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08.01.2014

09:33 Uhr

Elektronikmesse CES

Wenn das Auto das Haus heizt

VonAxel Postinett

Auto und Internet wachsen zusammen, das zeigt die Leitmesse der Konsumelektronik. Aber das ist kein reibungsloser Prozess, den Chancen stehen große Risiken gegenüber. Doch davon lässt sich in Las Vegas niemand bremsen.

Toyota-Fahrzeug auf der CES. AP

Toyota-Fahrzeug auf der CES.

Las VegasWarum denn  nur fahren? Toyotas kommendes Wasserstoff-Auto hat genug Energie, um im Notfall ein Einfamilienhaus eine Woche lang mit Energie zu versorgen. Einen entsprechenden Adapter für die Garage wird es in Zukunft geben, versprach Toyota bei der Präsentation seines FCV genannten Prototyps in Las Vegas auf der Elektronikshow CES. Dann lässt sich auch im tiefsten Schneesturm, wie er derzeit weite Teile der USA heimsucht, gemütlich Zuhause am Tablet spielen oder der Abend vor dem Ultra-HD-TV verbringen.

Auto und Internet wachsen immer stärker zusammen, das zeigt die Leitmesse der Konsumelektronik in der Wüste von Nevada. Aber es wird kein reibungsloses Zusammenwachsen. Großen Chancen stehen große Risiken gegenüber. Doch davon lässt sich hier niemand abhalten. Während erste Bundesstaaten in den USA darüber nachdenken, Google Glass hinter dem Steuer zu verbieten, entwickelt die Elektronikindustrie munter drauf los.

Harman, einer der größten Anbieter für Car-Elektronik und Unterhaltung präsentiert seine Ideen im Hard Rock Hotel  in Las Vegas auf der Elektronikshow CES, bei der sich mittlerweile fast alles um Mobilität und damit auch Autos dreht. Der Hoffnungsträger heißt ADAS, Advanced Driver Assistance System, eine genormte Schnittstelle, wie sie auch in Googles Datenbrille zur Verfügung steht.

Längst geht es nicht mehr darum, ein noch besseres  Autoradio einzubauen oder den Kindern Videos auf den Rücksitzen zu zeigen. „In-Car-Infotainment“, Unterhaltung im Auto, vor drei Jahren noch der Renner, ist in den Hintergrund gerückt. Heute geht es um die sichere Vernetzung von Fahrzeug-Telematik, Cloud-Diensten und mobilem Internet. Die Implementierung von ADAS in mobilen Endgeräten wird 2016 bereits ein Markt von fünf Milliarden Dollar sein, schätzt Auto-Spezialist Harman.

Das Unternehmen will von Anfang an mit dabei sein und setzt auf Google Glass: Unablässig überwacht die in der Brille verbaute Kamera die Fahrspur und liefert die Daten an die Fahrzeugelektronik. Sie schätzt mit Hilfe der Bilder, der Daten der Fahrzeugsensoren  und Informationen aus dem Internet das Risikopotenzial auf der Fahrspur ab.

Google Glass im Auto : Umstrittene Hightech-Brille am Steuer

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Nach der Integration von Smartphones kommt nun die Datenbrille ins Auto. Sie wartet mit nützlichen Funktionen auf – ist aber künftig möglicherweise genauso am Steuer verboten wie das Telefon.

Die aktuellsten Verkehrsmeldungen fließen ein, und bei Bedarf gibt es optische und akustische Warnmeldungen. Im Notfall greift der Wagen mit seinen integrierten Sicherheitssystemen dann beherzt zur Selbsthilfe und leitet automatisch einen Bremsvorgang ein.

Mehr Sicherheit verspricht auch Cellcontrol. Die kleine solarbetriebene Kamerabox DriveID an der Windschutzscheibe identifiziert den Fahrer hinter dem Lenkrad und schaltet zwangsweise dessen Smartphone und Tablet in einen sicheren Fahrtmodus. Schreiben oder lesen von Textmitteilungen und telefonieren ohne Freisprecheinrichtung sind dann zum Beispiel gesperrt, neue Apps lassen sich nicht starten, so bald sich das Fahrzeug bewegt.

Kommentare (6)

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zarakthuul

08.01.2014, 09:56 Uhr

"Für die Kunden der Zukunft sind nicht Hubraum, Leistung oder Höchstgeschwindigkeit vorrangig, sondern wie gut das Auto mit der multimedialen Welt vernetzt ist, wie einfach es sich bedienen lässt und wie „cool“ das Cockpit rüberkommt."

Das will die Branche den Kunden einreden. Einige Freaks werden das auch wollen, doch die meisten Fahrer wollen mit dem Auto von A nach B! Wichtiger als die Vernetzung sind die Kosten der Mobilität. Zudem altert der "Durchschnittsfahrer" in DE immer mehr. Das Gros der deutschen Neuwagenkäufer ist 55+ . Da sind Multimediaspielereien schwerer zu verkaufen als in der iphone-Generation.

heine

08.01.2014, 11:24 Uhr

Ja,klar,wenn man mit einer solchen - wie sagt man heute - kW-Rakete (oder schon MW) eine Spritztour macht und sie danach in die Garage stellt, kann man wohl schon ein Haus heizen. Fragt sich nur, wie lange.

Account gelöscht!

08.01.2014, 11:47 Uhr

Bereits ab 2015 wird Mercedes mit dem Joint-Venture selbst in Serie Brennstoffzellen-Autos verkaufen.
Ein Werk wird in Kanada mit Ballard Power A0RENB und Ford gebaut um die "Stacks" herzustellen. Die Mobilität wird in Zukunft mitder Brennstoffzellentechnik sichergestellt. Vorteil ist, dass Wasserstoff leicht lagerbar und wie bereits in Versuchsanlagen u.a. EON bereits Überkapazitäten in Wasserstoff umwandeln. Die Zeit ist reif für einen Wechsel zu tragfähigen Konzepten.

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