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08.02.2018

10:45 Uhr

Fahrbericht: DS 7 Crossback

Von null auf Premium

VonMax Friedhoff
Quelle:Spotpress

Mit dem DS 7 Crossback will DS Automobiles endgültig den Sprung aus dem Schatten von Citroën schaffen. Und beweisen, dass der Hersteller mehr kann als nur den Anspruch auf Chic.

Fahrbericht: DS 7 Crossback - Von Null auf Premium  DS Automobiles

DS 7 Crossback

Die Preise für den 2-Liter-Diesel mit 177 PS beginnen bei 39.790 Euro

Frisch sieht er aus, modern und ein wenig avantgardistisch. Klare Kanten wechseln sich mit schwungvollen Rundungen ab und schaffen eine Formensprache, die sich zwar erst auf den zweiten Blick, dann aber in einer Fülle erklärt, die man bei deutschen oder asiatischen SUVs vermisst. Mit dem DS 7 will die einstige Premium-Sparte von Citroën – DS Automobiles – sich endgültig von der Mutter abnabeln. Dabei ist bei den Crossover-Modellen die Konkurrenz geradezu erdrückend. Doch der DS 7 weiß den Fahrer schon beim Erstkontakt mit seinen 3D-Leuchtgrafiken und den kristallartigen Rücklichtern zu umschmeicheln.

Auch der Innenraum ist ein Hingucker. Auf der Mittelkonsole umrahmt lediglich eine Handvoll scheinbar aus dem Vollen gefräster Knöpfe den Gangwahlhebel, darüber sitzt der gut zu bedienende und schnell reagierende Touchscreen mit einer Bildschirmdiagonale von zwölf Zoll (30 Zentimeter). Diese Abmessungen hat auch das Display, das den Fahrer vor dem Lenkrad mit Informationen versorgt. Mittels eines Drehschalters auf dem haptisch und optisch ansprechenden Lenkrad lassen sich verschiedene Modi auf dem Bildschirm einstellen.

Das erste neue Modell der Marke ist gleich ein SUV DS Automobiles

DS 7 Crossback

Das erste neue Modell der Marke ist ein SUV. Das Marktsegment boomt seit Jahren, daher ist hier aber auch die Konkurrenz besonders groß

Von einer gelungenen Navigation in 3D-Ansicht wechselt die Anzeige mit spielerisch animierten dreidimensionalen Übergängen in das Fahrhilfen-Menü, zu den Verbrauchsdaten oder in eine simple Ansicht, die lediglich Geschwindigkeit und Fahrmodus anzeigt. Von der detailverliebten Darstellung können sich andere Hersteller noch eine Scheibe abschneiden: So wird ein gewöhnliches SUV zu etwas Besonderem.

Auch analoge Reize vermittelt der DS 7 Crossback: Das gesteppte Leder der mittleren „So chic“-Ausstattung (ab 33.490 Euro) findet sich auf den Sitzen, dem Armaturenbrett sowie der Türverkleidung und verbreitet einen Hauch Luxus. Lediglich die Anfälligkeit der vielen Klavierlack-Oberflächen für Staub und Fingerabdrücke stört. Eine nette Spielerei: Beim Motorstart dreht sich ein rechteckiger BRM-Chronograph über dem Infotainment-Bildschirm aus seinem Versteck.

Die Formensprache ist angenehm modern DS Automobiles

DS 7 Crossback

Die Formensprache ist angenehm modern, der Komfort-Fahrmodus kann nicht in jeder Situation überzeugen

Unseren Testwagen treibt ein 130 kW starker Turbodiesel an, mit vier Zylindern und zwei Liter Hubraum. Eine Achtgang-Automatik mit benzinsparender Segelfunktion übernimmt mit gut abgestimmten und sanften Gangwechseln die Schaltarbeit. Das maximale Drehmoment von 400 Newtonmetern liegt bei 2.000 Umdrehungen pro Minute an und ermöglicht besonders im Stadtverkehr und auf der Landstraße ein komfortables Cruisen in niedrigen Drehzahlbereichen.

