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27.06.2015

16:24 Uhr

Ford Kuga als Gebrauchter

Auf den ist Verlass

Quelle:dpa

Innerhalb der Ford-Familie gehört der Kuga hinter Focus und Fiesta zu den tragenden Säulen des Portfolios. Gebrauchte Exemplare des SUV haben auch im Alter kaum Schwächen.

Der Kuga fährt zwar schon in zweiter Generation, doch auch die erste sieht noch frisch aus. dpa

Jung geblieben

Der Kuga fährt zwar schon in zweiter Generation, doch auch die erste sieht noch frisch aus.

BerlinAchsaufhängung, Lenkung, Bremsen und Auspuffanlage werden bei der Hauptuntersuchung (HU) des Ford Kuga laut dem „TÜV-Report 2015” im Allgemeinen deutlich seltener beanstandet, als es sonst bei Fahrzeugen der gleichen Altersklasse üblich ist. Federn und Dämpfer, bei SUVs oft ein Problem, sind auf klassenüblichem Niveau. Auspuffanlage, Getriebe oder Motor bleiben außerdem meist dicht. Lediglich die Beleuchtung wird bei der zweiten HU öfter moniert - ein Fehler, den man als Fahrer leicht selbst beheben kann.

Weniger positiv äußert sich der ADAC über das kompakte SUV aus Köln. Überdurchschnittlich häufig müssen die Pannenhelfer des Clubs ausrücken, weil die Generatoren kaputt gehen. Insbesondere das Baujahr 2009 sei auffällig. Verstopfte Dieselpartikelfilter sorgten bei Modellen, die von 2009 bis 2012 gebaut wurden, für Liegenbleiber. Außerdem gab es Fehler im Motormanagement, bei der Ladedruckregelung oder bei der Wegfahrsperre.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Seit 2008 ist der Kuga auf dem Markt, schon 2012 wurde die zweite Generation präsentiert. Die orientiert sich stark am Vorgänger, verfügt auch über denselben Radstand, bietet aber technisch eine Menge Neuerungen. Trotzdem wirkt der Vorgänger noch frisch, was vor allem daran liegt, dass die optischen Veränderungen des Nachfolgers dezent sind. Moderne Downsizing-Motoren fehlen allerdings im Angebot des bis 2012 gebauten Kuga.

So beginnt das Angebot bei den Benzinern mit einem 2,5 Liter großen Fünfzylinder - und endet dort. Mit 147 kW/200 PS und serienmäßigem Allradantrieb spielt er sicher nur eine Nebenrolle auf dem Gebrauchtmarkt. Für viele interessanter ist der 2,0-Liter-Diesel, den es mit 100 kW/136 PS, 103 kW/140 PS und 120 kW/163 PS gibt. Frontantrieb ist nur mit den beiden schwächeren Motoren zu haben, der stärkste Diesel kommt stets als Allradler.

Am günstigsten bekommen Gebrauchtkäufer laut Schwacke den kräftigen Benziner. Rund 11.400 Euro kostet demnach ein Kuga 2.5 4x4 Trend von 2008, wenn ungefähr 93.200 Kilometer auf dem Zähler stehen. Das top ausgestattete Modell Individual von 2012 kostet rund 18.850 Euro (45.200 Kilometer).

Ein Diesel wie der 2.0 TDCi 2x4 Trend ist nach den Marktbeobachtern von Schwacke für circa 11.550 Euro zu haben (Baujahr 2008, 127 400 Kilometer). Den etwas jüngeren und geringfügig stärkeren 2.0 TDCi 4x4 Trend von 2010 bekommt man für 13.750 Euro (96.200 Kilometer).

Wer die Ausbaustufe mit 120 kW/163 PS möchte, ist beim 2.0 TDCi 4x4 Titanium mit rund 16.550 Euro dabei (Baujahr 2010, 96.200 Kilometer). Ein Modell von 2012 in der Ausstattung Individual steht mit 19.500 Euro in der Liste (65.000 Kilometer).

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