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25.07.2011

10:26 Uhr

Deutlich mehr Forschung für Elektroautos

Deutsche holen Patent-Rückstand auf

Die Elektroautobranche in Deutschland verzeichnet für 2011 ein kräftiges Plus. Die deutsche Autoindustrie sollte sich trotzdem vor der Konkurrenz aus Asien in Acht nehmen.

Die Zahl der Schutzrechte für Elektroautos der deutschen Autobauer hat sich in den letzten fünf Jahren mehr als verdreifacht. Quelle: dapd

Die Zahl der Schutzrechte für Elektroautos der deutschen Autobauer hat sich in den letzten fünf Jahren mehr als verdreifacht.

Während des jüngsten Aufschwungs haben die deutschen Fahrzeughersteller die Forschung an elektrischen Antrieben verstärkt. "Ein deutlich zunehmender Anteil der Patentanmeldungen wird im Bereich Elektro-, Hybrid- und Brennstoffzellentechnologie eingereicht", sagt Jens Christian Koch, Patentanwalt der Kanzlei Grünecker in München. Seine Recherchen ergaben, dass die fünf Hersteller Audi, BMW, Daimler, Porsche und Volkswagen 2010 weltweit zusammen 129 neue Schutzrechte in unmittelbarem Zusammenhang mit Elektromotoren oder -fahrzeugen veröffentlicht haben. Im Vergleich zu 2006 entspricht das einem Zuwachs von rund 130 Prozent.

Für dieses Jahr erwartet Koch erneut ein deutliches Plus auf 172 veröffentlichte Schutzrechte. Damit machen die Patente auf alternative Antriebstechnik zwar noch immer einen Bruchteil der Gesamtanmeldungen aus - diese werden 2011 laut Prognose bei über 8.000 liegen. "Allerdings ist das Wachstum hier deutlich langsamer", sagt Koch. Insgesamt hat die deutsche Autobranche den Rückgang bei Innovationen in der Elektromobilität aus dem Krisenjahr 2009 aufgeholt. Damals sank die Zahl der entsprechenden Patentanmeldungen um 40 Prozent, während sich die Gesamtzahl der Einreichungen erhöhte.

Die Trendwende hält Koch für dringend nötig, um international nicht den Anschluss zu verpassen. "Gerade asiatische Unternehmen legen hier stark zu." Koch hat auch die breiter gefasste Kategorie "Elektroantriebe" der Statistik des Europäischen Patentamts untersucht. Zwar umfasst diese Rubrik auch Techniken, die in der Produktion von Industriebetrieben oder bei Haushaltsgeräten zum Einsatz kommen - an der Spitze liegen die Unternehmen Siemens, Philips und ABB.

Allerdings sind mit den japanischen Unternehmen Toyota (Platz 9) und Honda (Platz 20) zwei reine Autohersteller in der Rangliste vertreten. "Das spiegelt den großen Einsatz der beiden Anbieter für alternative Mobilität", sagt Koch. "Toyota hat die Hybridtechnik schon vor Jahren eingeführt, Honda ist damit in Amerika stark." Deutsche Autobauer dagegen tauchen unter den Top-25 nicht auf.

Von

Thomas Mersch

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