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08.04.2015

07:56 Uhr

Erste Fahrt im neuen Audi Q7

Schwergewicht auf leichtem Fuß

VonBenjamin Bessinger
Quelle:Spotpress

Gleich und gleich gesellt sich gern: Zwischen Elefanten und Nashörnern bekommt der Audi Q7 in Namibia seinen letzten Schliff. Doch der erste Eindruck täuscht: Das Dickschiff hat abgespeckt und bewegt sich leichtfüßig.

Mit 5,05 Metern Länge ist er groß wie eh und je und selbst in der zweiten von drei Sitzreihen noch entsprechend geräumig.  Audi

Mit 5,05 Metern Länge ist er groß wie eh und je und selbst in der zweiten von drei Sitzreihen noch entsprechend geräumig.

Er ist das Dickschiff unter den deutschen SUV. Kaum ein anderer moderner Geländewagen aus heimischer Produktion ist so gewaltig und gewichtig wie der Audi Q7. Deshalb ist es irgendwie passend, dass die Ingolstädter kurz vor dem Serienstart mit der zweiten Generation ausgerechnet nach Namibia gehen, um ihm auf einsamen Straßen zwischen Elefanten und Nashörnern den letzten Schliff zu geben: „Was wir den Autos hier zumuten, das lässt sich daheim kaum simulieren“, sagt der technische Projektleiter Steffen Scheunemann.

Er erzählt von stundenlangen Marterfahrten über Staubpisten und Schnellstraßen, bei denen der Top-Management-Kreis (TMK) um Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg den Prototypen auf den Zahn fühlt: Die Feinabstimmung von Fahrwerk und Triebstrang mit mittlerweile sieben Modi im Drive-Select-Regler, Windgeräusche, die Passung von Konsolen und Zierleisten oder die Arbeit der Klimaanlage – all das muss perfekt sein, bevor Hackenberg den Daumen hebt und in der Fabrik für den Verkaufsstart im Juni die ersten Kundenautos vom Band laufen können.

Deshalb fährt das Dickschiff 8.000 Kilometer südlich von Ingolstadt zwischen den Dickhäutern und kämpft gegen ein Vorurteil. Denn genauso wie Elefanten und Nashorn im Ernstfall alles andere als träge sind, ist auch der zunächst als Diesel mit 200 kW/272 PS oder als Benziner mit 245 kW/333 PS und immer mit drei Liter großem V6 lieferbare Q7 mit dem Generationswechsel überraschend agil geworden.

Mit 5,05 Metern Länge ist er groß wie eh und je und selbst in der zweiten von drei Sitzreihen noch entsprechend geräumig. Aber nach einer radikalen Aluminium-Diät bis zu 325 Kilogramm leichter und in der Grundversion sogar endlich unter zwei Tonnen schwer, fühlt sich der bayerische Brocken bei der ersten Ausfahrt fast schon sportlich an.

Er stürmt beim Kickdown nicht nur so vehement los wie ein Nashorn auf dem Kriegspfad, schafft den Sprint im besten Fall in 6,1 Sekunden und rennt tapfer gegen die 250er-Marke an. Vor allem wirkt er auf der Landstraße handlicher als bisher.

Er lenkt schnell und präzise ein, kratzt früher die Kurve, stemmt sich mutig gegen Schwer- und Fliehkraft und fühlt sich zwei Nummern kleiner an, als er eigentlich ist. Nicht umsonst gibt es zum sauber abgestimmten Luftfeder-Fahrwerk und der neuen Fünflenker-Hinterachse auch eine Allradlenkung.

Über das Design der Karosserie mag man streiten. Doch wenn man erst einmal eingestiegen ist, löst sich alle Kritik in Wohlgefallen auf. Audi

Über das Design der Karosserie mag man streiten. Doch wenn man erst einmal eingestiegen ist, löst sich alle Kritik in Wohlgefallen auf.

Während der Q7 auf einer kurvigen Strecke ein völlig neues Gesicht zeigt,  bleibt er auf schnellen, breiten Straßen ganz der alte, schreitet mächtig aus und lässt große Entfernungen zu kleinen Hüpfern schmelzen: Flüsterleise, wolkenweich und rasend schnell jagt man im Q7 durch Zeit und Raum und erlebt den Geländewagen als perfekten Kilometerfresser für die oberen Zehntausend. Wer braucht da noch eine Luxuslimousine?

Wer 2014 die meisten Autos weltweit verkauft hat

Platz 10: Suzuki

2014 setzte Suzuki weltweit 2,71 Millionen Autos ab. Damit konnte der japanische Autobauer seinen Absatz um ein Prozent steigern - ein vergleichsweise schwaches Ergebnis. Dazu gehörte Suzuki nicht. In den USA ist der Absatz seit Jahren rückläufig und auch in China hat es das japanische Unternehmen schwer.

