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14.02.2012

09:55 Uhr

Focus-Downsizing mit Ecoboost-Motor

Bei Ford ist was Kleines unterwegs

Quelle:mid

Ford verkleinert seine Motoren. Aus dem 1,6-Liter-Vierzylinder mit 125 PS wird ein Einliter-Dreizylinder mit gleicher Leistung. Und man hat viel vor mit dem kleinen Kraftpaket, das zuerst im Focus zum Einsatz kommt.

Focus 1.0 Ecoboost heißt die Variante mit dem kleinen Dreizylindermotor. Der kleinste Ford-Motor legt bei der ersten Fahrpräsentation eine erstaunliche Dynamik an den Tag. PR

Focus 1.0 Ecoboost heißt die Variante mit dem kleinen Dreizylindermotor. Der kleinste Ford-Motor legt bei der ersten Fahrpräsentation eine erstaunliche Dynamik an den Tag.

Düsseldorf„Downsizing“ heißt das jüngste Zauberwort, das die Motorenentwickler derzeit oben auf die Agenda ihrer Entwicklungsarbeiten gesetzt haben. Darunter verstehen die Ingenieure die Verkleinerung der Verbrennungsmaschinen. Weniger Zylinder bei gleichzeitig verringertem Hubraum versprechen bei unverändertem Leistungsangebot vor allem einen verringerten Verbrauch. Weniger Verbrauch bedeutet auch geringere Abgasemissionen. Der Trend macht natürlich auch vor Ford nicht halt. Dort haben sich die Entwickler in jüngster Vergangenheit besonders engagiert um die Vierzylinder gekümmert: und zwar die Brot-und-Butter-Motoren für die Brot-und-Butter-Autos des Konzerns.

Vor kurzem ist die Produktion des jüngsten Ecoboost-Motors angelaufen. Der Dreizylinder mit einem Liter Hubraum ist der Motor mit dem geringsten Brennraumvolumen im Angebot des Herstellers. Der Benziner beansprucht gerade so viel Bauraum, wie ein Blatt DIN-A4-Papier benötigt. Das Triebwerk leistet 92 kW/125 PS und damit so viel wie der bislang verwendete 1,6-Liter-Vierzylinder.

Der neue 1,0-l-EcoBoost ist der hubraumkleinste Motor von Ford. Er kommt zunächst Anfang 2012 im Focus zum Einsatz, danach folgen die Modelle C-Max und B-Max. Geringer Verbrauch und somit geringe Emissionswerte zeichnen den Minimotor aus, der nach dem Downsizeprinzip konstruiert wurde (geringer Hubraum plus Aufladung) und es von den Leistungswerten her mit einem klassischen 1,6-Liter-Benziner aufnehmen können soll. PR

Der neue 1,0-l-EcoBoost ist der hubraumkleinste Motor von Ford. Er kommt zunächst Anfang 2012 im Focus zum Einsatz, danach folgen die Modelle C-Max und B-Max. Geringer Verbrauch und somit geringe Emissionswerte zeichnen den Minimotor aus, der nach dem Downsizeprinzip konstruiert wurde (geringer Hubraum plus Aufladung) und es von den Leistungswerten her mit einem klassischen 1,6-Liter-Benziner aufnehmen können soll.

Alleine am Standort Köln hat Ford 134 Millionen Euro in 850 neue Arbeitsplätze investiert, um den neuen Motor zu fertigen. Eine weitere Produktionsstätte entsteht im rumänischen Craviova. Damit steigt alleine in Europa die Kapazität für den neuen Motor auf 700 000 Einheiten. Künftig möchte Ford sogar 1,3 Millionen neue Ecoboost-Triebwerke weltweit bauen und in den unterschiedlichsten Modellen einsetzen. Dazu zählen in Europa unter anderem der C-Max, der B-Max, der auf dem Genfer Autosalon vom 8. bis 18. März Weltpremiere feiert, und der Fiesta.

Der neue 1,0-Liter-Dreizylinder tritt an die Stelle des 1,6-Liter-Vierzylinders. PR

Der neue 1,0-Liter-Dreizylinder tritt an die Stelle des 1,6-Liter-Vierzylinders.

Seinen Einstand feiert der Einliter jedoch im Focus, der nun zum ersten Mal für eine Testfahrt zur Verfügung stand. Die jüngste Generation der kompakten Baureihe, die dritte seit 1998, ist in Deutschland seit April 2011 im Handel. Aktuell umfasst die Modellfamilie die fünftürige Steilheck-Limousine, die Stufenheck-Limousine und den Kombi.

