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04.09.2015

09:08 Uhr

E-Bike-Test Trenoli Primo und Urbano

Leise und schnell den eigenen Radius erweitern

Das bayerische Unternehmen MSA steigt mit der neuen Eigenmarke Trenoli ins Geschehen ein und vertreibt die E-Bikes über sein dichtes Roller- und Motorrad-Händlernetz. Wir testeten das Basis- und das Topmodell.

Überflüssiges Spielzeug: Das Bezirksamt Hamburg-Mitte hat einen teuren Fahrradzähler angeschafft, statt die ohnehin knappen Ressourcen in die Verbesserung der Fahrradwege zu investieren. Die Säule an der Alster misst die Anzahl Radler während des gesamten Jahres. Zweck sei die „Ablesbarkeit eines über mehrere Jahre andauernden Trends und der Klärung der an der Alster benötigten Infrastruktur zur Herstellung bzw. Wahrung der Verkehrssicherheit“, hieß es. Und die Kosten? Ursprünglich war in den Medien von 22.000 Euro die Rede. Nach Recherchen des Bundes der Steuerzahler soll Kauf und Installation allerdings 31.384,39 Euro gekostet haben. PR

Fahrradzähler in Hamburg

Überflüssiges Spielzeug: Das Bezirksamt Hamburg-Mitte hat einen teuren Fahrradzähler angeschafft, statt die ohnehin knappen Ressourcen in die Verbesserung der Fahrradwege zu investieren. Die Säule an der Alster misst die Anzahl Radler während des gesamten Jahres. Zweck sei die „Ablesbarkeit eines über mehrere Jahre andauernden Trends und der Klärung der an der Alster benötigten Infrastruktur zur Herstellung bzw. Wahrung der Verkehrssicherheit“, hieß es. Und die Kosten? Ursprünglich war in den Medien von 22.000 Euro die Rede. Nach Recherchen des Bundes der Steuerzahler soll Kauf und Installation allerdings 31.384,39 Euro gekostet haben.

WeidenNoch sind Pedelecs für viele Menschen fremd. Wer nie auf einem gefahren ist, stempelt sie schnell zum Rentner-Vehikel ab. Doch im Praxistest entpuppen sich zum Beispiel die Elektrofahrräder von Trenoli, Neueinsteiger auf dem deutschen Markt, als positive Überraschung für viele Fahrertypen.

Selbst sportlich ambitionierte Piloten profitieren von der Unterstützung des Elektroantriebs mit bis zu 0,25 kW und bis zu 25 km/h. Damit kommen sie nicht nur bequemer, sondern schneller und weiter voran, als ohne Unterstützung. Die Bandbreite reicht vom City-Modell Trenoli Primo für 1.699 bis zum Tourenmodell Urbano mit Bosch-Antrieb für 2.699 Euro.

Kleine E-Bike-Typologie

Pedelecs

Pedelecs leiten ihren Namen aus den englischen Begriffen "Pedal, Electric Cycle" ab. Ein elektrischer Hilfsmotor unterstützt den Radler nur solange dieser in die Pedale tritt. Das Fahrrad darf nicht mehr als 250 Watt Leistung bereitstellen und nicht schneller als 25 km/h sein.

In vielen Bundesländern ist für Pedelecs mindestens die Mofa-Prüfbescheinigung erforderlich. Sie steht Fahrern ab 15 Jahren offen und umfasst eine theoretische und praktische Ausbildung sowie eine Theorie-Prüfung. Personen, die vor dem 01. April 1965 geboren wurden, benötigen aber lediglich einen Personalausweis. Die Mofa-Prüfbescheinigung ist in den Motorradführerscheinen A, A1 und A2 sowie im Pkw-Führerschein der Klasse B (früher Klasse 3) enthalten.

Für Pedelecs ist nur dann keine eigene Haftpflichtversicherung notwendig, wenn sie in der Privathaftpflicht enthalten ist. Oft sind in alten Verträgen Elektroräder aber nicht enthalten. Dann ist eine schriftliche Bestätigung vom Versicherer anzufordern, dass Pedelecs im Vertrag eingeschlossen sind.

Es besteht keine Helmpflicht.

S-Pedelecs

Schnelle Pedelecs sind sogenannte "S-Pedelecs", auch Schweizer Klasse genannt. Sie unterstützen den Fahrer durch den bis zu 500 Watt starken Elektromotor bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Auch hier arbeitet der Motor nur, wenn der Fahrer in die Pedale tritt.

