerhafter Bremsen hatten viele Kunden verschreckt."

Schade, daß eine längst widerlegte alte Kamelle wieder aufgewärmt wird, anstatt auf die Hintergründe hinzuweisen:
Es handelte sich um eine US-Kampagne, um der US-Autoindustrie und GM (Government Motors) auf die Beine zu helfen.
Sämtliche Vorwürfe haben sich als haltlos herausgestellt. Wenn die Japaner nicht wie die Deutschen solche Vasallen wären sd. noch den alten Samuraigeist hätten, dann hätte Toyota die Propagandaagenturen und Lügenmedien mit Klagen und Schadenersatzforderungen eingedeckt, daß ihnen Hören uns Sehen vergangen wäre.

Auch interessant, daß das HB über eine Rückrufaktion bei Toyota berichtet, bei den deutschen Herstellern sich jedoch nicht als verkappte Motorzeitschrift betätigt...

Auf jeden Fall wird dadurch mein Golf mit seinen tausend Kleinigkeiten auch nicht besser, wohingegen ich in der Familie mit Neid beobachten kann, wie ein zehn Jahre alter Kleinwagen namens Yaris zeigt, was früher einmal als DEUTSCHE Qualität gegolten hat.
Aber vermutlich braucht es aus genau diesem Grund solche Artikel...

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