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13.09.2011

17:00 Uhr

Elektroautos

Ab jetzt müssen die Großen liefern

VonMarkus Fasse , Markus Fasse

An großen Ankündigungen fehlt es nicht: Das Elektromobil soll das "Auto 2.0" werden. Auf der IAA zeigen alle großen Hersteller ihre erste Generation von Elektroautos.

BMW i8 Concept Car auf der Automesse IAA: Der Premiumhersteller hat für das Geschäft mit den Elektroautos kürzlich erst eine eigene Submarke gegründet. Konkret geplant sind das Stadt-Vehikel i3 und der Sportwagen i8. AFP

BMW i8 Concept Car auf der Automesse IAA: Der Premiumhersteller hat für das Geschäft mit den Elektroautos kürzlich erst eine eigene Submarke gegründet. Konkret geplant sind das Stadt-Vehikel i3 und der Sportwagen i8.

MünchenAn großen Worten fehlt es nicht: "Wir werden das Elektroauto aus der Nische ins Massensegment führen", sagt VW-Chef Martin Winterkorn. Die Entwicklung von Elektroautos werde ein "Meilenstein für das Unternehmen", schwärmt BMW-Boss Norbert Reithofer über seine frisch vorgestellten Stromautos. Daimler-Chef Dieter Zetsche spricht bereits über das Auto 2.0. Auf der IAA werden alle großen Hersteller ihre erste Generation von Elektroautos zeigen.

In Halle 4, auf einer zusätzlichen Ausstellungsfläche für die Elektromobilität, haben sich jene einquartiert, die vom Elektroboom profitieren wollen: Neben Bosch, Siemens und Evonik will auch der Stromlieferant Eon Flagge zeigen. Auf einem eigenen Parcour bieten Mitsubishi, Peugeot und Renault Probefahrten an. Sie wollen Fahrspaß vermitteln: Denn ein Stromer beschleunigt in der Regel doppelt so schnell wie ein herkömmliches Auto.

Während die Deutschen noch ankündigen, liefern Japaner und Franzosen schon an Kunden aus. Allerdings ist der Auftritt ihrer Elektrofahrzeuge mit dem Peugeot "i0n" und Mitsubishi "IMiev" überschaubar. Bei Preisen um die 40.000 Euro und Reichweiten um die 100 Kilometer sind bislang erst wenige Tausend Autos in Frankreich und Japan verkauft.

Opel hat da schon größere Ambitionen. Mit dem "Ampera" verkauft die GM-Tochter Ende dieses Jahres den ersten serienmäßigen Stromer aus deutscher Produktion. 6000 Bestellungen für die Mittelklasselimousine soll es schon geben, 12.000 Ampera "oder ein paar mehr" will Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke im ersten Jahr verkaufen. Damit die Kunden nicht alle 50 Kilometer wieder eine Steckdose suchen müssen, hat das Auto einen sogenannten Range Extender: Machen die Batterien schlapp, schaltet sich ein herkömmlicher Verbrennungsmotor zu. Wirtschaftlich bringt der Hilfsmotor nichts. Trotz des Verkaufspreises von 44 000 Euro erwartet Opel ein jahrelanges Zuschussgeschäft.

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Auch deshalb gehen VW und BMW andere Wege. Die Wolfsburger wollen zunächst ihr Massenmodell Golf und den für 2013 geplanten Kleinwagen "up!" elektrifizieren. Da auch Audi, Skoda und Seat technisch sehr eng abgestimmt sind, lassen sich im Konzern schnell hohe Stückzahlen erreichen.

Autotest-Video

Elektrisch in die Zukunft - Opel Ampera

Autotest-Video: Elektrisch in die Zukunft - Opel Ampera

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Am ambitioniertesten geht BMW vor: Die Münchener haben eine eigene Submarke "BMW i" gegründet und kurz vor der IAA ihr Elektroauto "i3" und den Hybrid-Sportwagen "i8" präsentiert. Der Clou dieser für 2013 geplanten Autos sind die ultraleichten Karosserien aus Kohlefaser, die das hohe Gewicht der Lithium-Ionen Batterien kompensieren sollen. Um das wirtschaftlich wagemutige Unterfangen abzusichern, hat sich BMW-Großaktionärin Susanne Klatten beim Chemiekonzern SGL Carbon eingekauft.

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