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15.07.2015

12:42 Uhr

Fahrbericht Mercedes GLC

Stämmig und robust in allen Lebenslagen

VonMichael Kirchberger
Quelle:Spotpress

Mercedes bietet keinen M mehr an. Und hat den GLK durch den GLC ersetzt. Der Unterschied ist deutlich größer, als die Buchstabenspiele vermuten lassen.

Optisch hat der neue GLC weitaus weniger Off-Road-Gene als sein Vorgänger. War der noch schroff und kantig geformt, schmiegt sich der Neue sehr artig in die Designsprache der Marke ein Mercedes-Benz

Optisch hat der neue GLC weitaus weniger Off-Road-Gene als sein Vorgänger.

War der noch schroff und kantig geformt, schmiegt sich der Neue sehr artig in die Designsprache der Marke ein.

Sprachwissenschaftler hätten ihre Freude. Die rheinische Lautverschiebung hat ihren Weg in leicht mutierter Form zum Neckar gefunden, in Stuttgart tauscht Mercedes-Benz das K gegen ein C. Was dem neuen Mittelklasse SUV bleibt, ist das GL, was im weitesten Sinne auf die Ursprünge als Geländewagen hinweisen soll. Dabei hat der neue GLC (in Wahrheit zeugt das C von einer Verwandtschaft mit der C-Klasse) zumindest optisch weitaus weniger Off-Road-Gene als sein Vorgänger.

War der noch schroff und kantig geformt, schmiegt sich der GLC mit weichen Rundungen und einer sanften Dachwölbung Richtung Heck sehr artig in die Designsprache der Marke ein. Mitte September kommt das 4,66 Meter lange SUV zu den Händlern, zunächst stehen nur drei Motoren zur Wahl, die Preise liegen zwischen 44.506 und 46.410 Euro.

Nicht nur außen gewinnt der GLC durch Längenwachstum. Karosserie und Radstand haben um jeweils knapp 12 Zentimeter zugelegt. Das führt zu einer ruhigen aber nicht langweiligen Form, die Mercedes-Chefdesigner Gorden Wagener als sinnliche Klarheit bezeichnet. Die Überhänge vorne und hinten fallen klein aus, das macht das Mittelklasse-SUV stämmig und vermittelt Robustheit. Die Stoßfänger werden in drei verschiedenen Versionen angeboten, neben der Basisversion gibt es eine Off-Road-Variante, die einen größeren Böschungswinkel zulässt und die AMG-Version mit besonders sportlichem Anspruch.

Kurzcharakteristik:
Warum?Weil er mehr Kombi als Offroader ist
Warum nicht?Weil ein richtiger Kombi kaum weniger kann
Was noch? AMG-Variante, Sechszylinder-Motoren, Hybrid- und Hinterradantrieb
Wann kommt er?: Mitte September
Was sonst?C-Klasse T-Modell, oder BMW X3, Audi Q5

Innen gewinnt der GLC durch die um 5 Zentimeter gewachsene Breite. Ellbogenfreiheit ist auch im Fond gegeben, lange Beine finden dort nun mühelos Platz. Dazu kommt eine sehr ansprechende Architektur. Das Mobiliar des Cockpits scheint zu schweben, die einzelnen Ausstattungselemente sind luftig positioniert, auch die kühn geformte Mittelkonsole und der freistehende Bildschirm stützen diesen Eindruck.

Dazu zaubert die perfekte Verarbeitung auf höchstem Niveau Oberklasse-Attitüden in den GLC. Matt schimmernde Lederbezüge, sanft blinkender, gebürsteter Edelstahl schaffen eine Atmosphäre, die üblicherweise nur weit oberhalb der Mittelklasse erwartet wird. Dass die Funktionalität dabei nicht zu kurz kommt, ist mehr als zu begrüßen.

Der Kofferraum fasst wenigsten 550 Liter, das sind 80 Liter mehr als bisher. Wer die Rückbanklehnen mit einem einfachen Handgriff umlegt, steigert das Ladevolumen auf 1.600 Liter, auch hier konnte das SUV um 50 Liter zulegen, setzt sich aber dennoch nicht wesentlich vom Stauvolumen der Kombi-Version ab.

Das Mobiliar des Cockpits scheint zu schweben, die einzelnen Ausstattungselemente sind luftig positioniert, auch die kühn geformte Mittelkonsole und der freistehende Bildschirm stützen diesen Eindruck Mercedes-Benz

Das Mobiliar des Cockpits scheint zu schweben.

Einzelnen Ausstattungselemente sind luftig positioniert, die kühn geformte Mittelkonsole und der freistehende Bildschirm stützen diesen Eindruck.

Wenig variantenreich ist das Motorenangebot zum Start. Zwei Diesel, beide mit 2,2 Litern Hubraum und ein Zweiliter-Benziner sind im Angebot. 125 kW/170 PS und 150 kW/204 PS liefern die Selbstzünder, ihr Drehmoment rangiert auf 400 und 500 Nm Drehmoment. Auf 155 kW/211 PS bringt es der Turbo-Benziner, allesamt übertragen sie ihre Antriebskräfte über ein Automatikgetriebe mit neuen Übersetzungsstufen auf alle vier Räder.

Leise und vibrationsarm arbeiten alle Aggregate. Sparsamer sind sie obendrein geworden. Bis zu 19 Prozent sind ihre Durchschnittsverbräuche gesunken. 5 Liter Treibstoff genügen den Dieselmaschinen für 100 Kilometer, der Benziner verlangt 6,5 Liter Sprit für die Standarddistanz.

Die Motorleistung genügt dem 1.735 bis 1.845 Kilo wiegenden GLC in nahezu allen Lebenslagen. Nur selten wünscht man sich – etwa beim Überholen auf der Landstraße - eine Spur mehr an Muskelkraft. Besonders das Atemholen der Automatik steigert den Adrenalinausstoß des Fahrers, wenn Eile geboten ist.

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