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28.04.2014

08:14 Uhr

Fahrbericht: Seat Leon Cupra

Heißes Herz für kühle Rechner

Quelle:Spotpress

Cupra heißt Seats stärkstes Mitglied der Leon-Familie. Wir können zwar kaum Spanisch, verstanden uns aber auf Anhieb. Ob das mit den 280 Pferdchen zu tun hat?

Schon mit leichtem Gasfuß drängt der Cupra vehement nach vorne Seat

Schon mit leichtem Gasfuß drängt der Cupra vehement nach vorne

Die Spanier entlassen mit dem feurigen Leon Cupra ihren aggressivsten Stier in die Freiheit und sorgen mit dem neuen Leittier auch in den eigenen Reihen für Wirbel. Denn der Seat leistet bis zu 280 PS und ist somit stärker als sein VW-Bruder Golf GTI. Doch bringt die Leistung auch das Herz zum Rasen?

Cupra (Cup Racing) steht bei Seat seit 1996 für Modelle mit besonders leistungsstarken Motoren. Und schon der erste Blick auf die spanischen Kurven überzeugt – me gusta mucho (Gefällt mir sehr)!

Dabei hat Seat seinen Star gegenüber den zivilen Brüdern gar nicht mal übermäßig aufgemotzt. Nur größere Lufteinlässe, LED-Scheinwerfer und -Heckleuchten, rot lackierte Bremssättel sowie der obligatorische Dachspoiler verraten ihn.

Am Heck prangen außerdem zwei ovalen Auspuffrohre. Neben einem Golf GTI wirkt er fast schon brav. Aber er hält sich optisch nur dezent zurück, um mit dem ersten Gasstoß anzugreifen – ein echter Löwe im Schafspelz.

Vor dem Start schauen wir uns aber noch im Innenraum um. Bequeme Sportsitze mit breiten Wangen, die sich nicht nur als sehr kurven- sondern auch als langstreckenfreundlich erweisen. Dazu gibt es ein handliches Sportlenkrad, Cupra-Designelemente an Einstieg und Pedalen sowie Ambiente-Beleuchtung in den Innentüren.

Das Beste bewahrt der 4,27 Meter lange Kompakt-Sportler allerdings unter dem Blech: Sein 280 PS – es gibt auch eine leicht schwächere Version mit 265 Pferden -  starkes Aggregat lässt selbst die Ikone Golf GTI mit seinen maximal 230 PS alt aussehen.

Doch was kann der rassige Spanier wirklich? Schon mit leichtem Gasfuß drängt der Cupra vehement nach vorne. Wer das Pedal stärker durchtritt, hört nicht nur den Motor aufheulen, sondern erlebt auch eine kleine Leistungsexplosion.

Auch in schnellstens gefahrenen Kurven rutscht einem eher das Herz in die Hose als das Heck Richtung Außenrand. Erst bei 250 km/h lässt sich der GTI-Jäger von der Elektronik bremsen. Ein echter Spaß für Tempobolzer, Adrenalin-Junkies und – wir geben es zu – auch für uns. Für Menschen mit nervösem Magen allerdings reinste Folter und eher ungeeignet.

Positiv überrascht der Spanier mit seinem disziplinierten Trinkverhalten. Er gönnt sich im Komfort-Modus um die 7,5 Liter und überbietet den Herstellerwert damit lediglich um einen Liter.

Wer die Leistungsreserven aber richtig ausnutzt und im bissfesten Cupra-Modus unterwegs ist, dem laufen schon eher 10 Liter je 100 Kilometer durch die Leitungen. Das kostet zwar viel Geld, ist aber angesichts des Gebotenen immer noch weit weg von echter Sauferei.

Alles in allem zaubert uns der schlanke Spanier mit seiner Performance ein dickes Grinsen ins Gesicht. Denn nicht nur die reine Geschwindigkeit begeistert, hinzu kommt noch die einfache Beherrschbarkeit. So dürften auch weniger versierte Fahrer auf Anhieb mit dem schnellen Flitzer zurechtkommen.

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