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08.12.2016

07:35 Uhr

Fahrbericht: Mercedes E-Klasse All-Terrain

Zu schön für Stock und Stein?

VonPeter Eck
Quelle:Spotpress

Geländewagen-Optik ist zurzeit schwer angesagt, und die Entwicklung macht vor Kombis nicht Halt. Trotz des Namenszusatzes „All Terrain“ wird Mercedes´ neuer E-Klasse-Kombi aber einen Untergrund wohl nie sehen.

Allradantrieb ist ja auch im Alltag, und hier speziell bei winterlichen Verhältnissen, von Vorteil Daimler

Mercedes E-Klasse All Terrain

Allradantrieb ist auch im Alltag, speziell bei winterlichen Verhältnissen, von Vorteil

Die SUVsierung des Straßenverkehrs macht ja längst auch schon nicht mehr vor eigentlich ganz normalen Limousinen und Kombis halt. So nimmt es nicht wunder, dass Mercedes mit der sogenannten „All-Terrain“-Version seines E-Klasse T-Modells eine Variante bringt, die nicht allein über Allradantrieb verfügt, sondern auch über mehr Bodenfreiheit, eine Karosserie-Höhenverstellung, große Räder und die übliche spezielle Mischung aus Beplankungen sowie eigenständig gestaltetem Kühlergrill, Heck- und Frontstoßfänger.

Der All-Terrain kommt Ende März 2017 zunächst nur mit dem 2,0-Liter-Diesel (143 kW/194 PS) auf den Markt, wahrscheinlich zu Preisen ab rund 60.000 Euro. Später folgt dann noch der E 350 als V6-Diesel mit 258 PS.

Mercedes lässt es seinem SUV-Kombi in Sachen technischer Ausstattung an kaum was fehlen. Zur Serie zählen unter anderem die Luftfederung (Air Body Control), dynamische Dämpfer und Dynamik Select, das die Wahl zwischen fünf Fahrprogrammen lässt. Neben den üblichen Möglichkeiten (Comfort, Sport, Eco und Individual) hebt „All-Terrain“ das Fahrwerk um zwei Zentimeter (bis 35 km/h) an.

Da der Kombi sowieso schon knapp 3 Zentimeter höher steht als das normale T-Modell – 14 Millimeter davon wegen der größeren Reifen – ergibt dies insgesamt knapp fünf Zentimeter. Was bei Stock und Stein schon mal entscheidend sein kann, denn immerhin beträgt die Gesamtbodenfreiheit bei diesem Modell somit bis zu 15,6 Zentimeter.

Schade nur für die Ingenieure, dass diese E-Klasse wahrscheinlich so gut wie nichts anderes als Asphalt sehen wird. Denn die meisten Besitzer des schicken Kombis werden viel zu viel Angst um ihr gutes Stück haben, um es der Unbill der Natur auszusetzen.

Aber zumindest der Allradantrieb ist ja auch im Alltag, und hier speziell bei winterlichen Verhältnissen, von Vorteil. Im Normalfall werden 55 Prozent des Drehmoments an die Hinterräder geleitete, 45 kommen vorne an. Das sogenannte 4ETS-System verteilt die Kraft aber auch blitzschnell anders, wenn es mangelnde Traktion an einem Rad erfordert.

So fährt sich der Allrader nicht nur so gelassen wie jede normale E-Klasse, sondern bleibt auch auf eisigem Untergrund oder Schnee so fahrstabil, als führe man auf Schienen. Seinen Teil zum guten Gefühl trägt auch die serienmäßige Neungang-Automatik bei, die die Stufen stets souverän und schnell sortiert und in ihren besten Momenten die Schaltwünsche des Fahrers sogar fast vorauszuahnen scheint.

Auf Wunsch gibt es gestepptes, mehrfarbiges Leder Daimler

Mercedes E-Klasse All Terrain

Auf Wunsch gibt es gestepptes, mehrfarbiges Leder

Zum feinen Interieur und dem tollen Fahrgefühl passt der Motor allerdings weniger. Zwar ist der neue 2,0-Liter-Diesel einer der saubersten, wenn nicht der sauberste seiner Art und mit 194 PS auch mehr als stark genug für den immerhin über 1,9 Tonnen schweren Sternenträger.

Aber das neue Aggregat kommt im Cockpit auch überraschend ungehobelt und speziell nach beherztem Gastritt ziemlich laut rüber.

Für ein SUV mag das noch okay sein, aber der All-Terrain ist ja viel mehr luxuriöse Familienkutsche als ernsthafter Schlechtwege-Begleiter. Da wirkt der für Sommer zu erwartende V6-Selbstzünder schon etwas geschmeidiger, obwohl auch ihm der Dieselcharakter nicht völlig ausgetrieben werden konnte.

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