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24.07.2016

12:31 Uhr

Der Ford S-Max als Gebrauchter

Nicht ganz auf der Höhe

Quelle:dpa

Auf dem Prüfstand für die TÜV-Plakette schneidet er gut ab, der familienfreundliche Van, der 2006 auf den Markt kam. Er biete viel Raum und sei gut verarbeitet, meint der ADAC, er leide aber auch an zu vielen Mängeln.

Das sportliche Blechkleid kann beim Ford S-Max nicht über seine hohe Pannenquote hinwegtäuschen. PR

Verletzungsanfälliger Pseudosportler:

Das sportliche Blechkleid kann beim Ford S-Max nicht über seine hohe Pannenquote hinwegtäuschen.

Der Ford S-Max 2006 ist schnittig gezeichnet, viele würden es gefällig nennen. Das gelingt bei einem Van nicht immer. Doch mit Blick auf die ADAC-Pannenstatistik zeigt er sich als ein eher unzuverlässiges Auto. „Noch nicht ganz auf der Höhe”: So überschreibt der Autoclub das Kapitel S-Max in seiner Reihe „ADAC Gebrauchtwagentest”.

Das Auto biete zwar viel Raum und sei gut verarbeitet, leide aber immer noch an zu vielen Mängeln. In der aktuellen ADAC-Pannenstatistik zeige sich für den S-Max ein eher negatives Bild, urteilt der Club. Das Modell weise eine hohe Pannenquote auf, die erst ab der Erstzulassung 2011 etwas geringer werde, aber immer noch unterdurchschnittlich bleibe.

Als Schwerpunkte nennt der ADAC verstopfte Dieselpartikelfilter für die Baujahre 2011 bis 2014, elektrische Fehler im Motormanagement (2008 bis 2014) und defekte Kraftstoffpumpen (2007 bis 2010). Unter anderem auch streikende Luftmassenmesser machten Probleme bei von 2012 und 2013 gefertigten Autos sowie defekte Wegfahrsperren (2007 bis 2013).

Anhaltende Probleme mit Ventilen der Bremskraftunterstützung führten zu zwei Rückrufen in den Jahren 2008 und 2009. Betroffen waren insgesamt rund 35.000 Fahrzeuge.

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Das Abschneiden bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) würde nicht auf die Pannenanfälligkeit hindeuten. Denn auf dem Prüfstand schneidet er vergleichsweise gut ab, wie der „TÜV Report 2016” festhält. Einige Bauteile sollte man dennoch unter die Lupe nehmen: Lenkung, Spurstangenköpfe und Achsaufhängung fallen recht häufig negativ auf. Auch die Heckleuchten haben Aussetzer. Die Bremsen kommen dagegen insgesamt gut weg, wobei man die Scheiben auch bei jungen Modellen checken sollte.

Das Kapitel S-Max begann Ford 2006. Das Modell mit den regulär fünf Einzelsitzen ist der zweitgrößte Van im Portfolio, unter ihm rangieren der C-Max und der B-Max sowie dessen Vorgänger, der Fusion. Der optionale Siebensitzer ist knapp 4,80 Meter lang und basiert auf dem Mittelklassemodell Mondeo.

Im Frühjahr 2010 verabreichte Ford dem Van eine Modellpflege, die vor allem Designänderungen an Front und Heck brachte. Die Motoren wurden auf die Abgasnorm Euro 5 getrimmt. Seit Ende 2015 ist die zweite, nochmals dynamischer gezeichnete zweite Modellgeneration im Verkauf.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Unter der kurzen Vanhaube arbeiten Vierzylinder-Benziner mit 107 kW/145 PS bis 176 kW/240 PS. Ein zwischen 2006 und 2010 angebotener Fünfzylinder bringt es auf eine Leistung von 162 kW/220 PS. Zwischen 2008 und 2012 war auch eine Flexifuel-Version im Verkauf, die mit Ethanol betrieben werden kann. Die Dieselaggregate der ersten Generation kommen auf 85 kW/115 PS bis 147 kW/200 PS. Meistverkaufter Motor ist der Diesel mit 103 kW/140 PS.

Wer einen solchermaßen bestückten Van etwa von 2012 sucht, kann zu Preisen von durchschnittlich 17 750 Euro für die Ausführung 2.0 TDCi DPF Automatik Titanium X fündig werden. Als typische Laufleistung für so ein Auto gibt die Schwacke-Liste 85 200 Kilometer an.

Mit noch 10 600 Euro wird der S-Max 2.0 Flexifuel Trend mit 107 kW/145 PS von 2010 geführt (88 800 Kilometer). Wer einen recht jungen Benziner sucht, sollte zum Beispiel beim 1.6 EcoBoost Start Stopp System Titanium X von 2014 mit 118 kW/160 PS um die 22 550 Euro kalkulieren. Schwacke nennt eine typische Laufleistung von 38 700 Kilometern.

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