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02.11.2015

11:47 Uhr

Erste Ausfahrt im neuen Kia Optima

Neue Generation zum alten Preis

VonHolger Holzer
Quelle:Spotpress

Der neue Kia Optima ist ja fast wie der alte. Doch das behutsam angefasste Design täuscht, denn im Gesamteindruck präsentiert sich die zweite Generation durchaus intensiv renoviert.

Fahrbericht: Kia Optima - Dezent gewachsen Kia

Dezent gewachsen ist er, der neue Optima

Erste Proberunden mit der CRDi-Ausgabe, deren Aggregat kultiviert läuft, zeigen akzeptable Fahrleistungen.

Der Kia Optima ist ein wahres Massenauto. Weit über eine Million Exemplare verlassen alljährlich die über den Globus verstreuten Werke – doch nach Deutschland gelangen nur wenige Hundert Stück. Schade eigentlich, denn – so viel sei vorweggenommen – der Euro-Koreaner ist ein richtig gutes Auto. Daher betont Kia Motors Deutschland-Chef Steffen Cost vorsichtshalber noch einmal, dass die ab 24.990 Euro startende Mittelklasse den Charakter eines Markenbotschafters habe.

Das beginnt mit dem Design, das die Gestalter um Peter Schreyer in Frankfurt zeichneten und für das neue Modell behutsam weiterentwickelten, geht über den mit ordentlich Know How aus dem Rüsselsheimer Entwicklungszentrum gefütterten Diesel und endet noch lange nicht mit dem inzwischen ausgereiften Interieur.

Kurzcharakteristik

Warum?

Chic im Aussehen, wertig in der Anmutung (auch innen), geräumig, gute Preis-Leistung, sieben Jahre Garantie (auf 150.000 km begrenzt).

Warum nicht?

Eingeschränktes Motorenangebot, altmodischer Benziner.

Was sonst?

Mazda 6, Volkswagen Passat, Renault Talisman, Peugeot 508, Opel Insignia oder im Premium-Bereich Mercedes C-Klasse, BMW 3er, Audi A4 oder Jaguar XE.

Wann?

Im Handel ab Januar 2016

Was noch?

Starker Benziner mit über 250 PS und Plugin-Hybrid sowie Kombi-Version.

Vielleicht liegt der Knackpunkt ja am fehlenden Kombi. Das Problem soll nächstes Jahr gelöst werden. Und ein bisschen mehr Auswahl bei den Motoren könnte er durchaus haben –der auf 104 kW/141 PS erstarkte 1,7-Dieselmotor ist womöglich doch etwas dünn.

Da wäre allerdings noch der Zweiliter-Benziner mit 120 kW/163 PS. Andererseits dürfte der Selbstzünder den Ansprüchen der meisten Kunden einer „Brot- und Butter“-Klasse schon ziemlich nahe kommen.

Erste Proberunden mit der CRDi-Ausgabe, deren Aggregat kultiviert läuft, zeigen akzeptable Fahrleistungen, wenngleich sie natürlich kein Pulsbeschleuniger ist. Doch die Elastizität geht in Ordnung, man kann den Selbstzünder schaltfaul fahren angesichts 340 Nm Drehmoment ab 1.750 Touren.

Erfreulicherweise punktet der Kia auch durch innere Werte Kia

Im Januar kommt die Mittelklasse-Limousine auf den Markt.

Erfreulicherweise punktet der Optima auch durch innere Werte.

Die sechs Gänge rasten auffällig leichtgängig ein, der Schalthebel schmeichelt außerdem der Hand. Darüber hinaus haben sich die hauseigenen Techniker etwas einfallen lassen und die bisherige Wandlerautomatik analog zum Cee’d durch das siebenstufige Doppelkupplungsgetriebe ersetzt.

Man muss wirklich Pedant sein, um diese Art der Kraftübertragung zu spüren – allenfalls die Anfahrcharakteristik mit der Lamellenkupplung, die auf ein Ölbad verzichtet, verrät es. Die Schaltvorgänge erfolgen wirklich geschmeidig, selbst unter plötzlich einsetzender Volllast gibt es keine ruckartige Arbeitsweise.

Den gemittelten Verbrauch nach NEFZ beziffert der Hersteller auf 4,2 Liter je 100 km – mit der Automatik sind es vernachlässigbare 0,2 l mehr. Das verkaufsfördernde Effizienzlabel A+ ist jedenfalls gesichert.

Den gemittelten Verbrauch nach NEFZ beziffert der Hersteller auf 4,2 Liter je 100 km Kia

Der Normverbrauch des Diesel soll bei 4,2 Liter je 100 km liegen.

Der Hersteller bietet dem Käufer zahlreiche Assistenten an, die in der Praxis auch gut funktionieren.

Erfreulicherweise punktet der Kia auch durch innere Werte. Es ist den Konstrukteuren gelungen, die Inneneinrichtung gediegen aussehen zu lassen, ohne einen überkandidelten Eindruck zu vermitteln. Die sanft geschwungene Wulst im Bereich des Armaturenbretts geht als architektonischer Kniff durch – das Material, ein geschäumter Kunststoff, fühlt sich gut und wertig an. Es war klug, auf künstlich wirkende Holzintarsien zu verzichten, die braucht dieses Segment nicht, so wirkt es ehrlich.

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