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04.01.2011

07:00 Uhr

Elektroautos in der Werkstatt

Nie wieder Ölwechsel

Bei Elektroautos sind die Motoren nahezu wartungsfrei. Hohe Kosten kann allerdings die teure Batterie verursachen. Die reguläre Inspektion dürfte aber kostengünstiger als bei Wagen mit reinem Verbrennungsmotor ausfallen. Für Hybridfahrzeuge gilt das nicht unbedingt.

Im Motorraum von Hybriden ist es eng - wie dieses Schnittmodell eines Toyota Prius zeigt. Mehr Technik bedeutet aber nicht unbedingt höhere Wartungskosten. dpa

Im Motorraum von Hybriden ist es eng - wie dieses Schnittmodell eines Toyota Prius zeigt. Mehr Technik bedeutet aber nicht unbedingt höhere Wartungskosten.

dpa/tmn MÜNCHEN/BONN. Nie wieder Ölwechsel oder verrostete Auspuffrohre: PKW mit reinem Elektroantrieb sind Experten der Automobilclubs zufolge pflegeleichter als Fahrzeuge mit Verbrenner. Peugeot-Sprecher Bernhard Voß verweist darauf, dass klassische Komponenten wie Luft-, Kraftstoff- und Ölfilter oder Zündkerzen schlicht entfielen. Der französische Hersteller will noch im Dezember den Elektrokleinwagen iOn ausliefern. Auch andere Hersteller kommen in Kürze mit elektrifizierten Fahrzeugen: Mitsubishi bringt ebenfalls im Dezember den Kleinwagen i-Miev in den Handel. Und Nissan hat zum Jahreswechsel den kompakten Leaf angekündigt.

Bei Hybridfahrzeugen sieht die Situation anders aus: Neben einem Elektromotor kommt ein Verbrenner zu Einsatz. Die Technik unter der Haube ist also komplexer. Die Wartungskosten dürften in den meisten Fällen dennoch nicht teurer als bei einem herkömmlichen Wagen ausfallen, sagt Carsten Graf vom ADAC-Technikzentrum in Landsberg. Schließlich seien die elektronischen Komponenten nahezu wartungsfrei.

Hinzu kommt, dass herkömmliche Bauteile durch neue Technologien haltbarer werden - zum Beispiel die Bremse. "Die Beläge müssen seltener erneuert werden, wenn zusätzlich über einen Generator gebremst wird", erklärt Werner Steber vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) in Bonn. Das ist bei Autos der Fall, die mit sogenannter Rekuperationstechnik Bremsenergie zurückgewinnen.

Wie lang hält der Akku?

Hohe Kosten kann bei allen elektrifizierten Fahrzeugen die Batterie verursachen. Sie ist mit Abstand das teuerste Bauteil. Geht sie kaputt, droht der wirtschaftliche Totalschaden. "Kein Mensch weiß, wie lange solche Batterien durchhalten", sagt ADAC-Experte Graf mit Blick auf häufig eingesetzte Lithium-Ionen-Akkus.

Beim Toyota Prius, dem Vorreiter unter den Hybrid-PKW, seien die Erfahrungen mit dem Akku immerhin "sehr gut", urteilt der Auto Club Europa (ACE). Für seine Mitgliederzeitschrift "ACE Lenkrad" hat der Club den Wagen einem Dauertest unterzogen. Abgesehen vom Plug-In-Modell fährt der Prius allerdings mit einer Nickel-Metallhydrid-Batterie und nicht mit Lithium-Ionen-Technik.

Kommentare (1)

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net_worker

04.01.2011, 16:23 Uhr

bei der Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter in den Werkstätten sollten die Automobilhersteller rechtzeitig entsprechende Schulungen anbieten. bei GM in den USA muß jeder Händler der den GM Volt verkaufen und warten will entsprechende Schulungen nachweisen.
Das kann ja schon geschehen, wenn die neuen Fahrzeuge in der Erprobung sind. Die dauert ja einige Zeit bevor die Autos bei den Händlern stehen.
Der Automechaniker wird dann wohl zum Mechatroniker werden.
Ob die iKHen und berufschulen darauf bei der Ausbildung schon eingestellt sind ?

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