Wer im DS 7 einen schicken Geländegänger sehen möchte, der wird enttäuscht. Den Crossback gibt es ausschließlich mit Vorderradantrieb, der nur für den urbanen Dschungel taugt. Allerdings soll 2019 ein hybrider Antriebsstrang mit Allrad folgen. Den Durchschnittsverbrauch gibt DS mit 4,9 Liter auf 100 Kilometer an. Auf einer bunt gemischten Testroute mit Innenstadt-, Überland- und Autobahnfahrten ließ sich diese Angabe mit leichten fahrstilbedingten Abweichungen nach oben hin auch einhalten.

Vor allem bei entspanntem Landstraßentempo macht der DS 7 Crossback eine gute Figur. Im Komfortmodus schluckt das Fahrwerk alle Stöße, Wellen und Schlaglöcher gekonnt weg, und auch die Lenkung, die in allen Modi sehr gut kalibriert ist, trägt zu einem angenehmen Reisekomfort bei.

Doch so gut der Komfortmodus auf der Landstraße funktioniert, auf der Autobahn kann er regelrecht gefährlich werden. Schon bei einer normalen Reisegeschwindigkeit ab 130 km/h schaukelt sich der DS 7 im weichsten Fahrmodus extrem auf und wankt über Betonplatten oder Dehnfugen. Einmal den Fahrmodus-Knopf zu drücken schafft zwar Abhilfe, überraschend ist das Verhalten aber allemal.

Der Innenraum ist extrem gelungen DS Automobiles

DS 7 Crossback

Der Innenraum ist außergewöhnlich

Komfortabel kann der DS 7 Crossback am besten. Mit beheiz- und kühlbaren Vordersitzen (samt Massagefunktion) und einer Rückbank, deren Lehnen sich auf Knopfdruck in eine angenehm geneigte Position verschieben, dürfte das SUV wohl auch in China, dem Chauffeur-Markt schlechthin, viele Fans finden. Dazu gibt es ein klangstarkes Soundsystem und mit Apple CarPlay und Android Auto auch mehrere Möglichkeiten, das Smartphone ins Infotainment einzubinden.

Auch wenn die Fahrleistungen (knapp zehn Sekunden auf Tempo 100, Höchstgeschwindigkeit rund 210 km/h) nicht überragend sind, lässt der DS 7 trotzdem Freude aufkommen. Die rührt letztlich nicht nur vom Fahrkomfort, sondern auch von der Gewissheit, ein Auto zu fahren, das nicht aussieht wie alle anderen und bei dessen Gestaltung sich richtig Mühe gegeben wurde. Ein guter erster Wurf für DS und eine echte Alternative zum Mainstream.

Das Symbol der Raute ist allgegenwärtig DS Automobiles

DS 7 Crossback

Das Symbol der Raute ist allgegenwärtig

DS7 Crossback – Technische Daten: Länge: 4,57 Meter, Breite: 1,91 Meter (Breite mit Außenspiegeln: 2,10 Meter), Höhe: 1,63 Meter. Radstand: 2,74 Meter, Kofferraumvolumen: 555 Liter. Blue-HDi 180 Automatik: 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel, 130 kW/177 PS, maximales Drehmoment: 400 Nm bei 2.000 U/min, Achtgang-Automatik, Vorderradantrieb, Vmax: 215 km/h, Beschleunigung: 0 - 100 km/h: 9,4 Sek., Durchschnittsverbrauch: 4,9 l/100 km, CO2-Ausstoß: 128 g/km, Abgasnorm: Euro 6d-Temp, Effizienzklasse C, Preis: ab 39.790 Euro.
Kurzcharakteristik:
Warum: tolles Styling, durchdachter Innenraum, guter Fahrkomfort
Warum nicht: weil der Diesel etwas souveräner sein könnte
Was sonst: gegen den Mainstream einen Volvo, ansonsten deutsche Premiumkost

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