Acht verschiedene Motoren spannen das Leistungsspektrum von 63 kW/85 PS bis 134 kW/182 PS. Die Sportgemeinde harrt begierig auf das ST-Triebwerk mit 184 kW/250 PS, das ebenfalls 2012 seine Premiere feiern darf.

Antriebsarten und ihre Abgaswerte

Motoren im Vergleich

Wie sehr ein Auto die Luft verpestet, hängt davon ab, was unter der Haube steckt. Denn je nach Motor stößt ein Wagen unterschiedlich viele Feinstaub-Partikel (PM) und Stickstoffdioxide (NO2) aus. Hier ein Überblick über das Abgasverhalten verschiedener Motoren.

Benzinmotoren

Moderne Benzinmotoren werden durch Direkteinspritzung zwar sparsamer gegenüber der Vergaser-Technik - und damit wird auch ihr CO2-Ausstoß gesenkt. Doch haben die Einspritzmotoren oft einen höheren Feinstaub-Ausstoß. Nach einer Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe stoßen sie eine sehr hohe Zahl an ultrafeinen Partikeln aus, die massive gesundheitliche Folgen für die Atemwege und das Herz-Kreislauf-System haben können. In der Untersuchung kam heraus: Benzinfahrzeuge überschritten den aktuellen Grenzwert für Dieselfahrzeuge teils um das Sechsfache.

Dieselmotoren

Trotz Rußpartikelfilter - Selbstzünder sind laut Verkehrsclub Deutschland (VCD) die weniger sauberen. Der Grund: Ihr aktueller Grenzwert nach Euro-5-Norm ist beim Ausstoß von Stickoxiden (NOx) dreimal höher als bei Ottomotoren. Demnach dürfen Diesel bis zu 180 mg/km an Stickoxiden ausstoßen, während der Vergleichswert bei Benzinern bei 60 mg/km liegt. Bei den Feinstaubpartikeln liegen beide Verbrennungsprinzipien mit erlaubten 5 mg/km gleichauf. Diesel-Pkw können die aktuelle Euro-5-Norm nur mit Hilfe eines Partikelfilters erreichen.

Erdgas- und Autogasantriebe (CNG und LPG)

Erdgas gilt unter den fossilen Treibstoffen in der Expertenwelt als der sauberste. So stoßen Fahrzeuge, die CNG (Compressed Natural Gas) tanken, noch weniger Stickoxide aus als Benziner. Der TÜV Süd nennt gegenüber Benzinern eine Reduktion um bis zu 60 Prozent, bei LPG seien bis zu 15 Prozent weniger möglich. Erdgasautos emittieren zudem fast gar keine Rußpartikel.

Hybrid- und Elektroantriebe

Auch Hybridfahrzeuge müssen die Abgasnormen der EU einhalten. Generell lässt sich dem VCD zufolge sagen, dass Dieselhybride, wie sie neuerdings angeboten werden, mehr Schadstoffe ausstoßen als Benzinhybride. Fahren sie im rein elektrischen Modus, stoßen sie keine Schadstoffe aus - doch liegt die Reichweite für den E-Modus meist nur bei wenigen Kilometern. Dann springt der Verbrenner an. Elektroautos stoßen während der Fahrt zwar keinerlei Schadstoffe aus. Doch bei ihrer industriellen Fertigung und bei der Stromerzeugung werden ebenfalls Rußpartikel und Stickoxide erzeugt.

Aktuelle Luftdaten
Übersicht: Deutsche Umweltzonen
Studie zu Umweltzonen
Kurzinfo zu Umweltzonen
Hintergrundpapier zu Feinstaub
Fragen und Antworten zu Feinstaub
Fragen und Antworten zu Stickstoffoxiden

Kommentare (8)

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W.Zimmermann

14.02.2012, 10:54 Uhr

Soso, Leistung: 92 kW/125 PS bei 6.000 /min. Wie lange mag ein solches Turbinchen wohl halten? Ein Auto mit weniger CO2, dafür früher durch ein Neufahrzeug zu ersetzen ... Hat da mal jemand die Ökobilanz nachgerechnet? Einer der rechnen kann, bitte.

Smokie2011

14.02.2012, 11:21 Uhr

Sehe ich das richtig, dass die Kunden für 1 Liter Hubraum 23.000€ bezahlen sollen?

Das ist wohl der feuchte Traum der Marketer und Aktionäre.

Account gelöscht!

14.02.2012, 11:42 Uhr

Downsizing in allen Ehren, aber mit 125 PS aus knapp 1.000 cc bewegt Ford sich im Bereich von Motorradmmotoren. Bin daher gespannt auf die Verschleiss-Ergebnisse der ersten Langstreckentests.

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