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29.01.2013

11:35 Uhr

Drei neue Motorenfamilien

Technik-Offensive bei Opel

Quelle:MID

Krise? Welche Krise? Opels Entwickler bringen allein in diesem Jahr drei neue Motorenbaureihen an den Start. Darunter neue Diesel mit 1,6 Litern Hubraum, die bereits die Euro 6 Abgasnormen erfüllen.

Für das viersitzige Cabrio Opel Cascada ist der neuentwickelte 1,6-Liter-Dieselmotor bereits bestellbar. PR

Für das viersitzige Cabrio Opel Cascada ist der neuentwickelte 1,6-Liter-Dieselmotor bereits bestellbar.

RüsselsheimOpel setzt einen Schwerpunkt für dieses Jahr bei der Erneuerung seines Motorenprogramms. Nicht weniger als drei komplett neu entwickelte Motoren-Familien gehen an den Verkaufsstart, beziehungsweise sind schon bestellbar. Grundsätzlich bestimmte das Zauberwort "Downsizing" auch die Entwicklungsarbeit der neuen Antriebe. Darunter verstehen die Entwickler die Reduzierung von Hubraum und/ oder Zylindern. Je kleiner der Hubraum, desto geringer die innere Reibung, die prinzipiell Leistung und damit Kraftstoff kostet. Der komplett neu entwickelte 1,6-Liter Diesel ersetzt die aktuellen Selbstzünder mit 1,7 Litern Hubraum beziehungsweise die leistungsschwächeren Versionen des Zweiliter-Vierzylinders.

Schadstoffnormen: Was bedeutet Euro 5 und Euro 6?

Euro 5

Autos stoßen bei laufendem Motor giftige und klimaschädliche Stoffe aus. Deshalb hat der Gesetzgeber Grenzwerte für Kohlenmonoxid (CO), Stickoxide (NOX), Kohlenwasserstoffe (HC) und Rußpartikel (PM) festgelegt. Seit September 2009 müssen Hersteller bei der Entwicklung neuer Autos die Abgasnorm Euro 5 einhalten. Seit Januar 2011 müssen auch alle neu zugelassenen Wagen Euro 5 erfüllen. Benziner dürfen zum Beispiel maximal ein Gramm CO pro Kilometer ausstoßen, Diesel nur die Hälfte. Der Grenzwert für Rußpartikel beim Diesel liegt bei fünf Milligramm je Kilometer, die Euro-4-Norm hatte noch das Fünffache zugelassen.

Euro 6

Anfang September 2011 wird als Zwischenschritt die Rußmenge, die ein Auto ausstoßen darf, weiter reduziert - auf 4,5 Milligramm. Am 1. September 2014 folgt dann die Euro-6-Norm - zunächst wieder erst einmal nur für die Hersteller bei der Entwicklung. Ab September 2015 müssen dann auch alle neu zugelassenen Autos Euro 6 erfüllen. Diese Norm betrifft erster Linie Diesel: Der Grenzwert für Stickoxide, die neue Fahrzeugtypen mit Selbstzündern ausstoßen dürfen, wird auf weniger als die Hälfte des derzeitig gültigen Werts gesenkt - nämlich von 180 Milligramm pro Kilometer (Euro 5) auf 80 Milligramm (Euro 6).

Der Leichtmetallmotor mit 1,6 Litern Hubraum trägt die wichtigen Komponenten bereits in seiner Bezeichnung: "CDTI" (Common-Rail Diesel Turbo Injection). Die Kraftstoffversorgung erfolgt durch eine gemeinsame Hochdruckleitung für alle vier Zylinder (Common Rail), die Einspritzdrücke von bis zu rund 2 000 Bar ermöglicht. Das entspricht dem Gewicht eines komplett ausgestatteten und beladenen Zafiras auf der Fläche einer Standard-Briefmarke. Die hohen Einspritzdrücke ermöglichen ein optimales Zerstäuben des Kraftstoffs während des Einspritzvorgangs. Das unterstützt eine saubere Verbrennung mit geringerer Schadstoffbelastung und reduzierter Rußbildung.

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Bei der Entwicklung des Selbstzünders hatten die Ingenieure die Latte hoch gelegt. Das Lastenheft forderte beste Klassenwerte bei Geräuschentwicklung und Vibrationsarmut, dazu hohe Ausbeute bei Leistung und Drehmoment bei geringem Kraftstoffbedarf. Mit einer Basisleistung von 100 kW/ 136 PS und einem maximalen Drehmoment von 320 Newtonmetern tritt der neue Motor an. Um den Einsatz in möglichst vielen Baureihen zu ermöglichen, sind zahlreiche verschiedene Leistungsstufen in Vorbereitung. Die maximale Leistungsausbeute wird bei 125 kW/175 PS liegen. Gegenüber dem Zweiliter mit vergleichbarer Leistung gibt der Hersteller die Kraftstoffeinsparung beim neuen Triebwerk mit rund zehn Prozent an.

