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14.10.2015

06:48 Uhr

Erste Ausfahrt im Audi A4 Avant

Business, wie üblich

VonMichael Kirchberger
Quelle:Spotpress

Der neue Audi A4 kommt im November als Limousine und Kombi neu auf den Markt – auch wenn das nicht jeder auf den ersten Blick erkennen mag. Die Ingolstädter setzen bei ihrer neuen Mittelklasse vor allem auf innere Werte.

Optisch hat sich auf den ersten Blick nicht viel getan Audi

Optisch hat sich auf den ersten Blick nicht viel getan

Audi setzt auf die inneren Werte des neuen A4, auch beim Avant.

Kein Raunen geht durch die deutschen Fuhrparks, stumm blicken Einkauf und Verwaltung auf gewohnte Formen und Rundungen, die in ihrer Unaufgeregtheit für viele Unternehmen als passende Visitenkarte beim Kunden gelten. Der Audi A4 Avant ist einer der besonderen Lieblinge von Flottenmanagern und ihrer dienstwagenfahrenden Kollegen. Er hat nicht nur fast 70 Prozent Anteil an der gesamten Baureihe, in gleichem Anteil rollt er auch in die Bestände deutscher Fuhrparks.

Mit ihm ist man stets korrekt gekleidet, gute Restwerte versprechen hohe Wirtschaftlichkeit und die Schadstoffemissionen der Motoren passen ebenfalls in die Kleiderordnungen der Betriebe. Aber so manch einer hätte sich beim neuen, ab 32.500 Euro erhältlichen A4 Avant doch einen etwas frischeren Wind aus Ingolstadt gewünscht.

Wie auch immer, der A4 Kombi kommt zeitgleich mit der Limousine am 16. November auf den Markt und kostet 1.800 Euro mehr als diese. Der Basisbenziner mit 110 kW/150 PS und Siebengangautomatik, der allerdings erst zum Jahreswechsel erscheint, ist ein Vierzylinder, der auch in kleineren Konzern-Modellen wie dem Seat Ibiza oder dem VW Polo werkelt. Das tut seiner Attraktivität durch Genügsamkeit trotz des Verzichts auf Zylinderabschaltung keinen Abbruch.

250 Nm Drehmomentspitze und ein offizieller Verbrauch von rund 5 Litern Benzin auf 100 Kilometer können sich in dieser Klasse durchaus sehen lassen. Bis zum Start des kleinen Benziners markiert ein Diesel den Avant-Einstieg. 36.900 Euro kostet der Zweiliter-Selbstzünder mit ebenfalls 110 kW/150 PS aber 320 Nm Drehmomentmaximum.

Diese Version und die nochmals im Verbrauch gesenkte TDI-Ultra-Variante (37.100 Euro, 3,8 l/100 km) sind die einzigen der fünf zum Start angebotenen Modelle, die mit einem manuellen Sechsgang, statt Automatikgetriebe angeboten werden.

Technische Daten, Motoren, Preise

Maße

Länge: 4,73 Meter, Breite: 1,84 Meter, Höhe: 1,43 Meter, Radstand: 2,82 Meter, Kofferraumvolumen: 505 - 1.510 Liter

Diesel, 200 kW

3,0-Liter-Sechszylinder-Diesel, Allradantrieb, 200 kW/272 PS, 600 Nm bei 1.500 bis 3.000 U/min, Achtgang-Automatik, Vmax: 250 km/h, Beschleunigung: 0 - 100 km/h: 5,3 Sek., Verbrauch: 5,1 l/100 km, CO2-Ausstoß: 134 g/km, Preis: ab 51.950 Euro.

Diesel, 140 kW

2,0-Liter-Diesel, 140 kW/190 PS, maximales Drehmoment: 400 Nm bei 1.750 bis 3.000 U/min, Siebengang-Automatik, Vmax: 240 km/h, Beschleunigung: 0 - 100 km/h: 7,9 Sek., Normverbrauch: 4,2 l/100 km, CO2-Ausstoß: 109 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse A; Preis ab 42.250 Euro.

