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11.05.2011

15:07 Uhr

Elektromobilität

"Verbraucher müssen Elektroautos testen können"

VonMatthias Breitinger
Quelle:Zeit Online

Nur alltagstaugliche Elektroautos werden dauerhaft erfolgreich sein. Im Interview verrät die Fraunhofer-Forscherin Anja Peters, wie die Hersteller die Nachfrage ankurbeln könnten.

Befragung zur Akzeptanz von Elektroautos. Die promovierte Psychologin ist seit 2009 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI).

Befragung zur Akzeptanz von Elektroautos. Die promovierte Psychologin ist seit 2009 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI).

Frau Peters, Sie untersuchen am Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI die Akzeptanz von Elektroautos und haben dazu im Spätsommer 2010 eine Online-Umfrage gemacht. Was ist Ihre wichtigste Erkenntnis?

Anja Peters: Für die Menschen ist ganz entscheidend, dass ein Elektroauto mit den eigenen Einstellungen, Gewohnheiten und Bedürfnissen vereinbar ist. Man möchte Alltag und Lebensstil möglichst wenig umstellen müssen. Wie ein Elektrofahrzeug beurteilt wird, hängt zudem davon ab, wie Kosten- und Umweltvorteile wahrgenommen und Fahreigenschaften eingeschätzt werden. Viele, die an einem konkreten Kauf interessiert sind, warten sicher auch noch ab, weil bisher nur wenige Elektroautos verfügbar sind und Unsicherheiten bestehen, wie sich Markt und Rahmenbedingungen weiter entwickeln. Viele von denen, die E-Autos kritisch gegenüber stehen, äußern aber auch Zweifel an der CO2-Bilanz.

Das Elektroauto hat ein schlechtes Image?

Peters: Das würde ich nicht sagen. Insgesamt hat das Elektroauto ein gutes Image in der Bevölkerung. Allerdings gibt es auch noch eine gewisse Skepsis und Vorbehalte, ob das Elektroauto alltagstauglich ist, ob die Gesamtkosten stimmen und ob es wirklich umweltfreundlicher ist als konventionelle Autos.

Diejenigen, die sich bisher nicht für Elektroautos interessieren, schätzen außerdem Fahreigenschaften, Transportkapazitäten und Sicherheitsaspekte als deutlich schlechter ein. Zum einen sind sicher technische Verbesserungen wichtig. Zum anderen dürften es aber auch mangelnde Informationen und fehlende Erfahrung mit Elektroautos sein, die dazu führen, dass sich viele (noch) nicht für Elektroautos interessieren. Und manche verhalten sich auch sonst bei Innovationen lieber abwartend.

Derzeit fahren die ersten Elektroautos über deutsche Straßen. Damit es mehr werden, ist laut der Studie von Anja Peters eine bessere Informationspolitik notwendig. Quelle: dpa

Derzeit fahren die ersten Elektroautos über deutsche Straßen. Damit es mehr werden, ist laut der Studie von Anja Peters eine bessere Informationspolitik notwendig.

Was empfehlen Sie den Autoherstellern?

Peters: Eine bessere Informationspolitik kann dabei helfen, dass die Konsumenten die positiven Eigenschaften von Elektroautos stärker wahrnehmen und realistischer abschätzen können, ob sie zu den eigenen Bedürfnissen passen.

Außerdem sollten Nutzer Vorgänge beim Elektroauto, die sich vom konventionellen Fahrzeug spürbar unterscheiden, so leicht wie möglich in den Alltag integrieren können. Dazu zählen das Aufladen der Fahrzeuge oder das Planen der täglichen Fahrten in Abhängigkeit von Reichweiten, die für die Kunden neu und ungewohnt sind.

Zum Beispiel können Anzeigen im Fahrzeug den Fahrer darüber informieren, welche Ziele im Umkreis er mit der aktuellen Batteriefüllung erreicht. Praktische Programme können dem Nutzer auch bei der Steuerung des Ladens zu Hause helfen: Dann ist die Fahrzeugbatterie zum richtigen Zeitpunkt und mit dem günstigsten Tarif aufgeladen. Diese Programme sollten aber so entwickelt sein, dass der Nutzer das Laden auch flexibel entscheiden kann, die Kontrolle also bei ihm liegt. Gleichzeitig sollten die Hersteller klar kommunizieren, wo keine Unterschiede bestehen und wie einfach die Benutzung von Elektroautos im Alltag sein kann.

Kommentare (1)

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11.05.2011, 15:49 Uhr

Kann man doch: Auf dem Rummel!

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