Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.01.2011

13:07 Uhr

Elektromobilität

So grün sind „Green Cars“ wirklich

Elektro- und Hybridfahrzeuge gelten gemeinhin als ökologisch und nachhaltig. In den USA werden sie schon lange "Green Cars" genannt. Hersteller wie Autofahrer mögen das Umwelt-Image. Doch nicht jedes ist so grün wie es scheint.

Hybride mitunter durstiger dpa

Hybride sind mitunter durstiger als vergleichbare Modelle mit reinem Verbrennungsmotor: In einem Test schlug der Golf Bluemotion den Toyota Auris HSD mit Hybridantrieb im Verbrauch. (Bild: Volkswagen/dpa/tmn)

dpa/tmn BERLIN/MüNCHEN. Autos, die allein mit Energie aus Batterien fahren, gelten in der Branche als Öko-Speerspitze. Denn reine Elektroautos stoßen direkt keine Schadstoffe aus. Doch die viel beschworene Nachhaltigkeit der Elektromobilität hält einer näheren Betrachtung nicht in jedem Fall stand.

Zwar wird gerne mit Slogans wie "Zero Emission" geworben. "Ganz sauber ist die Aussage nicht", sagt Holger Krawinkel, Energieexperte beim Bundesverband der Verbrauchzentralen (vzbv). Ein Elektroauto hat zwar keinen Auspuff mehr, doch ganz schadstofffrei ist die Mobilität mit Batteriekraft in aller Regel noch nicht. Denn auch Strom muss erst erzeugt werden - und das geschieht heute erst selten ganz ohne CO2-Emissionen.

Gregor Matthies, Experte für Elektromobilität bei der Beratungsfirma Bain & Company, nennt Zahlen: Bei dem derzeitigen Energiemix in Deutschland bedeute die Erzeugung einer Kilowattstunde Strom (kWh) einen Ausstoß von durchschnittlich 575 Gramm CO2. Ein Rechenbeispiel: Ein E-Smart verbraucht nach Herstellerangaben zwölf kWh auf 100 Kilometern. Damit kommt der elektrifizierte Kleinstwagen auf einen CO2-Ausstoß von rund 70 g/km. Ohne Atomstrom läge der Wert einer ADAC-Berechnung zufolge bei 107 Gramm. Zum Vergleich: Ein Diesel-Smart stößt demnach bei einem Verbrauch von 3,3 Litern 86 Gramm CO2 aus.

Der ADAC zieht aus solchen Zahlenspielen folgenden Schluss: "Beim aktuellen Strommix - überwiegend aus Kohle - ist die CO2-Bilanz eines Elektroautos kaum besser als die eines Verbrennungsmotors." CO2-frei fahren können E-Autos nur, wenn ihre Akkus ausschließlich mit Strom aus regenerativ erzeugten Strom aus Wasser, Sonne oder Wind geladen werden.

Auch Hybridfahrzeuge, die von einem kombinierten Verbrennungs- und Elektromotor angetrieben werden, sind im Test nicht unanfechtbar. In einem Vergleich der Zeitschrift "Auto, Motor und Sport" schlug der verbrauchsoptimierte Golf TDI Blue Motion den Toyota Auris HSD mit Hybridantrieb im Verbrauch.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

MarcoPolo

08.01.2011, 20:29 Uhr

"Ein Diesel-Smart stößt demnach bei einem Verbrauch von 3,3 Litern 86 Gramm CO2 aus"
1. Wie kommt ADAC auf solche Werte?
2. bevor der (normale)Sprit an der Zapfsäule bereit steht, hat er auch einen sehr langen Weg hinter sich; wieviel Energie in der Ölförderung, Transport und Ölverarbeitung steckt, wird nie erwähnt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×