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26.11.2015

14:26 Uhr

Fahrbericht: Lada 4x4 Urban

Russlands coole Kult-Kiste

VonMichael Specht
Quelle:Spotpress

Lifestyle und Lada? Das passt etwa so gut zusammen wie ein Michelin-Stern zu McDonald’s. Mit dem Lada 4x4 Urban wollen die Russen dennoch aus der Jäger- und Försterecke herausfahren und junge Städter ansprechen.

Der Name Urban soll natürlich so etwas wie Lifestyle assoziieren. Lada versucht dies – schon fast niedlich –, mit ein paar Dekorelementen und Extras zu untermauern Lada

Fast schon niedlich

Der Name Urban soll Lifestyle assoziieren. Lada versucht den Anspruch mit ein paar Dekorelementen und Extras zu untermauern.

Willkommen in der Geländewagen-Welt der späten 70er. Willkommen im neuen Lada 4x4 Urban Baujahr 2016. Bekannter ist dieser Ostblock-Offroader unter dem Namen Lada Niva. So zumindest entließ der russische Autobauer 1977 seinen kleinen Allradler – Länge nur 3,64 Meter - erstmals von den Montagebändern in Togliatti.

Seit dem hat sich nicht viel geändert. Nur, dass aus Niva irgendwann die Bezeichnung Taiga wurde und ein paar technische Errungenschaften wie zum Beispiel ABS und Servolenkung Einzug hielten. Sein schon fast putziges Design und seinen „Held-der-Arbeit“-Charakter aber hat der kleine Russe nicht verloren. Und sich damit viel Sympathie erworben, ähnlich wie es vergleichbar der Land Rover Defender schaffte.

In Russland sieht man den Niva/Taiga an nahezu jeder Straßenecke. Ein nahezu unverwüstlicher und treuer Weggefährte, falls ihn der Rost nicht vorzeitig dahingerafft hat. Hier in Deutschland genießt der Taiga fast Kult-Status, hat eine wachsende Fangemeinde. Ein Auto für Individualisten, das Lada vorwiegend an Jäger und Förster, an Kommunal- und Landwirtschaftsbetriebe abgibt. Rund 1.000 Taiga verkauft Lada hierzulande im Jahr.

Lada Taiga im Handelsblatt-Autotest: „Verdienter Held der Sowjetunion“

Lada Taiga im Handelsblatt-Autotest

„Verdienter Held der Sowjetunion“

Der prominenteste Chauffeur des Lada Taiga heißt Wladimir Wladimirowitsch Putin. Was würde der russische Präsident wohl sagen, wenn er Testfahrer unseres Handelsblatt-Autotests wäre? Wir geben ihm das Wort.

Nun kommt der 4x4 Urban hinzu, gerichtet vorwiegend an junge Städter und andere coole Typen, denen sämtliche neuen SUV und modischen Crossover den Buckel runterrutschen können. Der Name Urban soll natürlich so etwas wie Lifestyle assoziieren. Lada versucht dies – schon fast niedlich –, mit ein paar Dekorelementen und Extras zu untermauern.

Der Urban hat feschere Sitze mit Heizung, elektrisch verstellbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber und Cupholder zwischen den Vordersitzen. Außerdem gibt’s zwei Metallic-Lackierungen. Das war’s dann aber auch mit den neuzeitlichen Dingen.

Ein Cockpit aus tristem Schwarzplastik, antiquierten Kippschaltern und Schiebereglern für die Heizung SP-X/Michael Specht

Ein typisches Lada Cockpit

Tristes Schwarzplastik, antiquierte Kippschalter und Schiebereglern für die Heizung und Gebläse.

Wer einsteigt, merkt schon am schwergängigen Öffnen der Tür, der Urban ist eine automobile Zeitreise in die Siebziger des vorigen Jahrhunderts. Ein Cockpit aus tristem Schwarzplastik, antiquierten Kippschaltern und Schiebereglern für die Heizung. Dazu ein Schaltknüppel, dessen fünfter Gang die Arme eines Schimpansen erfordert.

Das Lenkrad ist selbstverständlich nicht verstellbar, was einer bequemen Sitzposition nicht unbedingt förderlich ist. Die Rücksitzlehne lässt sich nur als Ganzes nach vorne klappen und beim Schließen der Heckklappe muss man aufpassen, nicht von selbiger erschlagen zu werden.

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