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29.05.2012

13:17 Uhr

Fiat Freemont

Der amerikanische Freund

Quelle:MID

Die Ehe zwischen Fiat und Chrysler scheint stabil, der erste gemeinsame Nachwuchs erblickt das Licht der Welt. Und mit dem Freemont auf Basis des Dodge Journey schließt Fiat eine Lücke per Van.

Der Fiat Freemont basiert auf dem Dodge Journey. Pressefoto

Der Fiat Freemont basiert auf dem Dodge Journey.

FrankfurtEine knapp 4,9 Meter langes Auto hat es bei Fiat seit den seligen Tagen des Fiat 130 in den frühen Siebzigern nicht mehr gegeben. Platz für sieben Passagiere konnte bis 2011 nur der Van „Ulysse“ generieren. Der neue Fiat Freemont vereint die Tugenden von Limousine und Van: Platz für Sieben, Komfort für lange Strecken und einen flexiblen Innenraum, dem die Wandlung vom Familienbus zum Transporter erstaunlich gut gelingt. Und der auch vor der Lösung anspruchsvoller Transportaufgaben nicht verschreckt zusammenzuckt.

Der Freemont ist wahlweise mit einem Zweiliter-Vierzylinder-Benziner und 103 kW/140 PS Leistung oder einem Zweiliter-Diesel mit 125 kW/170 PS zu haben. Für den Selbstzünder besteht zudem die Option für einen Allradantrieb. Der Einstiegspreis liegt bei 26.190 Euro.

In der Topausstattung „Lounge“ steht der Diesel-Freemont Allrad mit 34.790 Euro in der Preisliste. Das darf angesichts der Ausstattung mit Sechsgangautomatik, Navi, Teillederbezüge, Rückfahrkamera, Klimaautomatik, Soundsystem von Alpine oder 19-Zoll-Räder aus Leichtmetall als Schnäppchen gelten.

Vor der ersten Begegnung mit dem Freemont erhebt sich im Hinterkopf jedoch ein mahnender Zeigefinger. Das Auto ist ja äußerlich ein alter, wenn auch kein guter Bekannter. Chrysler hatte den Siebensitzer 2008 als Dodge Journey auf den Markt gebracht. Der war wirklich ein dröger Billigheimer, geradezu mit Vorsatz lieblos zusammengeschustert. Der Innenraum präsentierte sich als schwarze Wüstenlandschaft. Grob geschnitzt aus einer Art Kunststoffimitat in noch billigerer Qualität.

Mit wertigen Materialien und guter Verarbeitung hat Fiat erfolgreich die Tristesse des früheren "Journey"-Interieurs vertrieben. Pressefoto

Mit wertigen Materialien und guter Verarbeitung hat Fiat erfolgreich die Tristesse des früheren "Journey"-Interieurs vertrieben.

Schon beim Öffnen der Fahrertüre des Freemonts verflüchtigen sich diese traurigen Erinnerungen. Der Blick fällt auf ein ansprechendes Interieur aus wertig anmutenden Materialien, deren Verarbeitung und Passungen auch bei einem Hersteller mit selbst erhobenem Premiumanspruch ein „Gut“ bei der Benotung erhalten würde. Hier hatten eindeutig die Designer und Ausstatter von Fiat das Sagen. Und das ist gut so.

Die im Vergleich zu einer Limousine deutlich erhöhte Sitzposition spielt ihre Vorteile mit bequemer Platznahme und guter Übersichtlichkeit aus. Das Platzangebot in der zweiten Reihe fällt ordentlich aus. Für eine Reise von Hamburg nach Rimini sollte die dritte Reihe nicht zwingend für Erwachsene der Zweimeter-Klasse vorbehalten bleiben.

Dass moderne Dieselmotoren seit jeher zur Kernkompetenz der Italiener gezählt werden dürfen, unterstreicht einmal mehr der Zweiliter-Motor mit Commonrail-Direkeinspritzung. Dank eines Drehmoments, das schon ab 1.750 U/min mit 350 Newtonmeter über die Antriebswelle herfällt, setzt sich die immerhin knapp zwei Tonnen schwere Freemont-Fuhre souverän in Trab und überwindet bereits nach elf Sekunden die Marke von 100 km/h.

Der Fiat Freemont bietet bis zu sieben Fahrgästen Platz und streckt sich über stattliche 4,89 Meter. Pressefoto

Der Fiat Freemont bietet bis zu sieben Fahrgästen Platz und streckt sich über stattliche 4,89 Meter.

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