Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.09.2012

10:33 Uhr

Erste Fahrerfahrungen mt dem Citan

Mercedes City-Transporter a la francaise

Man muss für einen neuen Transporter nicht direkt das Rad neu erfinden. Ein erprobter City-Van eines Kooperationspartners als Basis tut es auch. So wird aus einem Renault Kangoo ein Mercedes Citan. Erste Fahreindrücke.

Mehr als 700.000 Kleintransporter werden in Europa pro Jahr verkauft. Hier möchte deshalb auch Mercedes mit dem Stadtlieferwagen Citan mitmischen. Eine Eigenentwicklung wollte man sich noch nicht leisten, daher arbeiten die Stuttgarter mit Renault zusammen. Der City-Van Kangoo hatte es den Technikern angetan, so dass der neue Citan die Grundkonzeption, die Varianten und die Motoren des Franzosen übernimmt, wobei sich die fällige Überarbeitung nicht nur auf die Optik beschränkt. "Wo der Stern drauf ist, steckt auch Mercedes-Know-how dahinter", sagt Volker Mornhinweg, Leiter des Geschäftsbereichs Van. Das Fahrwerk hat ein komplett neues Setup erhalten, der Innenraum wurde neu gestaltet und auch die Motoren haben auf dem Prüfstand gestanden.

Die Bugpartie zeigt ein typisches Mercedes-Gesicht, bei dem sich Design-Elemente von Viano und M-Klasse wieder finden. Hier haben die Sindelfinger Designer eine bewusst kantige Form gewählt, um sich von dem rundlichen, knuffigen Basisfahrzeug Renault Kangoo abzusetzen ...

Die Bugpartie zeigt ein typisches Mercedes-Gesicht, bei dem sich Design-Elemente von Viano und M-Klasse wieder finden. Hier haben die Sindelfinger Designer eine bewusst kantige Form gewählt, um sich von dem rundlichen, knuffigen Basisfahrzeug Renault Kangoo abzusetzen ...

Der Transporter ist in drei Längen, als Kastenwagen oder als Kombi zu haben. Beim Ladevolumen (2,4 bis 3,8 Kubikmeter) und der Nutzlast (490 bis 810 Kilogramm) hat er nur Mittelmaß zu bieten, der Wettbewerber Caddy setzt hier die Bestmarken. Auch bei der zulässigen Anhängelast gesteht der Hersteller nur 1 050 kg (gebremst) zu. Attraktiv in der Nische ist die Variante Mixto mit fünf vollwertigen Sitzplätzen plus 2,4 Kubikmeter Laderaum und 300 Kilogramm Zuladung. Mit zahlreichen Ausstattungspaketen lässt sich der Citan genau auf seinen Einsatz zuschneidern – in mehr als 150 Varianten.

Der Citan kommt mit einer stärker profilierten Frontpartie als der Kangoo daher, die nach Art des Hauses ein riesiger Stern ziert – der Rest der Karosserie entspricht dem Renault. Der Innenraum hat sich größere Eingriffe gefallen lassen müssen. Neue, wirklich bequeme Sitze und ein eigener Armaturenträger halten Einzug. Jeder Schalter sitzt da, wo er hin gehört. Die Lenksäule ist lediglich in der Höhe verstellbar, aber bis auf sehr langbeinige Fahrer kommt jeder zurecht.

Schadstoffnormen: Was bedeutet Euro 5 und Euro 6?

Euro 5

Autos stoßen bei laufendem Motor giftige und klimaschädliche Stoffe aus. Deshalb hat der Gesetzgeber Grenzwerte für Kohlenmonoxid (CO), Stickoxide (NOX), Kohlenwasserstoffe (HC) und Rußpartikel (PM) festgelegt. Seit September 2009 müssen Hersteller bei der Entwicklung neuer Autos die Abgasnorm Euro 5 einhalten. Seit Januar 2011 müssen auch alle neu zugelassenen Wagen Euro 5 erfüllen. Benziner dürfen zum Beispiel maximal ein Gramm CO pro Kilometer ausstoßen, Diesel nur die Hälfte. Der Grenzwert für Rußpartikel beim Diesel liegt bei fünf Milligramm je Kilometer, die Euro-4-Norm hatte noch das Fünffache zugelassen.

Euro 6

Anfang September 2011 wird als Zwischenschritt die Rußmenge, die ein Auto ausstoßen darf, weiter reduziert - auf 4,5 Milligramm. Am 1. September 2014 folgt dann die Euro-6-Norm - zunächst wieder erst einmal nur für die Hersteller bei der Entwicklung. Ab September 2015 müssen dann auch alle neu zugelassenen Autos Euro 6 erfüllen. Diese Norm betrifft erster Linie Diesel: Der Grenzwert für Stickoxide, die neue Fahrzeugtypen mit Selbstzündern ausstoßen dürfen, wird auf weniger als die Hälfte des derzeitig gültigen Werts gesenkt - nämlich von 180 Milligramm pro Kilometer (Euro 5) auf 80 Milligramm (Euro 6).

Der Motor wird konventionell mit Schlüssel gestartet, der kleinvolumige Diesel-Vierzylinder fällt sofort in einen ruhigen Leerlauf. Mit 66 kW/90 PS und 200 Newtonmeter Drehmoment hängt er gut am Gas und gibt sich beim Anfahren keine Turbo-Gedenksekunde. Er fährt sich unerhört elastisch, und packt noch bei 1 000 Touren an. Wird Leistung gefordert, dreht der Vierzylinder willig hoch, wird dann etwas lauter, aber nicht unangenehm. Wer mehr Leistung möchte ist mit der 81 kW/110 PS Variante gut bedient. Dann stehen unter Volllast 240 Newtonmeter von 1 750 Umdrehungen bis 2.750 Umdrehungen parat. Wer es in der Stadt nicht zu eilig hat, bekommt den Universaldiesel mit 55 kW/75 PS mit 180 Newtonmeter etwas günstiger.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

19.09.2012, 10:47 Uhr

Da können die ihren Stern draufkleben....

eher gehe ich mit der Schubkarre, bevor ich einen Franzosen kaufe. Der Schaden an der Marke Mercedes ist immens. Das wird der Nachfolger von Dr. Z. schon noch merken.

Coca Cola vermischt ihr Gesöff auch nicht mit Essig oder mit Bananensaft. Die nehmen dann einfach andere Marken.

Realo

24.01.2013, 13:15 Uhr

Es geht doch nichts über ein zementiertes Vorurteil ohne den lästigen Realitäts-Check.Die Wirklichkeit sieht anders aus: Renault kann im Gegensatz zu Mercedes billig und gut. Wenn dann Mercedes noch substantiell nachbessert (ESP-Abstimmung vom Feinsten. Marken-typisches Gesicht, bessere Sitze, Schalter da wo sie hingehören, Start-Stopp-System, rekuperierender Generator usw. usw), wo ist das Problem? Wer den letzten Pfennig umdrehen muss kauft eben Kangoo, wer auch im Beruf lieber mit "g'scheidtem Werkzeug" arbeitet, kauft den Mercedes Citan.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×