Für den Betrieb ist bei S-Pedelecs ein Versicherungskennzeichen erforderlich. Im Straßenverkehr benötigt der Fahrer die Fahrerlaubnis für Kleinkrafträder der Klasse M. Seit 19. Januar 2013 heißt diese Klasse AM und ist in den Motorradführerscheinen sowie im Pkw-Führerschein der Klasse B (früher Klasse 3) enthalten. Die Klasse AM steht Personen ab 16 Jahren offen und schließt sowohl eine theoretische als auch praktische Prüfung ein.

S-Pedelecs werden wie Kleinkrafträder eingestuft und dürfen nicht auf dem innerstädtischen Radwegnetz fahren. Außerhalb geschlossener Ortschaften dürfen S-Pedelecs nur Radwege benutzen, wenn diese durch das Zusatzschild "Mofas frei" für den Kraftverkehr freigegeben sind.

Es besteht Helmpflicht.

E-Bikes

Im Gegensatz zu Pedelecs und S-Pedelecs besitzen E-Bikes einen maximal 500 Watt starken Antrieb, der unabhängig vom Tritt in die Pedale funktioniert. Über einen Drehgriff oder Schalter am Lenker steuert der Fahrer die Motorleistung des bis zu 20 km/h schnellen E-Bikes. Höhere Geschwindigkeiten sind vom Tritt in die Pedale abhängig.

E-Bikes gelten wie S-Pedelecs als Kleinkraftrad und benötigen ein Versicherungskennzeichen sowie eine Betriebserlaubnis. Das Führen des E-Bikes setzt mindestens eine Mofa-Prüfbescheinigung voraus.

Es besteht Helmpflicht.

Im Test erweist sich das Trenoli Primo als unkomplizierter Begleiter für den Fahrradalltag. Der Preis ist nicht allzu hoch, so dass sich viele Menschen den Komfort des zusätzlichen Elektroantriebs leisten können.

Ein Suntour-Frontnabenmotor sorgt über 93 km hinweg für elektrischen Zusatzschub übers Vorderrad, so dass man zusammen mit dem von Muskelkraft angetriebenen Hinterrad Allradantrieb genießt. Bis 25 km/h unterstützt der E-Motor, für höheres Tempo sind die Muskeln zuständig – sonst wären Führerschein, Helm und Kennzeichen nötig.

Die Elektrofahrräder von Trenoli machen einen hochwertigen und funktionalen Eindruck. Einzig das Design könnte frischer und dynamischer ausfallen. PR

Trenoli Primo

Die Elektrofahrräder von Trenoli machen einen hochwertigen und funktionalen Eindruck. Einzig das Design könnte frischer und dynamischer ausfallen.

Mit drei verschiedenen Modi variiert die Reichweite über 50, 70 oder gut 90 Kilometer Strecke. Was gefällt: Alles am Trenoli Primo funktioniert fahrradtypisch oder intuitiv. Ein übersichtlicher, beleuchteter Bordcomputer informiert den Fahrer unter anderem über den aktuellen Ladezustand der Lithium-Ionen-Akkus mit 290 Wh Kapazität und über die Restreichweite.

In Fahrt bemerkt man nichts vom höheren Gewicht beider Elektro-Fahrräder. Das kommt erst dann zum Tragen, wenn man sein Bike etwa aus dem Keller schleppen muss. PR

Trenoli Urbano

In Fahrt bemerkt man nichts vom höheren Gewicht beider Elektro-Fahrräder. Das kommt erst dann zum Tragen, wenn man sein Bike etwa aus dem Keller schleppen muss.

Das Fahrerlebnis ist beeindruckend und berechenbar: Je schneller man selbst tritt, desto kräftiger ist die elektrische Hilfe. Zwei Sensoren ermitteln die jeweils richtige Unterstützung und sorgen so für flotten und dennoch bequemen Vortrieb. Der arbeitet beim Primo praktisch lautlos. Besonders komfortabel für ein Stadtfahrrad ist eine Anfahrhilfe per Knopfdruck, die bis 5 km/h anschiebt.

Praktisch auch: Bei beiden Modellen kann man die herausnehmbaren Akkus auch im eingebauten Zustand laden. Der Rahmen mit Tiefeinstieg ist vor allem bei häufigem Auf- und Absteigen oder mit zahlreichen Ampelstopps besonders bequem. Zum Gangwechsel ist eine 7-Gang-Drehschaltung von Shimano an Bord.

Worauf man beim E-Bike-Kauf achten sollte

Kauf beim Fachhändler

E-Bikes sollte man nur beim guten Fachhändler mit eigener Werkstatt kaufen. Nicht nur wegen der Beratung, sondern auch, weil der Fachhändler das Rad repariert. Pedelecs sind Hightech-Produkte, die man nur noch schwer selbst reparieren kann.

