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23.01.2007

16:17 Uhr

Drei Autos sind bereits bestellt

Spanische Fliege

VonStefan Wimmer

Aus Spanien kommen ja eigentlich keine Autos. "Doch, Seat!", werden jetzt einige Besitzer empört aufschreien. Aber Seat hat jahrelang italienische Autos in Lizenz nachgebaut, die höchstens als Pizzataxi Furore machten. Und heute steckt in einem Seat mehr deutsche Technik als in einem Vollkornbrot.

Zahlungskräftige Käufer erwerben mit dem spanischen Tramontana ein äußerst seltenes Exemplar. Ab 610.000 Euro. Foto: Hersteller

Zahlungskräftige Käufer erwerben mit dem spanischen Tramontana ein äußerst seltenes Exemplar. Ab 610.000 Euro. Foto: Hersteller

Das war aber nun nicht immer so. Das Unternehmen Hispano Suiza baute Anfang des vorigen Jahrhunderts in Barcelona Autos mit gewaltigen Triebwerken. Der dickste Wagen hatte einen Zwölfzylindermotor mit unglaublichen zwölf Litern Hubraum. Später wurde Hispano Suiza zur Nischenmarke Pegaso, von der kaum jemals 100 Stück verkauft wurden.

Ob Tramontana überhaupt je so viele produzieren wird, ist fraglich. Drei Autos sind bestellt und sollen in der kleinen Manufaktur an der Costa Brava bis zum Ende des Jahres von Hand zusammengeschraubt werden. Aber was heißt eigentlich Auto - der Tramontana wirkt, als habe ein Formel-1-Wagen sich zu einem Eurofighter in die Wartungshalle geschlichen, und beide hätten dort hingebungsvolle Stunden zugebracht, bis Kondenswasser die Scheiben heruntertroff. Und wären an den Flanken des Flitzers statt der kastigen Lufteinlässe kleine Tragflächen montiert, könnte der Tramontana sicher ein kleines Stück fliegen - die nötige Kraft dazu hätte er mit einem überarbeiteten V12-Mercedes-Motor und 720 PS.

Behutsam soll die Produktion in den kommenden Jahren auf eine "Großserie" von zwölf Stück im Jahr hochgeschraubt werden. Den Mix aus Carbon, Edelstahl, Leder, Edelholz, Titan, Platin und Gold bestimmt der zahlungskräftige Käufer selbst; auch die Bestuhlung. 610 000 Euro müssen für den Wagen hingeblättert werden, mindestens.

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