Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.10.2012

10:09 Uhr

Ergebnisse des ADAC Tunneltest 2012

Katastrophen-Tunnel ist wieder Spitze

Sanierung lohnt sich, das zeigen die Ergebnisse des aktuellen Tunneltests. In der aktuellen Untersuchung des ADAC fällt keine der zehn getesteten Röhren durch. Der Testverlierer kommt diesmal aus der Schweiz.

Der Testsieger ist der österreichische Tauerntunnel. ADAC

Der Testsieger ist der österreichische Tauerntunnel.

München/DüsseldorfDie europäischen Tunnel werden nach Einschätzung des ADAC immer sicherer. Der Automobilclub untersuchte für seinen diesjährigen Tunneltest zehn Röhren in fünf Ländern und kam zu einem positiven Ergebnis. Keiner der Tunnel fiel durch, dagegen vergab der ADAC sechsmal die Note „gut“ und zweimal ein „sehr gut“.

Testsieger wurde der österreichische Tauerntunnel - vor allem wegen der 2011 neu eingeweihten zweiten Röhre. Im Gegensatz zu früher fährt damit der Verkehr nur noch in jeweils eine Richtung, dazu kommt modernste Technik wie etwa eine lückenlose Verkehrsüberwachung. Außerdem verfügt der Tauerntunnel über geschultes Personal in der Leitzentrale, das im Notfall auf eine gut ausgestattete Feuerwehr zurückgreifen kann.

1999, im Jahr des Brandes mit zwölf Toten und 42 Verletzten, hatte der ADAC die Verbindung von Salzburg nach Villach noch als „bedenklich“ eingestuft. Der Club testete den Tauerntunnel nun bereits zum dritten Mal.

Noch keine zweite Röhre: Testverlierer Isla Bella in der Schweiz. ADAC

Noch keine zweite Röhre: Testverlierer Isla Bella in der Schweiz.

Die beiden deutschen Tunnel bekamen eine „gute“ Bewertung. Der Allacher Tunnel bei München und der Wattkopftunnel bei Karlsruhe lagen damit im Soll der ADAC-Kriterien. Noch vor acht Jahren war der Wattkopftunnel mit einem „mangelhaft“ glatt durchgefallen, konnte die Mankos aber beheben.

Tauerntunnel-Überwachung durch zahlreiche Kameraperspektiven und geschultes Personal. ADAC

Tauerntunnel-Überwachung durch zahlreiche Kameraperspektiven und geschultes Personal.


Die untersuchten Schweizer Tunnel dagegen schnitten eher mäßig ab. Nur mit „ausreichend“ bewerteten die Prüfer die fast 2,5 Kilometer lange Verbindung zwischen St. Margrethen und Bellinzona. Besonders gravierend seien fehlende zusätzliche Flucht- und Rettungswege - auch eine zweite Röhre sei nicht vorhanden. Der Bau eines separaten Fluchtstollens ist jedoch für 2018/19 geplant.

Noch im März hatte ein Busunfall in einem Schweizer Tunnel 28 Menschen getötet, darunter 22 Kinder.

Blick in den aus Tester-Sicht mittlerweile vorbildlichen Tauerntunnel. ADAC

Blick in den aus Tester-Sicht mittlerweile vorbildlichen Tauerntunnel.

Die meisten aufgetretenen Mängel verzeichneten die Tester bei der Verkehrsüberwachung, den Flucht- und Rettungswegen sowie im Brandschutz. Trotz der insgesamt guten Werte: Der Tunneltest beruht lediglich auf Stichproben und ist nicht repräsentativ. Es bestätige sich aber die Tendenz, dass Europas Tunnel immer sicherer werden, teilte der ADAC mit, der das Fazit zog: Sanierung lohnt sich.

Die abschließende Forderung der Tester: Weiter nachzurüsten, um bis zum Jahr 2014 alle wichtigen Tunnel Europas auf den einheitlichen Mindeststandard nach EU-Richtlinie zu bekommen.

ADAC

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×