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19.03.2016

12:42 Uhr

Der Honda Jazz als Gebrauchter

Praktisch und gut

Quelle:dpa

Mit seiner versenkbaren Rückbank gilt der Japaner als eines der einfallsreichsten Autos seiner Klasse. Auch technisch ist der Jazz recht beständig. Im Grunde gibt es nur eine Sache, die oft Sorgen macht.

Der Honda Jazz fällt bei der Hauptuntersuchung kaum negativ auf. dpa

Ein Muster an Haltbarkeit

Der Honda Jazz fällt bei der Hauptuntersuchung kaum negativ auf.

Wirft man einen Blick auf den ersten Honda Jazz aus den 80ern, würde man auf eine Idee nie kommen: dass aus dem kleinen Zweitürer im Laufe der Zeit mal ein praktischer Van werden würde. Aber das ist der mit unter vier Metern noch immer als ein Kleinwagen durchgehende Jazz heute.

Neben dem Ladevolumen gilt der Japaner vor allem wegen der versenkbaren Rückbank als eines der einfallsreichsten Autos seiner Klasse. Auch hinsichtlich technischer Beständigkeit ist der Jazz recht vorbildlich - im Grunde gibt es nur eine Sache, die überdurchschnittlich oft Sorgen macht.

Und das ist die Bremsanlage. Schon bei der ersten Kfz-Hauptuntersuchung (HU) fällt die ab 2008 gebaute Generation des Jazz häufiger mit verschlissenen Bremsscheiben auf als andere Autos der Klasse. Das berichtet der „TÜV-Report 2016”. Hier und da brennt noch mal eine Glühbirne durch, das war es dann aber auch schon fast. Das Fahrwerk und die Lenkung wertet der Report als „Muster der Haltbarkeit”.

Auch in der aktuellen Pannenstatistik des ADAC schneidet der Jazz relativ gut ab. „Nur in den Erstzulassungsjahren 2008 bis 2011 gab es viele Ausfälle wegen Batterieentladung”, notiert der Club. Als weitere Pannenschwerpunkte werden genannt: dauerhaft brennende Innenbeleuchtung bei Fahrzeugen, die von 2008 bis 2013 gebaut wurden und Defekte am Abblendlicht- und Fernlicht der Baujahre 2005, 2008 und 2012.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Seit 2009 gab es vier Rückrufe. Zuletzt im April 2013, als der Jazz wegen Problemen mit dem Beifahrerairbag nachgebessert wurde. Ein halbes Jahr zuvor wurde ein Softwarefehler im Getriebesteuergerät festgestellt. Dadurch fuhr das Auto unter Umständen plötzlich rückwärts.

Ein Modell namens Jazz legte Honda erstmals in den 1980er-Jahren auf, den besagten Zweitürer. Zwischen 1986 und 2001 machte der Hersteller eine Pause, dann kam der Jazz GD auf den Markt, danach war zwischen 2008 und 2014 der GE bei den Händlern, wie sein Vorgänger ein Fahrzeug mit van-artigem Aufbau und ausschließlich vier Türen, wenn auch deutlich schnittiger.

Das Facelift von 2011 brachte Retuschen an Front und Heck und als neue Motorvariante eine Hybridversion, bei der dem 88-PS-Benziner eine E-Maschine von 14 PS unterstützend zur Seite gestellt wurde - damals ein Novum im B-Segment.

Ansonsten ist die Vielfalt an Motoren bescheiden. Wie so oft bei Kleinwagen wurde auch der Honda Jazz GE nicht als Diesel angeboten. Als Benziner wurden ein 66 kW/90 PS leistender 1,2-Liter und ein 1,3-Liter mit 73 kW/100 PS aufgelegt, die mit einem Fünfgang-Handschalter ausgeliefert wurde. Den Hybrid-Jazz gab es auch mit stufenlosem CVT-Getriebe.

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Der Honda Jazz ist ein fast ideales Alltagsauto für Fahrer mit Kind und Kegel. Die teure Hybridversion erzieht sogar spielerisch zum Spritsparen. Leider macht ihr Motor allzu schnell einen sehr gequälten Eindruck.

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist ein Honda Jazz der zwischen 2008 und 2014 gebauten Generation GE ab 5250 Euro zu haben. Durchschnittlich zu diesem Preis wird ein Jazz 1.2 i-VTEC mit 66 kW/90 PS von 2008 laut Schwacke-Liste gehandelt. Typischerweise hat das Auto in diesem Alter rund 85.000 Kilometer hinter sich.

Noch mit 11 650 Euro muss laut Schwacke planen, wer es auf einen 1.4 i-VTEC Comfort Plus von 2013 mit 73 kW/100 PS abgesehen hat (25.000 Kilometer). Ein Hybrid listet Schwacke mit mindestens 10.200 Euro. Zu diesem Preis sollte ein Jazz DSi i-VTEC IMA CVT Comfort vom Baujahr 2011 aufzutreiben sein - bei einer Laufleistung von um die 49.000 Kilometer.

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