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26.01.2007

11:49 Uhr

Defzite moderner Technik

Wenn das Navi den Fahrer ablenkt

Ein mobiles Navigationssystem im Auto ist praktisch - wäre da nicht die oft komplizierte Bedienung. Viele Nutzer verzweifeln bei der Zieleingabe an zu kleinen Knöpfen am Gerät oder verheddern sich im Menü.

Mobile Navigationsgeräte dpa

Das Navi wird am besten vor der Fahrt programmiert. (Bild: Schierenbeck/dpa/gms)

dpa/gms MÜNCHEN/HAMBURG. Und weil der Fahrer leichter vom Verkehr abgelenkt werden kann, erhöht sich auch das Unfallrisiko. Der ADAC hat im Herbst 2006 zehn so genannte Plug & Play-Geräte zu Preisen ab 300 Euro getestet. Allzu viel Komfort sei bei diesen Navis nicht zu erwarten, lautete das Fazit. Die Bedienung sei schwierig, sagt Testleiter Helmut Schmaler in München.

Er bemängelt vor allem die Mini-Bedienfelder auf den Touchscreens und „unlogische“ Menüführungen. „Einfach einschalten und losfahren, das ist nicht.“ Besonders ärgerlich findet der Experte, dass auch die Anleitungen oft zu wünschen übrig lassen - wenn überhaupt ein gedrucktes Exemplar dabei ist. Oft gebe es nur eine CD-ROM.

Einen Grund für die Defizite sieht Schmaler im Zeitfaktor: 2004 lag der Absatz der Geräte laut ADAC in Deutschland bei rund 68 000 Stück. Schätzungen zufolge wurden 2006 fast 1,5 Mill. Exemplare verkauft. Neue Lösungen würden oft zu früh auf den Markt geworfen. Manche Software enthalte Bugs - und vielen Geräten hätte mehr Entwicklerarbeit für die Nutzerfreundlichkeit gut getan.

Unser redaktionelles Themen-Special zur Auto- und mobilen Navigation finden Sie » hier.

Dennoch sei die Qualität der Produkte heute weit höher als früher, sagt Prof. Josef Krems, der an der Uni Chemnitz unter anderem zu Navigationsanwendungen forscht. „In den vergangenen Jahren hat sich viel getan. Die meisten Nutzer sind froh, dass sie so ein Hilfsmittel haben.“ Für problematisch hält Krems vor allem das Abrufen von Zusatzinformationen, wenn dies nicht automatisch erfolgt. „Wenn unterwegs eine permanente Interaktion mit dem Gerät erforderlich ist, erhöht das die Ablenkungs- und damit die Unfallgefahr.“

Es allen Anwendern recht zu machen, das sei die Schwierigkeit der Anbieter, bestätigt Jochen Katzer von der Firma Navigon aus Hamburg. Ein Gerät sollte einerseits von Anfängern bedient werden können. Auf der anderen Seite dürfe man aber die „technikaffinen“ Anwender nicht vergrätzen.

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