Quelle: Center of Automotive Management (CAM)

Platz 9: PSA Peugeot Citroën

Seit 2005 wuchs die Branche im Schnitt um 28 Prozent – PSA Peugeot Citroën dagegen musste für den selben Zeitraum einen Rückgang um 13 Prozent hinnehmen. Insgesamt konnte Europas zweitgrößter Automobilhersteller 2,94 Millionen Autos verkaufen – immerhin 4,3 Prozent mehr als 2013.

Platz 8: Honda

Honda konnte seinen Absatz 2014 gegenüber dem Vorjahr um 4,7 Prozent steigern und hat 4,36 Millionen Autos verkauft. Wie auch Suzuki konnte Honda nicht vom starken Wachstum auf dem chinesischen Markt profitieren. Auch in den USA war der Verkauf im vergangenen Jahr leicht rückläufig. Dafür konnte der japanische Autobauer auf dem heimischen Markt zulegen, ebenso in anderen asiatischen Staaten.

Platz 7: Fiat Chrysler Automobiles (FCA)

Der kleinste der drei Detroiter Autobauer, konnte 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 4,2 Prozent zulegen und seinen Absatz auf 4,61 Millionen Fahrzeuge ausweiten. Bis 2018 hat der amerikanische Autobauer allerdings ein Absatzziel von sieben Millionen Fahrzeugen ausgegeben – davon ist er noch weit entfernt.

Platz 6: Nissan

Für die meisten japanischen Autobauer ist der US-Markt top – so auch für Nissan. Der Absatz dort nahm 2014 um elf Prozent zu. Weltweit stieg er um 4,1 Prozent, so dass Nissan 5,31 Millionen Autos verkaufte. Im vergangenen Jahr stagnierte aber das China-Geschäft.

Platz 5: Ford

Zu den globalen Verlierern 2014 gehört Ford. Im Vergleich zu 2013 ging die Zahl der verkauften Fahrzeuge um 0,1 Prozent zurück und sank auf 6,32 Millionen. Ford konnte vor allem in China zulegen – plus 19 Prozent. Meist verkauftes Auto der Welt war 2012, 2013 und 2014 aber der Ford Focus.

Platz 4: Hyundai

Einer der großen Gewinner. Um 5,9 Prozent konnte der südkoreanische Autobauer seine Verkaufszahlen 2014 im Vergleich zu 2013 steigern, insgesamt rund acht Millionen Autos. Viel verkauft hat Hyundai in China - dort ist der Konzern der drittgrößte Player auf dem Markt. Seit 2005 steigerten die Südkoreaner ihre Verkäufe um 130 Prozent. Besonders erfolgreich war Hyundai dabei in den USA, in Europa und in China.

Platz 3: General Motors (GM)

Seit 2005 konnte General Motors in puncto Absätzen nur um acht Prozent zulegen – für den gleichen Zeitraum betrug das Branchenwachstum 28 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Verkäufe 2014 um 2,2 Prozent – auf 9,92 Millionen Fahrzeuge. Ein Drittel davon verkauft General Motors in China.

Platz 2: Volkswagen

Im Vergleich zu 2013 ist der Absatz des VW-Konzerns 2014 um 4,5 Prozent gestiegen. Das liegt auch am China-Geschäft, wo VW aktuell Marktführer ist. Dafür musste der deutsche Autobauer auf dem US-Markt einen Rückgang um zwei Prozent hinnehmen.

Platz 1: Toyota

Der Hybrid- und Wasserstoff-Pionier ist weiter Weltmarktführer. Im Vergleich zu 2013 konnte Toyota seinen Absatz zwar nur um magere 2,5 Prozent steigern, damit hat das Unternehmen allerdings die Zehn-Millionen-Verkaufs-Marke geknackt. Auf dem US-Markt lief es gut. Dort hat Toyota den drittgrößten Marktanteil und verkauft den Amerikaner mittlerweile ein Viertel seiner Produktion.

Genau wie die Dickhäuter in der Savanne von Namibia beweist der Q7 dabei einen langen Atem. Denn er ist nicht nur agiler und sportlicher geworden. Mit dem Gewicht ist auch der Verbrauch gesunken. Bis zu 28 Prozent hat Projektleiter Scheunemann den Motoren abgerungen und den Verbrauch beim Diesel auf 5,7 und beim Benziner auf immerhin 7,7 Liter gedrückt. Obwohl der Tank – natürlich ebenfalls mit Rücksicht auf das Gewicht – 15 Liter kleiner ist als früher, kommt der Q7 deshalb jetzt noch weiter.

Wem das an Sparsamkeit nicht reicht, der bekommt den Q7 bald auch als e-Tron mit Steckdosen-Anschluss. Für die 373 PS Systemleistung kombiniert Audi zum ersten Mal in der Serie Diesel- und Elektromotor und kommt bei 56 Kilometern Akku-Reichweite auf einen rekordverdächtigen Normverbrauch von 1,7 Litern. Da kommen selbst die Plug-In-Varianten von BWM X5 und Mercedes GLE nicht mit.

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