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18.11.2013

14:59 Uhr

Ford Tourneo Custom

Fahren und laden fast ohne Grenzen

VonElfriede Munsch
Quelle:Spotpress

Ein Lieferwagen ist Ihnen zu klein, ein Kleintransporter aber zu groß? Wer nicht zum VW-Evergreen T5 greifen will, wird auch bei Ford fündig. Der Tourneo Custom passt für alle, die gerne etwas mehr brauchen.

Mit der neuen Baureihe Custom hat der Kölner Autohersteller eine Lücke im Portfolio geschlossen Ford

Mit der neuen Baureihe Custom hat der Kölner Autohersteller eine Lücke im Portfolio geschlossen.

Manchmal darf es nicht nur etwas mehr sein – wie zum Beispiel beim Einkaufen in der Metzgerei des Vertrauens – manchmal muss es sogar etwas mehr sein. Eltern von mehr als zwei Kindern kennen dieses Verlangen, aber auch feierfeste Kegelkollegen. Die Rede ist vom Platzbedarf, wenn man mit mehr als vier oder fünf Personen unterwegs sein und dazu noch reichlich Gepäck laden will. Siebensitzige Vans oder SUV kommen bei diesen Anforderungen schnell an ihre Kapazitätsgrenzen, von Problemen wie Gewichtsrestriktionen oder Beinfreiheit erst gar nicht zu reden. Der Ausweg sind von Nutzfahrzeugen abgeleitete Busse, die bis zu neun Personen aufnehmen. Wir baten den jüngsten Vertreter dieser Gattung, den Ford Tourneo Custom zum Alltagstest.

Mit der neuen Baureihe Custom hat der Kölner Autohersteller eine Lücke im Portfolio geschlossen, hatte man bis Ende vergangenen Jahres doch nur kleine Stadtlieferwagen (Connect-Familie) und große Nützlinge mit bis zu zwei Tonnen Nutzlast (Transit) im Programm. Wer dazwischen nach einem Fahrzeug suchte, landete bei der Konkurrenz und hier vor allen Dingen beim VW T5 und seinen Spezifikationen.

Unser Testfahrzeug war als Achtsitzer ausgelegt: Fahrer- und Beifahrer sowie jeweils eine Doppelbank plus Einsitzer in Reihe zwei und drei. Ford

Unser Testfahrzeug war als Achtsitzer ausgelegt: Fahrer- und Beifahrer sowie jeweils eine Doppelbank plus Einsitzer in Reihe zwei und drei.

Unser Testfahrzeug fuhr in der Variante mit kurzem Radstand (2,93 Meter) sowie in der höchsten Ausstattungsstufe (Titanium) vor; der Diesel mit 125 PS nimmt die mittlere Position im Aggregate-Angebot ein. So konfiguriert, ruft Ford mindestens 42.305 Euro für den Achtsitzer auf. Wenn auch der hohe Preis zunächst schlucken lässt, er relativiert sich, wenn man die Ausstattungsdetails genauer unter die Lupe nimmt. Der Kölner hat einige Annehmlichkeiten wie zum Beispiel gleich zwei seitliche Schiebetüren bereits an Bord, die die Wettbewerber erst in Aufpreislisten offerieren. Zur Titanium-Version gehören unter anderem zudem eine Musikanlage, Klimaanlage für vorne und hinten, Parksensoren, Fahrer- und Beifahrersitz mit Lendenwirbelunterstützung sowie 16-Zoll-Leichtmetallfelgen. Die im Innenspiegel integrierte Rückfahrkamera (536 Euro) sowie das Assistentenpaket bestehend aus Spurhalte- und Fernlichtsystem sowie Müdigkeitswarner (476 Euro) empfanden wir als nützliche Optionen. Den auf eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h eingestellten Geschwindigkeitsbegrenzer (30 Euro) sollte man jedoch nicht auf die Einkaufsliste setzen.

Auf diesen kann man getrost verzichten. Ganz ehrlich: Der nervt! Hat man den gut zwei Tonnen schweren Bus endlich auf Touren gebracht – was eifriges Schalten und wohldosiertes Gasgeben zur Überwindung der deutlich ausgeprägten Anfahrschwäche voraussetzt – dann endet der Vorwärtsschub abrupt bei Tempo 100. Blöd, wenn man gerade auf der Beschleunigungsspur Fahrt aufnehmen will, um sich zwischen zwei Lkw einzusortieren. Der hilflose Zustand hatte einige nicht ganz zitierfähige Kommentare der Fahrerin zur Folge. Per Tastendruck kann man den Begrenzer zwar deaktivieren, muss ihn aber nach jedem Starten erneut bestätigen. Was man gerne vergisst, mit den beschriebenen Folgen.

Nicht wirklich gelungen wirkt die Überfrachtung des Armaturenbretts sowie des Lenkrads mit Schaltern und Knöpfen. Ford

Nicht wirklich gelungen wirkt die Überfrachtung des Armaturenbretts sowie des Lenkrads mit Schaltern und Knöpfen.

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