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03.02.2005

11:30 Uhr

Test + Technik

Der BMW 3er wird 30

Er ist eine Art Golf der Besserverdienenden: Wer mit einem 3er von BMW vorfährt, macht klar, dass er nicht beim Discounter einkaufen muss und gern flott unterwegs ist.

BMW 3er

Der 320 hatte sogar Doppelscheinwerfer. (Bild: BMW/dpa/gms)

dpa/gms MÜNCHEN. Dieses Image begleitet die Baureihe seit drei Jahrzehnten. Schon der erste 3er rollte 1975 mit diesen Werten an - auch wenn es BMW-Enthusiasten gab, im Hinblick auf sein sportliches Vermögen ihre Zweifel hatten.

Anfang der Siebziger gab es für sportliche Fahrer mit ordentlich gefülltem Geldbeutel vor allem eine Überlegung: ob es ein Alfa Romeo Giulia oder ein 02 von BMW sein soll.

Als der 3er im Juli 1975 erschien, konnte er einiges besser als der 02, aber nicht alles. So kamen die aus dem Vorgänger bekannten Vierzylinder zum Einsatz. Doch daran hing weit mehr Masse. Laut BMW hatte ein 1 600 ti von 1967 mit 105 PS nur 960 Kilo Wagengewicht zu transportieren. Der hubraumstärkere 320 der neue 3er-Reihe leistete 109 PS, schleppte allerdings gut 100 Kilogramm mehr mit sich herum.

Während Leistungshungrige etwas enttäuscht waren, genossen normale Fahrer ein neues BMW-Gefühl, denn der 3er bot schlicht mehr Auto. Vermissten Fans des Vorgängers dessen Fahrwerkshärte, freuten sich andere darüber, dass man nun mit mehr Komfort flott fahren konnte. Im Inneren hatte das lange Zeit typische BMW-Cockpit Einzug gehalten, dessen Mittelkonsole zum Fahrer hin geneigt war.

Die 3er-Käufer wurden zur Zwei-Klassen-Gesellschaft: Ein Blick genügte, um zu sehen, wer „nur“ einen 316 oder 318 fuhr, und wer sich sich die Top-Versionen 320 und 320i leisten konnte. Die kleineren Versionen beschränkten sich vorne wie der 02 auf zwei große Rundscheinwerfer im schwarzen Kühlergrill. Der 320 bekam dagegen das Statussymbol der größeren Modelle von BMW: die Doppelscheinwerfer.

Überhaupt waren es die Leuchten, deren Design am häufigsten Kritik erntete. Galt der Rest der Karosse als gelungen, schieden sich zum einen an der Frontpartie der kleineren Modelle die Geschmäcker. Vor allem aber wurde über die Heckpartie genörgelt. Mit schmalen, von glattem Blech umgebenen Heckleuchten, wirkte sie recht nichtssagend.

BMW nahm sich dies zu Herzen und schuf ein neues Heck: Ab Anfang 1976 hatte der 3er eine schwarze Kunststoffblende zwischen den Rückleuchten. Nach zwei Jahren wurden auch jene Fans erhört, die mehr PS wollten. 1977 bekam der 3er Sechszylinder-Motoren. Neben dem eher komfortabel ausgerichteten 320 mit sechs Zylindern kam auch der 323i. Wer damit unterwegs war, konnte auf 143 PS vertrauen und hing bei bis zu 190 Stundenkilometern wohl kaum noch Erinnerungen an alte 02 nach.

Etwas später zeigte BMW, dass sich die 3er-Reihe auch in eine ganz andere Richtung entwickeln kann: 1981 rundete man die Modellpalette mit dem 315 nach unten ab - dessen 1,6 Liter Motor leistete 75 PS. Abgesehen von den neuen Varianten wurde der 3er in der E21 genannten ersten Baureihe über die Jahre aber nur geringfügig verändert.

Im Jahr 1980 ging BMW vom Prinzip ab, dass die Modellbezeichnung ein deutlicher Hinweis auf den Motor ist. Fortan war der 316 kein 3er mit 1,6 Litern Hubraum mehr. Vielmehr gab es wie im 318 ebenfalls 1,8 Liter Hubraum - nur dass eine Einspritzanlage den 318 nun zum 318i machte.

1982 wurden gebrauchte Ur-3er günstiger - nach der Einführung der E30 genannten zweiten Generation. Verziert mit Leichtmetallrädern und Spoilern parkten sie daraufhin vor Dorf-Discos. Der kleine 315 wurde noch ein gutes Jahr weitergebaut. An den 02 dachte zu dieser Zeit kaum mehr jemand. Mit fast 1,4 Mill. verkauften Exemplaren hatte der erste 3er auch die Produktionszahlen des Vorfahren übertroffen.

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