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11.02.2014

16:29 Uhr

Ducati Monster 1200S

Ganz schön monströs

VonUlf Böhringer
Quelle:Spotpress

Die neue Ducati Monster 1200S ist 45 Prozent stärker und 100 Prozent komfortabler als das Vorgängermodell. Zudem gehört sie zu den schönsten Motorrädern auf dem Markt. Zu kritisieren gibt es aber doch etwas.

Ducati Monster 1200S Ducati

Ducati Monster 1200S

Wer Stanley Kubricks Film „Clockwork Orange“ nicht vergessen hat, kennt Gioachino Rossini Ouvertüre zur Oper „La gazza ladra“ alias „Die diebische Elster“. Genau diese Musik und nicht etwa Heavy Metall setzt Ducati ein, um filmisch auf sein neuestes Produkt aufmerksam zu machen. Aber es ist nicht das einzige Wagnis, das Ducati mit der Monster 1200S Monster eingeht.

21 Jahre lang gibt es die Ducati Monster bereits. 1992 auf der IFMA in Köln wurde das kompakte Nakedbike als Version M900 mit einer Leistung von 67 PS erstmals präsentiert; die Monster sollte im Lauf der Jahre zum modellpolitischen und wirtschaftlichen Rückgrat des italienischen Sportmotorradherstellers werden. In 17 Motor- und Ausstattungsversionen mit Leistungen zwischen 51 und 130 PS wurden seit 1993 mehr als 275.000 Stück weltweit abgesetzt. Nun geht die zweite Monster-Generation an den Start; sie ist von Grund auf neu entwickelt worden.

Rhythmisches Gasgeben und das daraus resultierende Grollen aus der Zwei-in-eins-in-zwei-Abgasanlage ruft kurz Rossinis „La gazza ledra“ in Erinnerung, dann gibt’s nur noch einen Gedanken: Fahren. Auf Anhieb macht die neue Monster das, was sie soll: Spaß. Leicht und präzise lassen sich die sechs Gänge wechseln, ein wesentlicher Fortschritt zum Vormodell 1100 EVO.

Breit ist das nutzbare Drehzahlband: Zwischen etwa 2.500 und gut 9.000 Umdrehungen steht praktisch jederzeit Leistung im Überfluss bereit. Schon ab 3.500/min. wächst das zur Verfügung stehende Drehmoment über den Maximalwert des luftgekühlten Vorgängermotors hinaus.

Die neue Ducati Monster 1200S ist 45 Prozent stärker und 100 Prozent komfortabler als das Vorgängermodell geworden. Ducati

Die neue Ducati Monster 1200S ist 45 Prozent stärker als das Vorgängermodell

Die enorme (Mehr-) Leistung resultiert aus der Verwendung des für das Superbike entwickelten, wassergekühlten Testastretta-Motors mit 1.198 Kubikzentimetern Hubraum. Natürlich wurde er für die Monster, wie auch schon bisher in den Modellen Multistrada und Diavel, deutlich verändert. Weitaus mehr Durchzugskraft im unteren und mittleren Drehzahlbereich sind auf Land- und Bergstraßen ein absolutes Muss, das Wettrennen um absolute Spitzenleistung – hier tun sich momentan KTM und BMW mit 180 bzw. 160 PS besonders hervor – hat Ducati nicht aufgenommen.

Dass ausgerechnet „die Roten“ aus Bologna, Inbegriff des Sportmotorradbaus, sich von KTM und BMW leistungsmäßig in den Schatten stellen lassen, wird nicht jedem gefallen – und möglicherweise manchen potenziellen Kunden zu den Händlern der Wettbewerbsmarken ziehen lassen.

Die enorme (Mehr-) Leistung resultiert aus der Verwendung des für das Superbike entwickelten, wassergekühlten Testastretta-Motors mit 1.198 Kubikzentimetern Hubraum. Ducati

Die enorme (Mehr-) Leistung resultiert aus der Verwendung des für das Superbike entwickelten, wassergekühlten Testastretta-Motors mit 1.198 Kubikzentimetern Hubraum.

Absolut gesehen herrscht im Sattel der Monster 1200S natürlich alles andere als Leistungsmangel. Bereits bei 5.000/min. zerren 100 PS an der Kette, und da fängt der richtige Spaß erst an. 209 Kilogramm Leergewicht stellen angesichts des durchzugsstarken Motors in Verbindung mit einer sehr gelungenen Übersetzung kein ernsthaftes Hindernis für heftigstes Beschleunigen dar.

Ride-by-wire ist selbstverständlich, drei Motor-Mappings mit unterschiedlicher Abstimmung werden serienmäßig geboten. Da die Voll-Elektronisierung der Monster 1200S auch die Einbeziehung von ABS und Traktionskontrolle möglich macht, sind aus den drei Motor-Mappings drei differierende Fahrprogramme geworden.

Sie heißen Urban, Touring und Sport und unterscheiden sich nicht alleine im mehr oder weniger direkten Ansprechverhalten des Motors auf Gasgriff-Bewegungen, sondern auch durch die Eingriffsschwellen von ABS und Traktionskontrolle; im Fall des Urban-Modus wird zudem die Maximalleistung auf 100 PS begrenzt.

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