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07.09.2013

12:46 Uhr

Fahrbericht KTM 1190 Adventure

Für die Reise und den Sprint

VonRalf Schütze
Quelle:Spotpress

Mit der 150 PS starken Reiseenduro 1190 Adventure versucht KTM wieder einmal, dem Platzhirschen BMW R 1200 GS zu Leibe zu rücken. Das Rüstzeug der Österreicherin: Viel Leistung, hohe Fahrdynamik und Offroad-Potenzial.

Fahrbericht: KTM 1190 Adventure - Für die Reise und den Sprint KTM

KTM 1190 Adventure: Vier Fahrmodi sind elektronisch wählbar und drosseln die maximal 150 PS um bis zu ein Drittel.

Die jüngste Groß-Reiseenduro von KTM hat Staub abgeschüttelt. Bisher galten die Adventure-Modelle der Österreicher als wesentlich geländetauglicher als etwa der Klassenbestseller von BMW. Doch mit 2 Zentimeter weniger Federweg als bisher, 110 kW/150 PS Leistung und 125 Nm Drehmoment wirkt das neue heiße Eisen von KTM straßenorientierter denn je.

Kein Wunder: Im nur knapp zehn Kilogramm leichten Gitterrohr-Rahmen bollert eine leicht gezähmte Version des Hochleistungs-V2, den wir aus dem Supersportler KTM 1190 RC8 kennen. Auch bei der Kraftübertragung geht die österreichische Motorrad-Schmiede mit großer Offroad-Tradition ihre eigenen Wege: Eine Kette statt Kardan überträgt die enorme Kraft ans Hinterrad.

Das bringt bessere Rückmeldung und niedrigeres Gewicht, geht aber auf Kosten von Pflegeleichtigkeit und Zuverlässigkeit. KTM geht seinen eigenen Weg, und der fährt sich von Beginn an sehr vielversprechend.

Die jüngste Groß-Reiseenduro von KTM hat Staub abgeschüttelt. KTM

Die jüngste Groß-Reiseenduro von KTM hat Staub abgeschüttelt.

Schnell wird beim Ritt auf der hochgewachsenen, schlanken 1190 Adventure klar: Hier pocht ein Sportlerherz. Der V2 will auf Drehzahl gebracht werden, ehe er so richtig drauflos marschiert. Dies tut er jedoch mit vorbildlicher Drehfreude. Nur, wer von der ersten Kurbelwellendrehung an bullige Schubkraft erwartet, ist beim BMW-Boxer besser aufgehoben.

Überhaupt: Wer KTMs Reiseenduro fährt, dem wird schlagartig klar, warum die Österreicher die hyperagile und gleichzeitig reisetaugliche 990 SM-T (eine Mischung aus Supermoto und Tourer) 2012 aus dem Programm genommen haben; denn mit Einführung der 1190 Adventure lägen die beiden Modelle viel zu nah beisammen. Die neue Reiseenduro ist wie geschaffen für die Kurvenhatz auf der nahegelegenen Hausstrecke oder in entfernten Regionen. Der Weg dorthin ist problemlos zu bewältigen, der Schwerpunkt jedoch liegt auf dem Fahrspaß am kurvigen Zielort.

Beinahe umgekehrt verhält es sich beim Rivalen BMW: Hier ist vor allem der Weg in weit entfernte Regionen mit höchsten Komfort verbunden. Erst an zweiter Stelle steht die Agilität, die man etwa auf Passstraßen genießt.

9.700/min Höchstdrehzahl, nur 100 Umdrehungen darunter die Spitzenleistung von 110 kW/150 PS, dazu 250 km/h Spitze – diese Reiseenduro lebt ihre Supersportler-Gene voll aus. KTM

Diese Reiseenduro lebt ihre Supersportler-Gene voll aus.

9.700 Umdrehungen Höchstdrehzahl, nur 100 Umdrehungen darunter die Spitzenleistung von 150 PS, dazu 250 km/h Spitze – diese Reiseenduro lebt ihre Supersportler-Gene voll aus. Zusammen mit der gleich starken Ducati Multistrada 1200 fährt die KTM somit in einer eigenen Klasse, quasi die der „Sport-Reiseenduros“. Kupplung und Getriebe sind leicht zu bedienen und unterstützen die rasante Art der Fortbewegung mit schnellen Gangwechseln.

Angesichts der Leistungsausbeute verwundert es kaum, dass sich die Österreicherin ganz schön Sprit genehmigt. Unter 6,0 l/100 km zu bleiben, erscheint unmöglich. Das sei ihr aber gegönnt, denn der Verbrauch hängt damit zusammen, dass das rassige Zweirad zum Gasgeben geradezu animiert. Während man im Sattel der eher komfortbetonten Konkurrenz  bestimmte Strecken eher gemütlich hinter sich bringt, reizt die 1190er ständig zum Abwinkeln der rechten Hand. Lohn des Spritverbrauchs: Furiose Beschleunigung nicht nur aus dem Stand heraus, sondern auch im wichtigen Durchzugsbereich zwischen 60 und 120 km/h. Auch die Entschleunigung gegen 0 km/h funktioniert hervorragend dank Bosch-ABS und potenter Brembo-Stopper.

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