Defekte Akkus

Defekte Akkus darf man nicht per Post zurückschicken. Umso mehr ist man auf einen Fachhändler angewiesen.

Kettenschaltung

Ein Tipp der für Bikes und E-Bikes gleichermaßen gilt: Eine Kettenschaltung benötigt mehr Wartungsaufwand als Nabenschaltungen.

Ein Blick auf den Akku

Beim Kauf sollten Sie einen Blick auf Antriebseinheit und Akku werfen. Wenn Sie längere Wochenendtouren planen, sollte der Akku eine entsprechende Reichweite haben.

Motorposition bedenken

Auch die Position von Motor und Akku ist zu bedenken. Nichts falsch machen kann man beim Mittelmotor, da er die Gewichtsverteilung beim Fahrrad nicht verändert.

Einkaufen mit dem Rad

Wer sein Rad zum Einkaufen nutzt, achtet darauf, dass der Akku nicht auf dem Gepäckträger sitzt. Wird nämlich darauf noch der Einkaufskorb gesetzt, dann liegt der Schwerpunkt relativ hoch, was wiederum der Fahrstabilität nicht zugute kommt.

Problemlose Teilladung

Die weit verbreiteten Lithiumionen-Akkus vertragen auch problemlos Teilladungen. Sie können den Akku beispielsweise also auch dann aufladen, wenn er noch zu 30 Prozent geladen ist.

Längere Nichtnutzung

Ein Tipp des ADFC: Wenn Sie das E-Bike über längere Zeit nicht nutzen, dann sollten Sie den Akku kühl lagern (zwischen zehn und 15 Grad Celsius) und den Ladestatus etwa bei 60 Prozent halten.

Fahren im Winter

Wie alle Batterieprodukte mögen auch die Lithiumionen-Akkus weder extreme Kälte noch starke Hitze. Wenn Sie das Bike auch im Winter bei Temperaturen unter null nutzen, sollten Sie den Akku nach beendeter Fahrt mit ins Haus nehmen.

Fahren im Sommer

Auch die Radtour an einem heißen Sommertag kann für den Akku zur Belastung werden. Parken Sie das Fahrrad deshalb nicht in der prallen Sonne, stellen Sie es in den Schatten.

Schwere Pedelecs

Pedelecs oder E-Bikes wiegen wesentlich mehr als Fahrräder. Die meisten bringen zwischen 22 und 25 Kilo auf die Waage. Wer sein Bike also täglich in den Fahrradkeller oder in die Wohnung schleppen muss, sollte das Gewicht bedenken.

Sicherheit geht vor

Pedelecs sind meist schneller als Fahrräder. Deshalb bitte einen Helm tragen - und Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer sollte selbstverständlich sein.

Mehr Elektro-Power und höherwertige Komponenten stecken im Trenoli-Spitzenmodell Urbano. Wer Italienisch spricht, sieht sich hier getäuscht, denn der nach „städtisch“ klingende Name bezeichnet dennoch ein Touren- und Reisebike.

Immerhin kommt es auch als hochwertiges City-Fahrrad in Frage, ist allerdings mit 2.699 Euro recht kostspielig. Dafür bekommt der Urbano-Besitzer hochwertige Komponenten wie den neuen 2014er Mittelmotor von Bosch, der dank starker Akkus bis zu 190 km weit elektrisch anschiebt.

Eine Eigenart des Bosch-Antriebs: Er geht zwar im Stadtverkehr akustisch unter, ist aber bei Fahrten in freier Natur deutlich hörbar. Das ist gewöhnungsbedürftig, aber wenigstens ein Sicherheitsfaktor im Hinblick auf Passanten, an denen man vorbeifährt. PR

Trenoli Primo

Eine Eigenart des Bosch-Antriebs: Er geht zwar im Stadtverkehr akustisch unter, ist aber bei Fahrten in freier Natur deutlich hörbar. Das ist gewöhnungsbedürftig, aber wenigstens ein Sicherheitsfaktor im Hinblick auf Passanten, an denen man vorbeifährt.

Der Elektroantrieb lässt sich in den vier Modi „Eco“, „Tour“, „Sport“ und „Turbo“ abstufen. Besonders weich und komfortabel erfolgt die Schaltung über das stufenlose Nabengetriebe von Nuvinci.

Zu den weiteren hochwertigen Komponenten zählen außerdem eine hydraulische Felgenbremse von Magura oder eine einstellbare Federgabel. Die Bosch-Akkus lassen sich an einer Haushaltssteckdose in eineinhalb Stunden zu 50, in dreieinhalb Stunden zu 100 Prozent aufladen.

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