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20.05.2015

11:03 Uhr

Elektromotorrad Zero SR

Fahrspaß für 100 Kilometer

VonUlf Böhringer
Quelle:Spotpress

Die jüngste Version des kalifornischen Elektromotorrads Zero SR hat technisch enorme Fortschritte gemacht und darf jetzt als vollwertiges Überland-Motorrad gelten. Nur die Reichweite limitiert den Fahrspaß.

Fahrbericht: Zero SR - Die zieht die Wurst vom Teller fbn/SP-X

Elektromotorrad Zero SR

Seit 2010 müht sich die US-Firma Zero Motorcycles, ihre Elektromotorräder in Mitteleuropa abzusetzen – bislang mit überschaubarem Erfolg. Die Zero SR könnte das ändern.

Schon seit 2010 müht sich die US-Firma Zero Motorcycles, ihre Elektromotorräder in Mitteleuropa abzusetzen – bislang mit überschaubarem Erfolg. Gerade mal 90 Fahrzeuge erhielten 2014 in Deutschland ein amtliches Kennzeichen. Und doch darf man das positiv sehen, denn im Jahr zuvor waren es erst acht.

Nach dem ersten Test der Zero SR des Modelljahres 2015 würde es nicht wundern, wenn die Absatzkurve weiterhin steil nach oben ginge: Der aktuellen Zero SR können nunmehr mit Fug und Recht Motorradqualitäten attestiert werden. Sowohl die Leistungselektronik wie auch motorradtechnisch sind gegenüber dem Vorjahresmodell deutliche Verbesserungen gegeben. Einzig die Reichweite dürfte noch größer sein: Je nach Fahrstil muss die Zero SR nach 100 bis 130 Kilometern an die Steckdose.

Zero mit Europa-Sitz im niederländischen Alkmaar hat sich im vergangenen Jahr zu einer Radikalkur entschlossen: Sämtliche bisher verwendeten Fahrwerkskomponenten wurden ausgemustert, dafür kommen nun hochwertige Federbeine und UDS-Telegabeln des renommierten japanischen Herstellers Showa zum Einbau. Auch für die Bremsanlage hat man einen neuen Zulieferer gefunden, zudem wird sie durch ein Bosch-ABS ergänzt.

Ein schlankes „luftiges“ Heck ziert die Zero SR. fbn/SP-X

Luftiges Heck

Ein schlankes, luftiges Heck ziert die Zero SR.

Da auch die Fahrwerks-Grundabstimmung sorgfältig gewählt wurde, lässt sich die Zero SR jetzt ohne Einschränkungen als vollwertiges Naked Bike über Land pilotieren. Sie lenkt leicht ein, durcheilt Kurven aller Radien stabil und lässt sich dank des sehr guten Knieschlusses im schmalen „Tank“-Bereich und des relativ geringen Gewichts von 188 Kilogramm leicht dirigieren. Auch der angenehm breite Rohrlenker sowie die ergonomisch absolut zufriedenstellende Sitzposition tun das Ihre, dass Zero-fahren zum echten Spaß geworden ist.

An Leistung hat es schon bisher nicht gemangelt. Die Leistungsabgabe freilich ist noch spontaner geworden, so dass trotz der bescheidenen Nominalleistung von nur 16 kW/22 PS – dafür genügt der Führerschein A2 – fulminante Fahrleistungen geboten sind: Zero gibt 3,3 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h an!

Wir haben nach vier „Tank“-Füllungen keinen ernsthaften Zweifel, dass diese normalerweise an die 160 PS erfordernden Beschleunigungswerte tatsächlich realisierbar sind. Die Zero SR, deren Maximalleistung mit 50 kW/67 PS angegeben wird, zieht tatsächlich „die Wurst vom Teller“. Auch Überholvorgänge beispielsweise aus 90 km/h heraus sind innerhalb weniger Sekunden absolviert.

Da die hell surrenden Geräusche des Elektroantriebes oberhalb von 50 km/h von den Windgeräuschen total übertönt werden, erscheint das Fahren mit der Zero SR über Land subjektiv als lautlos. In Verbindung mit der beeindruckenden Fahrdynamik bietet dieses E-Bike ein Fahrgefühl, das aktuell einzigartig ist – wenn es denn sein muss bis 164 km/h. Ja, die Zero SR ist, wenn der Fahrer Leistung abfordert, pfeilschnell. Konventionelle Motorräder müssen reichlich Leistung aufweisen, um einer engagiert gefahrenen Zero SR gewachsen zu sein.

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