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31.03.2006

11:45 Uhr

HB LEIPZIG. Die Insassensicherheit von nachgerüsteten Erdgasfahrzeugen ist offenbar noch verbesserungswürdig. Das geht aus einem Crashtest der Dekra hervor.

Die Prüfer ermittelten „gravierende Unterschiede“ im Crashverhalten zwischen einem auf Erdgasantrieb umgerüsteten PKW und einem unveränderten Vergleichsmodell. Demnach ist das Verletzungsrisiko für Passagiere im Fond des Erdgasfahrzeugs deutlich höher.

„Die eingebauten Gasflaschen drückten in die Rücksitzbank und führten bei den hinten sitzenden Dummys zu Besorgnis erregenden biomechanischen Messwerten“, sagte Clemens Klinke, Vorsitzender der Dekra-Geschäftsführung, in Leipzig. So wurden im Kopf-, Becken- und Brustbereich der Dummys höhere Beschleunigungswerte gemessen als im Vergleichsfahrzeug mit konventionellem Benzinantrieb. Im Brustbereich seien dadurch „schwerste bis tödliche Verletzungen“ zu erwarten.

Dagegen konnte der Test die Sicherheit der Komponenten des Erdgasantriebs laut Dekra bestätigen. Tank und Leitungen der nachgerüsteten Erdgasanlage hätten beim Crash dichtgehalten, so dass keine Explosionsgefahr bestanden habe. Bei dem Test war bei einem umgerüsteten Opel Vectra Kombi, der über drei auf dem Laderaumboden im Heck montierte Erdgastanks verfügte, ein schwerer Heckaufprall simuliert worden. Dabei wurde ein 1,8 Tonnen schwerer Stoßwagen mit 48 Stundenkilometer (km/h) gegen das Heck des stehenden PKW gefahren. Der nach US-Norm durchgeführte Crash entspricht laut Dekra einem schweren Heckaufprall durch einen Geländewagen oder Kleinlaster.

Zur Verbesserung der Insassensicherheit bei nachgerüsteten Erdgasfahrzeugen fordern die Sachverständigen eine verbesserte Einbaulage der Gasflaschen. Dabei müsse das veränderte Deformationsverhalten bei schweren Unfällen berücksichtigt werden. Als Alternative komme etwa ein größerer Abstand von Tank und Rücksitzlehne in Frage und gleichzeitig eine den Anprall dämpfende Trennplatte aus einem geeigneten Material. Außerdem sollten Umrüstungen nur von zertifizierten Fachbetrieben vorgenommen werden.

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