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04.07.2011

08:26 Uhr

E-Autos ans Netz

Fahren, parken, speichern

Quelle:dpa

Das Ende der Kernkraft steht bevor, auch Strom aus Kohle hat keine Zukunft mehr. Die Erneuerbaren sollen es richten. Und künftig sollen Elektroautos sogar grünen Strom zwischenspeichern.

Schon heute basteln Autobauer und Energieversorger an einer klugen Einbindung von E-Fahrzeugen in die Stromnetze der Zukunft.

Schon heute basteln Autobauer und Energieversorger an einer klugen Einbindung von E-Fahrzeugen in die Stromnetze der Zukunft.

DüsseldorfNoch klingt die Idee utopisch und scheint doch genial: Das Elektro-Auto der Zukunft wird zu Hause in der Garage "aufgetankt", wenn der Nordseewind auffrischt und Strom in der Nacht am billigsten ist. Am nächsten Tag geht es auf dem Firmenparkplatz wieder ans Netz und speist Energie zurück, wenn am Mittag die Bratpfannen brutzeln und Kochtöpfe dampfen. Alles Zukunftsmusik? Keineswegs.

Schon heute basteln Autobauer und Energieversorger an einer klugen Einbindung von E-Fahrzeugen in die Stromnetze der Zukunft. Und Wissenschaftler erproben Modelle unter dem Stichwort V2G - Vehicle to Grid oder: Autostrom ins Netz.

Wer auf grünen Strom setzt, der weiß: Es fehlen nicht nur Netze, sondern auch Speicherkapazitäten. Die Schwankungen bei der Erzeugung von regenerativer Energie sind so groß, dass die Netze nur schwer im Gleichgewicht gehalten werden können. Als Puffer werden heute unter anderem Pump- und moderne Gasturbinenkraftwerke eingesetzt, um Spitzen auszugleichen.

Vorteil: Die lange Standzeit

Ein ungeahntes Speicherreservoir für erneuerbare Energien liegt förmlich auf der Straße, sozusagen kostenlos: die Batterien von Elektrofahrzeugen. Rik De Doncker, Leiter des Instituts für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe an der RWTH in Aachen, kommt richtig ins Schwärmen: "Das ist ein Riesenpotenzial", sagt der Ingenieurwissenschaftler, der selbst seit Jahren viel mit einem Elektroauto unterwegs ist.

E-Autos haben nicht nur Umweltvorteile, weil sie CO2-frei sind. In Parkposition können sie zu einem virtuellen Superkraftwerk verknüpft werden und überschüssigen Strom aufnehmen und bei Bedarf ins Netz zurückspeisen. Dabei ist eine wichtige Voraussetzung schon erfüllt: Den längsten Abschnitt ihrer Lebensdauer verbringen Autos nämlich in Parkposition. Von der gesamten deutschen Fahrzeugflotte sind weniger als 10 Prozent ständig unterwegs.

Kommentare (2)

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04.07.2011, 09:42 Uhr

Noch kenne ich keine Batterie, die ungestraft ständig auf- und entladen werden kann. Ich schätze, die sehr teure Batterie ist dann nur einfach schneller hinüber. Für den Massenbedarf scheint diese Idee unbrauchbar zu sein.
Auch das Argument, Frauen werfen ihre Kochmaschinen an, erscheint mir nicht besonders zeitgemäß, zumal am eigenen Herd ordentlich gekocht besonders teuer ist und Berge von Müll produziert werden.
Wenn schon, dann sollte der überörtliche Verkehr ohne Batteriebetrieb durch Anwendung der Magnetschwebetechnik funktionieren. Das kostet am wenigsten Energie.

http://www.bps-niedenstein.de/content/view/202/2/

MueBru

05.07.2011, 11:55 Uhr

Elektroauto durch TANKSOLAR
Die Bremsen sind scheinbar das wichtigste Teil eines Elektroauto, das die Autokonzerne in Verbindung mit der Politik ständig treten. Die Vorschlägen das Elektroauto als Puffer zu verwenden ist toll, dienst nur dazu, dass wir vor lauter Zukunftsidee keine alltagstauglichen Elektroautos bekommen. In Frankreich konnte man die Akkus auch mieten, was dazu geführt hat, das man mit den Akkus schlecht umgegangen ist. Der Mietpreis war für 100 km Akkus im Monat 180,-- Euro. Wenn man selber Akkus hat, wird man sehr sorgsam mit diesen umgehen. Wenn dann die Stromversorger bei Spitzen die Batterien teilentladen, führt es nur dazu, dass die Ladezyklen weniger werden. Auch ist es nicht nachweisbar, wenn die Akkus beim Entladen durch den Stromversorger zum Schaden kommt, wer dafür haftet. Ich könnte mir nur vorstellen, dass man Tagsüber den Strom von Solar und Windkraft in seinem Auto speichert und am Abend im eigenen Haus selber verbraucht. Hier hätte man dann einen richtigen Nutzen und man würde auch sehr auf seine Akkus achten. Ich fahre im Moment einen Citroen SAXO electric, den ich in der Nacht mit Ökostrom betanke. Kosten pro Ladung ca. 3,-- Euro. Wenn wir nur Reden/ Forschen und uns nicht auf das Elektroauto einlassen, werden wir weiter Schlusslicht in Europa bleiben.
Sonnige Grüße vom Chiemsee
Wolfgang Müller-Brunke

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