Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.03.2017

10:54 Uhr

Fahrbericht: Ducati SuperSport

Eine Schönheit für alle

VonThilo Kozik
Quelle:Spotpress

Ducati präsentiert mit der neuen SuperSport ein atemberaubend schönes Motorrad, mal wieder. Allerdings führt sein Name ein wenig in die Irre. Was für Alltagsfahrer sogar ein Vorteil ist.

Ganz gleich welche Fahrerfahrung zugrunde liegt, das gelungene Fahrwerk der Ducati Supersport macht das Schräglagensurfen zu einem leicht verdaulichen Genuss Ducati

SuperSport im natürlichen Habitat

Ganz gleich welche Fahrerfahrung zugrunde liegt, das gelungene Fahrwerk macht das Schräglagensurfen zu einem leicht verdaulichen Genuss

Die Besucher der Mailänder Motorradmesse EICMA haben sie zum schönsten Modell der Ausstellung gekürt – Ducatis neuestes Modell mit Namen SuperSport hat den Nerv nicht nur der verwöhnten italienischen Zweiradfans getroffen. Mit ihrer fast nahtlosen Verkleidung, die wie aus einem Guss die stromlinienförmige Figur betont, und dem luftigen Heck verströmt sie die typisch sportliche Eleganz, für die die Motorräder vom Stiefel berühmt sind.

Das Fehlen von Schraubverbindungen an der Kunststoffhaut, eine markant geschwungene LED-Tagfahrlichtleiste an der Front und die formschöne Einarmschwinge erhöhen die optische Wertigkeit der zweiköpfigen Modellfamilie: Neben dem roten Basismodell für 12.990 Euro steht eine SuperSport S zum Preis von 14.450 Euro in Weiß oder Rot bereit, das sich durch edle Öhlins-Federelemente sowie eine serienmäßige Soziussitzabdeckung und den Quickshifter unterscheidet.

Dank hoch montierter Lenkerhälften, moderat positionierten Fußrasten und einer geräumigen Sitzbank bietet die SuperSport eine angenehme Sitzhaltung Ducati

Eine angenehme Sitzhaltung

Dank hoch montierter Lenkerhälften, moderat positionierter Fußrasten und einer geräumigen Sitzbank

Die äußerliche Ähnlichkeit zum Hypersport-Topmodell Panigale ist ebenso bewusst gewählt wie auch der Name Supersport, der auf ein gemäßigtes Ducati-Motorradkonzept aus den Neunziger Jahren zurückgeht. Dabei könnte beides im deutschsprachigen Raum durchaus falsche Assoziationen wecken: Diese Ducati ist nämlich nicht wirklich supersportlich oder gar extrem, das verdeutlicht schon die bequeme Haltung, die von hoch montierten Lenkerhälften, moderat positionierten Fußrasten und einer geräumigen Sitzbank herrührt.

Eine zweistufig von Hand verstellbare kleine Scheibe – während der Fahrt kaum möglich – leitet in der hohen Stellung den Fahrtwind nach oben an den Helm und entlastet dadurch den Oberkörper etwas. Noch mehr Tourentauglichkeit steuern auf Wunsch halbfeste Seitentaschen und eine höhere Scheibe aus dem Zubehör bei, die zusammen mit heizbaren Griffen als Touring-Paket ab Mitte des Jahres angeboten werden.

Hinter der hübschen Verkleidung lugt der stehende Zylinder des Ducati-typischen 90°-Zweizylinders hervor. Dieser ist eine angepasste Version des flüssigkeitsgekühlten Vierventilers aus dem Landstraßenfeger Hypermotard, der aus 937 ccm Hubraum maßvolle 113 PS bei 9.000 U/min und ein maximales Drehmoment von 96,7 Nm schon bei 6.500 U/min erlöst.

Der Desmo-Vau schüttelt sich unterhalb 2.500 U/min noch etwas unwillig, darüber schiebt er konstant voran bis zum sanft einsetzenden Begrenzer Ducati

Der Desmo-Vau schüttelt sich unterhalb 2.500 U/min noch etwas unwillig

Über diesem Drehzahlniveau schiebt er konstant voran bis zum sanft einsetzenden Begrenzer

Die neue Abstimmung hat dem Motor ein breites Drehmomentplateau verschafft, bei dem ab 3.000 Touren bis zum Ende des Drehzahlbands stets mehr als 80% des Drehmomentmaximums bereit stehen. Das macht den Desmo-Vau unheimlich gleichförmig: Schüttelt er sich unterhalb 2.500 U/min noch etwas unwillig, schiebt er darüber konstant voran bis zum sanft einsetzenden Begrenzer.

Das Fehlen eines ausgeprägten Schubbereichs macht die Kraft selbst für wenig versierte Fahrer sehr gut beherrschbar und die Gangwahl fast zur Nebensache. So lässt es sich im zweiten, dritten oder vierten Gang – neuerdings im Voll-LCD-Cockpit angezeigt – ohne Einbußen beim Vortrieb durchs Kurvenrevier streifen. Nachlässiges Schalten indes mag das Sechsganggetriebe nicht und man landet bisweilen zwischen den Gängen.

Noch mehr Tourentauglichkeit bietet die Ducati Supersport mit halbfesten Seitentaschen und einer höheren Scheibe aus dem Zubehör  Ducati

Noch mehr Tourentauglichkeit

Halbfeste Seitentaschen und eine erhöhte Scheibe aus dem Zubehör machen die SuperSport klar für längere Ausritte

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×