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Der neue Selbstzünder erfüllt bereits jetzt die Abgasnorm Euro 6, die ab September 2014 für alle neuen Pkw verbindlich ist. Die Euro-6-Norm senkt bei Dieselmotoren die Emissionen von Stickstoffoxiden im Vergleich zu Euro 5 noch einmal um 50 Prozent auf maximal 80 Milligramm pro Kilometer. Bei den Partikelemmissionen definiert Euro 6 die Obergrenze bei 4,5 Milligramm pro Kilometer.

Der neue Diesel ist eine komplette Neuentwicklung, einschließlich der Motorsteuerung. Die Entwicklungsarbeit teilten sich die Antriebsspezialisten des Konzerns in Rüsselsheim, Turin und in den USA. Die Produktion der Motoren beginnt im Frühjahr im ungarischen Werk Szentgotthárd.

Für Baureihen wie den Zafira oder das viersitzige Cabriolet Cascada kann der neue Diesel bereits bestellt werden. Wer ein Fahrzeug mit dem Euro-6-Motor noch in diesem Jahr zulässt, darf sich über einen Bonus bei der Kfz-Steuer in Höhe von 150 Euro freuen.

Zum Jahresanfang hat die ungarische Motorenproduktion bereits die Fertigung für die zweite neue Motorengeneration aufgenommen. Die neue Familie von Benzinmotoren hatte Opel erstmals im Oktober 2012 im Rahmen des 21. Aachener Kolloqiums "Fahrzeug und Motorentechnik" vorgestellt. Der Benzin-Direkteinspritzer "SIDI" (Spark Ignition Direct Injection) mit 1,6 Litern Hubraum tritt vorerst in zwei Leistungsstufen an: als sogenannter "Eco Turbo" mit 125 kW/170 PS sowie als "Performance Turbo" mit 147 kW/200 PS. Der Vierzylinder ist der erste seiner Klasse, der über zwei Ausgleichswellen für eine verbessere Laufruhe verfügt.

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Gegenüber den Vorgängermotoren bieten die Turbos ein um bis zu 33 Prozent gesteigertes Drehmoment von 280 Newtonmetern, beziehungsweise 300 Newtonmetern. Die Reduzierung beim Kraftstoffverbrauch und beim CO2-Ausstoß beziffert Opel mit bis zu 13 Prozent. Das neue Triebwerk kommt ab 2013 bei den Modellen Astra, Zafira und Cascada zum Einsatz.

Als dritte Motoren-Familie bringen die Rüsselsheimer im Verlauf des Jahres noch einen kleinen Benziner, der unter anderem beim Adam zum Einsatz kommen wird. In Punkto technischer Einzelheiten des kleinen Direkteinspritzers wollen die Rüsselsheimer noch ein wenig warten.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

31.01.2013, 08:56 Uhr

Da werden Dinge zusammengebaut, die grundsätzlich diametral sind: Kleine Motoren haben naturgemäß kleinere Bauteile, mit weniger Materialstärke. Irgendwo muß aber die Leistung ja herkommen, um die sehr schweren Autos zu bewegen, also bläst man sie mit Turbo auf. Bauteile von Turbomotoren MÜSSSEN aber stabiler sein, einmal aus thermischen Gründen und zum anderen wegen höherer mechanischer Belastung. Das hat man schon in der Baureihe Mercedes W123 von ca. 1980 gesehen - der 300er Turbodieselmotor hat wenig mit dem 300er Sauger zu tun, obwohl es prinzipiell der gleiche Motor ist. Entsprechend kann das Ergebnis nur lauten: Entweder man verbaut sehr viel hochwertigere Einzelteile, was diese sehr viel teurer macht oder man nimmt es in Kauf, daß so eine kleiner aufgeblasener Motor eben nur eine gewisse Lebensdauer hat - was ich angesichts der "geplanten Osoleszenz" für wahrscheinlicher halte. Der einfachere Weg wäre, wieder Autos zu bauen, die eben nicht so viel Firlefanz drin haben und die aufgrund der Einfachheit wenig wiegen - und damit auch wenig verbrauchen. Gewicht ist - unabhängig von der Effizienz des Motors IMMER ein Verbrauchsfaktor, bei JEDEM Beschleunigungsvorgang. Aber offenbar will die Kundschaft solche Autos. Ich nicht. Und deshalb kaufe ich auch keins.

Haustechniker

31.01.2013, 09:50 Uhr

Das ein Astra heute 100 - 200 KG zu schwer ist steht glaube ich außer Frage. Auch denken die Hersteller das der Kunde alles mögliche haben will was neu an Assistenzsystemen erfunden wurde, was ich immer noch bezweifele.
Toll wäre ein Auto bei dem ich noch selber fahren kann.

Zum Verbrauch und zur Haltbarkeit eines Motors, kann ich nur sagen: geht vernünftig mit dem Material um, dann passiert auch nichts. Es hat jeder selber in der Hand ob der Motor 6 Wochen oder 15 Jahre hält.
Ich bin schon sehr gespannt auf die neuen Motoren, die Daten versprechen recht viel.

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