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06.05.2012

15:15 Uhr

Gebrauchtauto-Check

Flaggschiff mit Läuferqualitäten - Der 7er BMW

Quelle:dpa

Ende der 70er kam der 7er BMW erstmalig auf den Markt. Seither konnte er sich kontinuierlich im oberen Preissegment durchsetzen und hat sich mit seiner leistungsstarken Robustheit einen festen Platz erobert.

Jüngere Exemplare des 7er BMW gelten als besonders zuverlässig. Doch auch im Dauerbetrieb erweist sich das Topmodell des Münchner Autobauers nach ADAC-Angaben als sehr haltbar. Pressefoto

Jüngere Exemplare des 7er BMW gelten als besonders zuverlässig. Doch auch im Dauerbetrieb erweist sich das Topmodell des Münchner Autobauers nach ADAC-Angaben als sehr haltbar.

BerlinFür BMW wurde der 7er zügig zum Erfolgsmodell: Schon in den ersten drei Produktionsjahren bis 1980 verkaufte sich die neue Limousine besser als alle anderen Oberklasse-Modelle von BMW zuvor. Noch heute gelten die Flaggschiffe als treue Begleiter. Dem ADAC zufolge sind vor allem jüngere Modelle «sehr zuverlässig». Aber auch im Langzeitbetrieb gebe es kaum Probleme.

Vergleichsweise oft quittierten dem ADAC zufolge bei Dieseln der Baujahre 1999 bis 2001 die Turbolader ihren Dienst, hinzu kommen bei Exemplaren von 1999 Störungen im Motorsteuergerät und defekte Einspritzpumpen. Bei Fahrzeugen bis zum Baujahr 1998 neigten die Zylinderkopfdichtungen zum Durchbrennen.

Danach fiel der 7er BMW eigentlich nur noch durch einige Rückrufe negativ auf - etwa wegen fehlerhafter Kraftstoffpumpensteuerung (2001) oder Mängeln an der Stoßdämpferbefestigung (2006).

Tipps für ein langes Auto-Leben

Öl regelmäßig wechseln

Autobauer geben vor, wie oft das Öl des eigenen Fahrzeugs gewechselt werden muss. Auch welche Sorte und Viskosität die richtige ist, findet man in den Hersteller-Informationen. An diese Vorgaben sollten sich Fahrzeugbesitzer dringend halten, denn Motoröl schmiert nicht nur - auch Metallpartikel und Verbrennungsrückstände lagern sich mit der Zeit darin ab.

Inspektionen nach Wartungsplan

Bei Inspektionen sollten die Wartungspläne des Herstellers genau eingehalten werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass alle möglichen Schwachstellen überprüft und gegebenenfalls auch gefunden werden können. Außerdem wichtig: Der Zahnriemen des Autos sollte regelmäßig ausgetauscht werden.

Langsam "Warmfahren"

Auf den ersten Kilometern sollten Autofahrer den Motor mit relativ niedriger Drehzahl warmfahren. Der Grund: Der Motor besteht aus verschiedenen Materialien, die sich nach dem Kaltstart unterschiedlich schnell erwärmen und demzufolge auch ausdehnen. Zu schnelles Aufs-Gas-Drücken könnte also dazu führen, dass der Kolben nicht mehr in den Zylinder passt und klemmt. Hinzu kommt, dass auch das Öl nach dem Start noch kalt und zähflüssig ist - es braucht also eine gewisse Zeit, um zu den Schmierstellen gepumpt zu werden.

Motor abkühlen lassen

Turbomotoren können sich sehr stark erhitzen. Damit das Öl nicht an der Achse des Turbinenrades verkohlt und die Ölkanäle verstopft, sind Fahrer gut beraten, wenn sie den Motor ein paar Minuten im Leerlauf abkühlen lassen.

Kurzstrecken und Kaltstarts vermeiden

Beim Kaltstart eines Verbrennungsmotors wird das Kühlwasser und Öl nicht vorgewärmt. Auch im Schmierölkreislauf kann vorher kein Druck aufgebaut werden. Die hohen Temperaturunterschiede belasten den Motor. Unnötige Kaltstarts und Kurzstrecken sollten aus diesen Gründen vermieden werden.