Diesel, 110 kW

2,0-Liter-Diesel, 110 kW/150 PS, maximale Drehmoment: 320 Nm bei 1.500 bis 3.250 U/min,  Sechsgang-Handschaltgetriebe, Vmax: 221 km/h, Beschleunigung: 0 - 100 km/h: 8,9 Sek., Verbrauch: 4 l/100 km. CO2-Ausstoß: 104 g/km, Preis: ab 36.900 Euro

Benziner, 185 kW

2.0-Liter-Benziner, Allradantrieb, 185 kW/252 PS, maximales Drehmoment: 370 Nm bei 1.600 bis 4.500 U/min, Siebengang-Automatik, Vmax: 250 km/h. Beschleunigung: 0 - 100 km/h: 6,3 Sek., Verbrauch: 6,1 l/100 km, CO2-Ausstoß: 139 g/km, Preis: ab 46.300 Euro 



Benziner, 140 kW

2,0-Liter-Benziner, „Ultra“, 140 kW/190 PS, maximales Drehmoment: 320 Nm bei 1.450 bis 4.000 U/min, Siebengang-Automatik, Vmax: 210 km/h, Beschleunigung: 0 - 100 km/h: 7,5 Sek., Verbrauch: 5 l/100 km, CO2-Ausstoß: 114 g/km, Preis: ab 39.200 Euro

Wie gesagt, optisch hat sich auf den ersten Blick nicht viel getan. Erst auf den zweiten Blick offenbart die Karosserie Veränderungen. Vorn dominieren schnittige Scheinwerfer, die auch mit LED-Matrix-Technik zu haben sind. Vor allem von hinten wirkt der A4 Avant breiter als ein Vorgänger erreicht gefühlt das Format des größeren A6.

Wirklich beeindruckend ist der Innenraum geraten, hier herrscht Oberklassenniveau. Zudem wetteifern viele Assistenzsysteme um die Kundengunst, wer das maximale Sicherheitspotenzial ausschöpfen will muss gut 4.000 Euro investieren.

Ein Kombi aber wird in den meisten Fällen wegen seines Laderaumvolumens gekauft, hier hat der A4 Avant im Vergleich zu seinem Vorgänger um 15 Liter zulegen können. 505 Liter passen mindestens zwischen die dreigeteilt umklappbaren Rücksitzlehnen und die auf Wunsch elektrisch öffnende Gepäckraumabdeckung.

Das einfache und daher schnell erledigte Umklappen steigert das Ladevolumen auf 1.510 Liter, die für herkömmliches Gepäck meist unbrauchbare Reserveradmulde wird bei dieser Angabe allerdings mitberücksichtigt.

Der Innenraum ist erneut hochwertig gemacht Audi

Audi A4 Avant

Der Innenraum ist erneut hochwertig gemacht

Wandlungsfähig ist der Laderaumboden, seine Ober- und Unterseiten sind mit unterschiedlichen Materialien bezogen, die eine mit feiner Auslegeware zum Schutz von teuren Koffern und Taschen, die andere mit wasserabweisendem Material zum Transport von verunreinigtem oder nassem Ladegut.

Ein Fach darunter nimmt die praktischen Stangen der verschiebbaren Ladegutsicherung auf, wenn diese nicht gebraucht werden. Die 63 Zentimeter über der Straße liegende Ladekante ist mit einer Edelstahlleiste geschützt, das Trennnetz gehört ebenso wie die elektrisch öffnende Kofferraumklappe und die Dachreling beim A4 Kombi zur Serienausstattung.

Der Audi A4 Avant ist einer der besonderen Lieblinge von Flottenmanagern und ihrer dienstwagenfahrenden Kollegen Audi

Der Avant ist prächtig motorisiert, Schwächen leistet sich keines der zur Markteinführung angebotenen Triebwerke.

Musikgenuss verspricht ein 755 Watt starkes, mit 19 Lautsprechern bestücktes Soundsystem von Bang und Olufsen für rund 1.800 Euro extra.

Der Avant ist prächtig motorisiert, Schwächen leistet sich keines der zur Markteinführung angebotenen Triebwerke. Dennoch gehören sie zu den Leisetretern. Im Innenraum herrscht ein überaus niedriges Geräuschniveau, beste Voraussetzungen für missverständnisfreie Gespräche während der Dienstfahrt. Oder den ungestörten Musikgenuss über das 755 Watt starke, mit 19 Lautsprechern bestückte Soundsystem von Bang und Olufsen für rund 1.800 Euro.

