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25.03.2012

09:06 Uhr

Ford Fusion

Lückenfüller mit Qualitäten

Quelle:dpa

Wenn ein neues Modell ein altes ersetzt, senken Autohersteller oft die Preise. Auch Gebrauchtwagenpreise sinken dann manchmal. Dieses Schicksal droht auch dem Ford Fusion, wenn er im Herbst vom B-Max ersetzt wird.

Ford Fusion dpa

Ford Fusion

BerlinNeben dem zu erwartenden Preisverfall spricht auch von technischer Seite wenig gegen die Anschaffung eines gebrauchten Exemplars des unauffälligen Fünftürers: Zumindest in der Pannenstatistik des ADAC rangierte der Ford Fusion immer auf vorderen Plätzen. Laut dem Autoclub waren typische Mängel bis zum Baujahr 2005 größtenteils behoben.

Zuvor krankten Dieselausführungen mitunter an undichten Kraftstoffleitungen und defekter Kraftstoffeinspritzung (2003). Bei den Benzinern sorgten kaputte Zündspulen (bis 2006) für Probleme. Außerdem berichtet der ADAC von defekten Kupplungen (2005). Feuchte Zündkerzen wurden bei allen Baujahren festgestellt. Dem TÜV fielen noch leichte Verarbeitungsmängel wie wackelnde Sitze auf.

Wie der neue B-Max basiert auch der 2002 eingeführte Fusion auf dem Kleinwagen Fiesta. Als Minivan mit größerem Platzangebot als der Fiesta schließt er die Lücke zum höher angesiedelten Focus. Wie für einen Van typisch sitzen Fahrer und Beifahrer in erhöhter Position. Der Gepäckraum fast immerhin 337 Liter, bei umgelegter Rückbank passen sogar 1175 Liter hinein. 2005 spendierte Ford dem Fusion eine Modellpflege. In den USA bietet der Hersteller seitdem eine große Stufenhecklimousine an, die ebenfalls den Namen Fusion trägt, mit dem hiesigen Modell aber nicht verwandt ist.

Das Motorenangebot für den Konkurrenten des Opel Meriva ist übersichtlich. Sportliche Versionen fehlen, und Dieselaggregate gab es nur bis 2010 zu kaufen. Bis dahin waren Selbstzünder mit 1,4 und 1,6 Liter Hubraum und 50 kW/68 PS sowie 66 kW/90 PS im Programm. Die Benziner mit Brennkammervolumen zwischen 1,2 und 1,6 Liter leisten je nach Baujahr 55 kW/68 PS, 59 kW/80 PS und 74 kW/100 PS.

Unter anderem wegen seiner recht großen Bauhöhe von 1,54 Meter verbraucht der Fusion etwas mehr Sprit als ein vergleichbar motorisierter Fiesta. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt geht es mit rund 3.450 Euro für einen Ford Fusion los. Diesen Preis führen die Marktbeobachter von Schwacke in ihrer aktuellen Liste für einen 1,4-Liter-Benziner von 2002 mit 59 kW/80 PS in der Ausstattungsvariante Ambiente auf. Ein solches Auto ist im Schnitt 126.200 Kilometer gelaufen.

Ein Fusion 1.4 Ambiente von 2010 mit gleicher Leistung kostet noch rund 8.950 Euro. Der Tachostand liegt in dem von Schwacke berechneten Mittel bei 29.150 Kilometern. Wer sich für einen ebenso jungen Diesel mit 66 kW/90 PS interessiert, sollte im Fall des Fusion 1.6 TDCI Style mit gut 9.000 Euro rechnen - bei 37.350 Kilometern Laufleistung.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Kommentare (1)

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NGH

25.03.2012, 10:39 Uhr

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