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24.09.2013

13:33 Uhr

Fahrbericht Mazda3

Die können auch anders

VonPeter Weißenberg
Quelle:Spotpress

Viele Angebote in der Golf-Klasse haben nur zum Ziel, in der einen oder anderen Kategorie besser als der Platzhirsch aus Wolfsburg sein. Eine komplette Alternative will der neue Mazda3 sein. Ist er anders, oder besser?

Denn die Japaner  bieten mit ihren zwei Benziner-Saugmotoren ein Fahr- und Sparerlebnis der anderen Art. Mazda

Denn die Japaner bieten mit ihren zwei Benziner-Saugmotoren ein Fahr- und Sparerlebnis der anderen Art.

Small is beautiful – klein ist fein. So verkünden es die Autohersteller weltweit und präsentieren uns staunenden Kunden immer größere Fahrzeuge mit immer kleineren Motoren und immer tolleren Spritsparrekorden; auf den Testständen im offiziellen Prüfzyklus zumindest. Da trumpfen etwa Benziner mit Mini-Hubräumen rund um die Ein-Liter-Marke auf, von Profifahrern mit homöopathischem Gaspedaldruck  bewegt.

Die Verbrauchswirklichkeit hinter den turbogetriebenen Direkteinspritzern ist im Fahrbetrieb von Otto Normalfahrer oft ernüchternd. Auch darum schert Mazda aus der Downsizing-Glaubensgemeinschaft aus. Big is beautiful – groß ist gut, heißt es auch beim neuen, ab 16.990 Euro erhältlichen Mazda3. Und erste Fahrtests zeigen: Da ist was dran.

Denn die Japaner  bieten mit ihren zwei Benziner-Saugmotoren ein Fahr- und Sparerlebnis der anderen Art: Der 1,5-Liter mit 74 kW/100 PS und der in zwei Leistungsstufen angebotene Zweiliter (88 kW/120 PS und 121 kW/165 PS) sind dazu ultrahoch verdichtet (14,0:1) und entfalten ihre Kraft ganz ohne den Turbo-Schub der Downsizing-Konkurrenten. Das macht sich vor allem im unteren Drehzahlbereich bemerkbar, wo selbst der kleinste Benziner so flott loslegt wie der Japaner mit der langen Schnauze das schon optisch verspricht.

Allerdings fehlt genau der besagte Turbo-Effekt der Wettbewerber wie Seat oder Ford eben dann, wenn es beispielsweise knackig bergauf geht. Dann ist in allen Leistungsstufen der Benziner eifriges Schalten angesagt. Mit dem famosen Sechsganggetriebe macht das allerdings viel Vergnügen. Und auch die Sechsgang-Automatik bringt den 3er-Piloten weich schaltend zügig voran. Wenn er denn das Geld dafür hat. Aber dazu gleich mehr.

Das sportlich-direkt übersetzte Lenkrad vermittelt besten Fahrbahnkontakt. Feinarbeit an der McPherson-Vorder- und aufwendiger Multilink-Hinterachse sorgen für ein zackiges Verhalten. Der Mazda3 bleibt dennoch lange neutral, bis der Fahrer beim ersten Untersteuern nachdrücklich durch den Schleuderschutz eingefangen wird.

Das macht Freude – allerdings eher dann, wenn Beifahrer und Kinder auf dem Rücksitz über einen robusten Magen verfügen. Denn schon der Basis-Mazda3 in Prime-Line-Ausstattung lässt seine Insassen über raueres Geläuf nicht im Unklaren – und jener mit den 18-Zoll-Felgen in der Topversion rollt sogar auf Spaniens Autobahnen spürbar ab. Da könnte die angekündigte Powervariante MPS ein Bandscheiben-Härtetester werden, wenn Mazda sich nicht zügelt.

Wie hinter dem Steuer verspürt er auch die übrige Bedienung fast so hochwertig wie in einem Audi. Mit einem satten „Klack“ rasten etwa die Regler im Chromkranz der Klimaanlage ein. Und weich unterschäumte Flächen auf den berührungsintensiven Bereichen des Mazda

Wie hinter dem Steuer verspürt er auch die übrige Bedienung fast so hochwertig wie in einem Audi. Mit einem satten „Klack“ rasten etwa die Regler im Chromkranz der Klimaanlage ein. Und weich unterschäumte Flächen auf den berührungsintensiven Bereichen des

Apropos Zügeln: Was ist nun mit der versprochenen Verbrauchs-Diät? Vor allem der  Zweiliter mit Start-Stopp-Automatik und dem Rekuperationssystem i-Eloop hält da Wort: Dazu verschiebt beim Bremsen ein Generator Energie in einen Speicher, der sie wieder an andere Verbraucher oder die Batterie abgibt. Der Motor wird so entlastet. Die angekündigten 5,8-Liter-Durchschnittsverbrauch des stärksten Benziners mit 165 PS sind auf der großen Runde tatsächlich in Sicht.

Programm-Manager Takeo Moriuchi schwört: „Wir sind bei Beschleunigung und Umweltfreundlichkeit besser als gleich starke Golf und Focus.“ Der bewährte 2,2-Liter-Diesel mit seinen 110 kW/150 PS ist ohnehin dafür bekannt, dass er zumindest bei einigermaßen gezügelter Bewegung Freude beim gelegentlichen Tanken macht. Am Fahren dank Super-Drehmoment ohnehin.

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