Kurzcharakteristik

Warum?

Weil der Neue wie der Alte ist, nur eben besser.

Warum nicht?

Weil selbst die besten Ideen irgendwann fad werden.

Was sonst?

BMW 3er Touring, Mercedes-Benz C-Klasse T-Modell.

Was kommt noch?

S- und RS-Modelle, A4 g-tron mit bivalentem Erdgasbetrieb.

Ab wann?

Am 16. November kommt er in den Handel.

Zu überzeugen weiß der neue A4 Avant also vor allem mit inneren Werten. Die könnten auch dem erst für das vierte Quartal 2016 angekündigten Eco-Modell A4 Avant g-tron gerade im gewerblichen Einsatz helfen. Mit bivalentem Antrieb verbrennt sein Zweilitermotor vorzugsweise Erdgas, in neuentwickelten Tanks sind 19 Kilogramm davon unter dem Kofferraum bevorratet, ohne das ein wesentlicher Stauraumverlust in Kauf genommen werden müsste.

Für 500 Kilometer Fahrtstrecke reichte diese Menge dem 125 kW/170 PS starken Triebwerk, neigt sich der Vorrat, schaltet die 270 Nm stemmende Maschine auf Benzinbetrieb um und kommt mit dem Tankinhalt von 25 Liter nochmal 450 Kilometer weit, sagt Audi.

Für Flottenchefs, die naturgemäß immer auf der Suche nach Lösungen zur Budget-Entlastung sind, könnte das ein willkommenes Sparangebot sein.

32.500 Euro kostet der Avant mindestens Audi

32.500 Euro kostet der Avant mindestens.

Der A4 ist seit Generationen einer der besonderen Lieblinge von Flottenmanagern und ihrer dienstwagenfahrenden Kollegen.

Kommentare (3)

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Herr Peter Insam

14.10.2015, 10:51 Uhr

Als Fuhrparkleiter kann ich die Aussagen zum A4 nicht bestätigen. Keineswegs ist der A4-Anteil so hoch, wie hier geschildert. Dies wird überdies von anderen Fuhrparkleitern bestätigt. Was hingegen bestätigt werden kann ist die unglaubliche Langeweile beim Design. Hat man einen Audi gesehen, hat man sie alle gesehen. Der mittlerweile grottenhäßlich protzige Kühlergrill wurde einmal mehr modifiziert, die Spielerei mit den Leuchten geht in die nächste Runde (progressives Blinklicht mit freundlichen Grüßen vom Ford Mustang). Ansonsten hat sich äußerlich nichts geändert. Bestätigen kann man auch die Flunkerei beim Verbrauch. Die Praxis zeigt, dass hier mit 50% Mehrverbrauch gegenüber den Normwerten gerechnet werden muss. Der HB-Bericht ist kritiklos, voller Schönfärberei und dient einmal mehr eher der Werbung als der nüchternen Berichterstattung. Mehr Kritik insbesondere hinsichtlich Preisgestaltung und eben Umwelt wäre angebracht. So liest sich der Bericht wieder einmal wie eine Lobeshymne auf die ach-so-tollen deutschen Automobile.

Herr Hans Meier

14.10.2015, 12:15 Uhr

Der Artikel muss heutzutage entweder als Werbeartikel oder als unseriöser Artikel eingestuft werden. Ich bin erstaunt, dass Presseleute, die eigentlich ein Ohr an der Zeit haben sollten, nicht begriffen haben, dass die im Artikel gemachten üblichen Sprüche z.B. beim Verbrauch niemanden mehr interessieren.
Also, Handelsblatt-Leute. lasst es entweder mit solchen Artikeln sein oder gestaltet diese wertvoller.

Herr stefan kinlel

15.10.2015, 15:28 Uhr

Was ist denn wirklich neu?
Der von außen einstellbare Innenspiegel?
Der Motor, der nach elendig langen 5 Jahren leistungsmäßig endlich mal zu BMW aufgeschlossen hat?
Die Optik, die nun noch unverwechselbarer - sprich einheitsbreiiger - ist?
Oder der Betriebswirt Stadler als einsamste Spitze der Entwicklung von Audi?

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