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23.10.2013

10:48 Uhr

Fahrbericht Chevrolet Corvette Stingray

Die Vette gilt

VonBenjamin Bessinger
Quelle:Spotpress

Auf dem Highway ist bald wieder die Hölle los: Fast ein Jahr nach der Messepremiere kommt endlich die neue Corvette auf die Straße. Leistung, Tempo, Querdynamik – überall strebt die US-Ikone nach Bestmarken.

Nur beim Preis bewahren die Amerikaner wie immer die Bodenhaftung.  Chevrolet

Die neue Corvette. Beim Preis bewahren die Amerikaner wie immer die Bodenhaftung. Mit 69.990 Euro ist die Corvette fast ein Drittel billiger als der 911 – von anderen Sportwagen ganz zu schweigen.

„Die stärkste, die schnellste, die schärfste, kurz: die Beste“ – wenn ein Auto wie die Chevrolet Corvette in die nächste Runde geht, sparen die Amerikaner nicht mit großen Worten und Chefentwickler Tadge Juechter wirft mit Superlativen nur so um sich. Schließlich ist der Kult-Coupé aus Kentucky nicht nur eine amerikanische Ikone und für die Volksseele jenseits des Atlantiks sicher so wichtig wie für uns Deutsche der Porsche 911.

Die gerade 60 Jahre alt gewordene Corvette ist – Achtung: noch ein Superlativ – mit über 1,5 Millionen verkauften Exemplaren nach der Lesart der Amerikaner auch der meistverkaufte Sportwagen der Welt. Diesen Status will die mittlerweile zumindest in unseren Breiten eher auf Kleinwagen und Familienkutschen abonnierte GM-Tochter auch weiter halten und schickt deshalb jetzt – nach drei Jahrzehnten erstmals wieder mit dem Beinamen „Stingray“ geadelt - gegen Porsche & Co die siebte Auflage des Klassikers ins Rennen und hofft, dass der Stachelrochen so manch einen Stich machen wird.

Dabei setzen die Amerikaner auf eine ganz eigene Mischung aus Hemdsärmeligkeit und Hightech. Auf den ersten Blick ist auch die neue Corvette ein Dampfhammer nach alter Väter Sitte: Provokant gezeichnet mit fast schon lasziver Leidenschaft, potent motorisiert und mit quietschenden Reifen und brüllendem Auspuff so laut im Auftritt, dass man schon ein stabiles Selbstvertrauen und tolerante Nachbarn braucht – so gibt die Corvette vordergründig wieder einmal den ebenso rabiaten wie rustikalen Rockstar unter den Rennwagen mit Straßenzulassungen.

Wer allerdings ein bisschen genauer hinschaut, entdeckt an dem Renner eine Raffinesse, wie man sie von dem Amerikaner bis dato nicht erwartet hat. Das gilt für die Karosserie mit einem um 45 Kilo abgespeckten Alurahmen und den Hauben aus Karbon genauso wie für die fünf elektronisch geregelten Fahrprogramme mit jeweils einem Dutzend variablen Parametern oder die manuelle Siebengang-Schaltung mit dem spektakulären Drehzahlangleichen („Rev-Match“) auf Knopfdruck, das Schaltvorgänge so sanft und seidig macht wie eine Doppelkupplung.

Und das gilt erst recht für das Ambiente: War die Corvette noch bis vor kurzem ein billiges Mädchen für das schnelle Vergnügen, das trotzig seine Hartplastikhaut zu Markte trug, so wurde das flotte Flittchen jetzt ordentlich herausgeputzt und fein gemacht für den Laufsteg der automobilen Eitelkeiten: Leder, Aluminium, Karbon („alles echt“, schwören die Entwickler).

Endlich ein Head-Up-Display, das seinen Namen zurecht trägt, und dazu digitale Hightech-Instrumente wie auf der Play-Station – so wird die Vollgas-Flunder zur American Beauty, die sich auch neben Porsche oder Jaguar sehen lassen kann. Noch lange nicht so kultiviert, aber dafür auch nicht so kühl wie zum Beispiel ein Elfer, will sie mehr denn je ein ernsthafter Supersportwagen sein.

Fahrbericht: Chevrolet Corvette Stingray - Die Vette gilt Chevrolet

War die Corvette noch bis vor kurzem ein billiges Mädchen für das schnelle Vergnügen, das trotzig seinen Hartplastikhaut zu Markte trug, so wurde es nun ordentlich herausgeputzt und fein gemacht für den Laufsteg der automobilen Eitelkeiten.

Was die Fahrleistungen betrifft, gibt es daran ohnehin keine Zweifel: Der nagelneue V8-Motor – mittlerweile mit Direkteinspritzung aber gottlob noch immer ohne Turbo – holt aus wunderbar großspurigen 6,2 Litern Hubraum schon in der Basisversion 343 kW/466 PS und 630 Nm.

Obwohl so nach oben noch jede Menge Luft für manches Sportmodell bleibt, ist schon mit diesem Auto auf dem Highway wieder die Hölle los: 4,2 Sekunden von 0 auf 100, ein Spitzentempo um die 300 km/h, einen Punch wie Muhammed Ali und einen Sound wie Axl Rose bei einem Stadion-Konzert – da wird Autofahren zu einem Erlebnis für alle Sinne.

Kommentare (1)

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MaxleHH

23.10.2013, 14:30 Uhr

Schönes Auto :)

Auch toll finde ich, dass es doch noch Hersteller gibt, die die Handschaltung noch verfeinern und verbessern (Y) Weiter so :)

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