Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.11.2015

06:10 Uhr

Erste Ausfahrt mit dem neuen 911er

Den Saugmotor werden nur wenige vermissen

VonMartin-W. Buchenau

Von außen sieht man nicht, dass unter der Haube der Ikone 911 eine Antriebsrevolution stattfindet. Doch nicht nur der Turbo verändert das Fahrgefühl. Der klassische Porsche wird gleichzeitig sportlicher und komfortabler.

Äußerlich sieht man dem modellgepflegten Porsche 911 des Modelljahrgangs 2016 seine Antriebsrevolution nicht an. Unter der Heckhaube ist der klassische Sechszylinder-Boxer zwar kleiner geworden, aber auch kräftiger. Und dank Turbo etwas weniger durstig. PR

Die neue Turbo-Technik verändert nicht nur das Fahrgefühl.

Äußerlich sieht man dem modellgepflegten Porsche 911 des Modelljahrgangs 2016 seine Antriebsrevolution nicht an. Unter der Heckhaube ist der klassische Sechszylinder-Boxer zwar kleiner geworden, aber auch kräftiger. Und dank Turbo etwas weniger durstig.

Einsteigen, Schlüssel rumdrehen, losfahren, und in knapp vier Sekunden auf Tempo hundert. Dazu der röhrende 911er Sound. Also alles wie gehabt? Normalerweise wäre das ein vernichtendes Urteil, für ein Auto das gerade eine Modellpflege hinter sich hat. Nicht aber für den Porsche 911 Carrera. Denn beim ersten Eindruck soll der Porschefahrer vier Jahre nach der Einführung der siebten Generation möglichst nicht spüren, dass die Porsche-Ingenieure nach der Luftkühlung auch die Saugmotorentechnik aus dem 911er verbannt haben.

Eine Revolution unter der Motorhaube. Mit dem Typ 991 II – so die interne Bezeichnung- werden erstmals ausschließlich Turbomotoren im Heck verbaut. Ein harter Schlag für traditionsbewusste, beinharte Porsche-Fans. In Internetforen und Kommentaren unter ersten Berichten musste Porsche sich harsche Kritik gefallen lassen. „Porsche ist eh nicht mehr das was es war“, „Als würde der Papst den Priestern die Ehe erlauben“, lauteten einige Kommentare.

Warum die Aufregung? Saugmotoren ziehen ihre Kraft vor allem aus dem Hubraum, es sind extreme Drehzahlbereiche möglich. Bei Turbos dagegen wird die Luft zusätzlich durch eine Turbine verdichtet und in die Brennkammern gepresst. Vorteil der Technik, auf die mittlerweile auch Ferrari setzt: Sie erlaubt kleineren Hubraum und der Motor arbeitet sparsamer. Nachteil: Bis der Lader genügend Druck aufgebaut hat, vergehen Sekundenbruchteile, wer es besonders eilig hat, spricht vom ärgerlichen Turboloch.

Porsche ist, wie mittlerweile alle Sportwagenhersteller, gezwungen auf diese Technologie zu setzen, um die von der EU verordneten CO2-Grenzwerte einzuhalten. In einem können Traditionalisten aber aufatmen: es bleibt bei sechs Zylindern in Boxeranordnung, im Heck. Und der Neue entwickelt sein volles Drehmoment bereits ab 1.700 Umdrehungen.

Porsche Cayman GT4 im Handelsblatt-Test: Liebe auf den ersten Tritt

Porsche Cayman GT4 im Handelsblatt-Test

Liebe auf den ersten Tritt

Vor diesem Zweisitzer verbeugen wir uns schon beim Einstieg, der nur knapp über dem Asphalt liegt. Was der schärfste Cayman drauf hat, taugt für den Racetrack. Das Auto will getreten werden, dann zeigt es seine Stärken.

Auf der Vergleichsfahrt mit dem “alten“  911 auf der deutschen Autobahn und der Schwäbischen Alb ist für den Normalfahrer so leicht kein Unterschied auszumachen. Ja, man hört ein Turbopfeifen beim Neuen. Tatsächlich aber ist das gefürchtete Turboloch so klein, dass wirklich nur Rennsport-Experten es spüren werden. „Vielleicht auf Eis beim Drift mit Gegensteuern und Gaswechseln  merken das Leute wie Walter Röhrl“, sagt 911er-Fahrwerksspezialist Eberhart Armbrust.

Tatsächlich lässt sich der Neue von Normalsterblichen fahren wie der Sauger. Und was er wirklich kann, demonstrieren bei den ersten offiziellen Präsentationen Werksfahrer auf einer vier Kilometer langen abgesperrten Bergstrecke auf Teneriffa.

Endlich, so werden viele sagen, zieht serienmäßig eine neu entwickelte Kommunikationseinheit in den Neunelfer. Möglich sind Online-Navigation, Smartphone-Anbindung und drahtlose Aufladung, WLAN, Sprachbedienung, Eingabe per Handschrift, Wisch- und Zoom-Gesten, Annäherungssensorik, Echtzeit-Verkehrsinfos sowie Google Earth und Street View. PR

Blick ins Innere: Noch immer geht es in dem Sportwagen etwas intim zu, aber nicht eng.

Endlich, so werden viele sagen, zieht serienmäßig eine neu entwickelte Kommunikationseinheit in den Neunelfer. Möglich sind Online-Navigation, Smartphone-Anbindung und drahtlose Aufladung, WLAN, Sprachbedienung, Eingabe per Handschrift, Wisch- und Zoom-Gesten, Annäherungssensorik, Echtzeit-Verkehrsinfos sowie Google Earth und Street View.

Der Neue geht um die Kurven wie auf Schienen. Bei Drifts ist er dank der optionalen Hinterachslenkung leichter unter Kontrolle zu halten als der Vorgänger. Und das alles in Extrembereichen, in die 98 Prozent der Porschefahrer sich niemals bewegen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×