Drehzahlen im Auge behalten

Wird ein kaltes Triebwerk zu hoch gedreht, führt das zu Verschleißerscheinungen. Wer permanent mit voller Leistung fährt, wird auch trotz behutsamen "Warmfahrens" und regelmäßigem Ölwechsel mit mehr Abnutzungserscheinungen rechnen müssen. Aus diesem Grund sind Drehzahlen im mittleren Bereich zu empfehlen.

Durchlüftung

Auch wenn das Merkmal "Garagenwagen" bei Gebrauchtwagenkäufern gern gesehen ist, trocknen nasse Fahrzeuge aufgrund der mangelnden Belüftung in Garagen meist langsamer - vor allem in den Zwischenräumen. Besser aufgehoben sind Autos in einem Carport.

Reinigung

Die Schmutz- und Rostnester eines Autos liegen meist im Verborgenem. Deswegen sollte bei einer Reinigung wirklich gründlich vorgegangen werden. Dabei sollten vor allem die Tür- und Haubenkanten, die Radläufe und der Unterboden nicht vergessen werden.

Hohlraumkonservierung

Wer seinem Fahrzeug ein langes Leben bescheren möchte, sollte Hohlräume und den Unterboden vor Rost schützen. Am besten geht das mit Wachs oder Fett.

"Reifenschonend" fahren

Wer ständig über Bordsteine und durch Schlaglöcher brettert, setzt nicht nur den Reifen seines Autos ordentlich zu, sondern auch eine Achse wird das auf Dauer kaum unbeschadet aushalten können. Deswegen ist bei solchen Hindernissen Vorsicht gefragt.

Im Mai 1977, ein Jahr nach dem 6er Coupé, das die Designsprache der Oberklasselimousine vorweg nahm, kam der 7er als neues Modell auf den Markt. Der Wagen wartete unter anderem mit drehzahlabhängiger Servolenkung, elektrisch verstellbaren Außenspiegeln sowie Lenksäulen- und Sitzhöhenverstellung auf. Diese Technik war für die damalige Zeit innovativ.

1986 legte BMW die zweite Modellgeneration auf - «mit dem ersten deutschen Zwölfzylinder-Motor der Nachkriegszeit», so der Hersteller. 1994 folgte Auflage Nummer drei, im Jahr 2001 Nummer vier, erstmals mit dem Bedienkonzept iDrive. Gekrönt wurde die vierte Generation 2003 vom 760i, den ein Zwölfzylindermotor mit 6,0 Litern Hubraum und 327 kW/445 PS antreibt. Die aktuelle Generation fertigt BMW seit 2008.

Ab der vierten Generation waren für den 7er Sechs-, Acht- und Zwölfzylindermotoren erhältlich. Die Benziner decken eine Leistungsspanne von 170 kW/231 PS bis 400 kW/544 PS ab, die Diesel kommen auf 160 kW/218 PS bis 225 kW/306 PS. Seit 2010 gibt es auch eine Hybridversion mit 330 kW/449 PS Systemleistung.

Ein solcher Active Hybrid 7 vom Baujahr 2010 kostet laut der Schwacke-Liste noch rund 53 600 Euro. Als durchschnittliche Laufleistung werden für diese Exemplare 43 200 Kilometer angegeben. Ein Diesel von 2008, etwa der 730d mit 180 kW/245 PS Leistung, kostet demnach noch 37 050 Euro und hat gut 83 900 Kilometer hinter sich.

Wer sich nach einem etwas älteren Benziner umsieht, zahlt im Fall des 740i von 2005 mit 225 kW/306 PS noch um die 17 050 Euro, wobei Schwacke die Laufleistung im Mittel mit 123 500 Kilometern angibt.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Kommentare (2)

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AusLiebeAmFahren

06.05.2012, 16:48 Uhr

Wer jung geblieben ist und Geschmack zeigt fährt doch ohnehin nur noch Audi ; )

Moderne Automobile-Kunst eben ...

MikeM

07.05.2012, 08:51 Uhr

... und hat eine Klorolle auf der Hutablage.

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