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15.02.2012

08:22 Uhr

Ducati 1199 Panigale

Italo-Urgewalt mit Wespentaille

Quelle:MID

Mit der 1199 Panigale verschiebt Ducati die Maßstäbe im Supersport-Segment für die Straße: Die höchste Leistung aus zwei Zylindern, konsequentester Leichtbau und ein noch nie dagewesenes Elektronik-Paket.

Erste große Fahrpräsentation der Ducati 1199 S für die Presse in Abu Dhabi: Ein feines Motorrad steckt da unter dem Plastikmantel. MID

Erste große Fahrpräsentation der Ducati 1199 S für die Presse in Abu Dhabi: Ein feines Motorrad steckt da unter dem Plastikmantel.

Abu DhabiSie war der unbestrittene Star der Mailänder Motorradmesse EICMA, und selten wurde ein Motorrad mit so viel Spannung erwartet – die Rede ist von der Ducati 1199 Panigale, die dem italienischen Traditionsunternehmen den Aufbruch in ein neues Zeitalter ermöglichen soll. Die 1199 - nach dem Heimatviertel Ducatis in Bologna, Borgo Panigale, benannt - ist auf den ersten Blick eindeutig als Ducati auszumachen, und doch ist hier nichts mehr so wie es war.

Bei der EICMA in Bologna wurde die Ducati zum schönsten Bike der Motorradmesse gewählt. PR

Bei der EICMA in Bologna wurde die Ducati zum schönsten Bike der Motorradmesse gewählt.

In der neuen, extrem schlanken Verkleidung steckt rundum LED-Technik, durch die Verlegung der Schalldämpfer vor das Hinterrad leuchten im Heck Dioden, wo früher die Endtöpfe herauslugten. Für Traditionalisten schwer verdaulich ist die Abkehr vom charakteristischen Gitterrohrrahmen; das Chassis besteht aus einem Leichtmetall-Monocoque-Rahmen vorn sowie einem Hilfsrahmen hinten, die von der neuen Kraftquelle mittragend verbunden werden.

Dieser Antrieb ist immerhin in der Grundkonfiguration gleich geblieben: Der neue, „Supersquadro“ genannte Motor ist ein 90-Grad-V-Motor mit desmodromischer, also zwangsbetätigten Ventilsteuerung – wie von Ducati gewohnt. Doch damit haben sich die Ähnlichkeiten schon erschöpft: Erstmals treibt eine Zahnkette samt Zwischenzahnrad statt Zahnriemen die Nockenwellen an, riesige 112 Millimeter große Kolben rasen lediglich 60,8 Millimeter in den Laufbuchsen auf und ab und bescheren ein überquadratisches (= supersquadro) Hub-Bohrungsverhältnis.

Zahllose technische Kniffe machen den neuen Antrieb gleichzeitig leicht und so stark wie noch nie: Aus 1 198 ccm Hubraum erlöst der V-Zwo mit 143 kW/195 PS die höchste Leistung eines Serien-Zweizylinders überhaupt. Diese wird wahlweise in den Fahrmodi "Race", "Sport" (mit sanfterer Gasannahme) und "Wet" (zusätzliche Reduzierung auf 120 PS) abgegeben. Dazu gibt’s die bekannt gute achtfach einstellbare Traktionskontrolle und einen Schaltautomaten serienmäßig, mit dem sich ohne Kuppeln bei Vollgas hochschalten lässt.

Trotz ihrer Urgewalt ist die Duc eine sehr grazile Erscheinung. MID

Trotz ihrer Urgewalt ist die Duc eine sehr grazile Erscheinung.

Beim Aufsitzen macht die Panigale mit ihrer extremen Wespentaille und der Vorderrad-orientierten Gewichtsverteilung von 52 Prozent zu 48 Prozent einen erstaunlich filigranen Eindruck. Dazu bietet die überarbeitete Ergonomie mit höherem wie breiterem Lenker und weiter vorn platziertem Fahrer für Ducati-Verhältnisse sogar so etwas wie Komfort. Nach dem Druck auf den Anlasser brüllt die Panigale vehement und voll aus den beiden Schalldämpfern unterm Motor und macht jedem klar, worum es hier geht – Supersport in seiner reinsten Definition.

Die Duc ist der stärkste Zweizylinder am Markt. MID

Die Duc ist der stärkste Zweizylinder am Markt.

Verzögerungsfrei reagiert das elektronisch per Ride-by-Wire an den Gasgriff gekoppelte Triebwerk auf jede Handgelenksbewegung, kommt ordentlich, aber nicht überwältigend aus dem Drehzahlkeller. Subjektiv liegt die Panigale hier nicht über der Vorgängerin, der 25 PS schwächeren 1198. Doch ab 7 000 Umdrehungen rast die Balkenanzeige im TFT-Cockpit in Richtung Begrenzer bei 11.500 Touren, rund um die Anzeige beginnt ein Wetterleuchten in Form des heftiger werdenden Schaltblitzes und die Panigale katapultiert sich samt Fahrer geradewegs vorwärts – so vehement hat noch kein Zweizylinder ab der Mitte zugelegt.

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