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29.07.2012

09:41 Uhr

Gebrauchtauto-Check

Hybrid-Pionier ohne Probleme - Toyota Prius

Quelle:dpa

Schon vor elf Jahren brachte Toyota seinen ersten Hybrid auf den Markt. Heute gibt es bereits die dritte Modellgeneration des Prius. Wer den Wagen gebraucht kauft, muss nicht mit großen Pannen rechnen.

Fährt mit der Kraft der zwei Herzen: Seit 1997 gibt es den Toyota Prius. Der Hybrids ist in Deutschland seit 2001 auf dem Markt und gilt als sehr zuverlässiges Modell. PR

Fährt mit der Kraft der zwei Herzen: Seit 1997 gibt es den Toyota Prius. Der Hybrids ist in Deutschland seit 2001 auf dem Markt und gilt als sehr zuverlässiges Modell.

BerlinAls Vorreiter der Hybridautos haftete dem Toyota Prius lange Zeit das Image eines Sonderlings an. Sein Äußeres trug auch dazu bei: Vielen Beobachtern galt der Wagen zwar als fortschrittlich, aber nicht gerade als Schönheit. Etwas gefälliger ist das japanische Modell im Laufe seiner Karriere geworden - technisch überzeugte er von Anbeginn.

Zweimal unterzogen Journalisten der Zeitschrift «Auto Bild» den Prius einem 100.000-Kilometer-Dauertest. Der erste war schon erfolgreich, und beim zweiten gingen im Großen und Ganzen nur zwei Glühbirnen in den Scheinwerfern kaputt. Allerdings waren zum Ende des Tests drei Viertel des Kältemittels der Klimaanlage entwichen.

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Die Prius-Bruderschaft fährt aus der Nische

Es ist noch nicht lange her, da waren Hybridfahrzeuge Exoten für umweltbewusste Überzeugungstäter. Doch die Spritspartechnik etabliert sich und Pionier Toyota führt den alternativen Antrieb endgültig aus der Nische.

Der ADAC urteilt über den Prius: «Das Modell ist absolut unauffällig.» Vor allem mit dem hochkomplexen Hybridantrieb gebe es keine Probleme. Lediglich die 12-Volt-Starterbatterie falle gelegentlich aus.

Der Startschuss für den Bahnbrecher in Sachen Hybrid-Technologie fiel 1997 im Heimatland Japan, vier Jahre später ging der Wagen auch in Deutschland in den Verkauf. Das Auto «ist das erste Serienfahrzeug, das mit einer innovativen Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor angetrieben wird», verkündete der Hersteller damals.

2004 kam die Neuauflage, die 2006 überarbeitet wurde. Seit 2009 fährt der Prius in dritter Generation, die zuletzt im April aufgefrischt wurde. Für Oktober hat Toyota eine Plug-in-Variante angekündigt. Sie kann an der Steckdose aufgeladen werden und soll rein elektrisch deutlich weiter fahren können als das Basismodell, bei dem sich nach spätestens zwei Kilometern der Verbrennungsmotor zuschaltet.

Von Antriebsvielfalt kann beim Prius keine Rede sein. Die erste Generation fährt mit einem 1,5 Liter großen Reihenvierzylinder mit 53 kW/72 PS, der Unterstützung von einem 33 kW/44 PS starken Elektromotor bekommt. Der Hybrid-Antrieb der zweiten Generation entwickelt nach Werksangaben eine Systemleistung von 82 kW/113 PS.

In der dritten Prius-Generation kombinieren die Japaner einen 1,8 Liter großen Vierzylinder mit 73 kW/99 PS. Die Systemleistung des Antriebs liegt bei 100 kW/136 PS. Den kombinierten Verbrauch gibt Toyota mit 4,0 Litern an, was einem CO2-Ausstoß von 92 g/km entspricht.

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Lag der Startpreis 2001 in Deutschland bei knapp 23.000 Euro, ist der günstigste Prius von damals auf dem Gebrauchtwagenmarkt für rund 3.200 Euro zu haben. Diesen Wert nennt die Schwacke-Liste für ein Exemplar, das noch im Jahr 2000 gebaut und 2001 als Neuwagen verkauft wurde. 154.200 Kilometer hat solch ein Auto im Durchschnitt auf dem Tacho.

Für einen gelifteten Prius der zweiten Generation von 2006 werden laut Schwacke 9.750 Euro fällig (Laufleistung: 82.200 Kilometer). Ein Prius von 2009 in der gehobenen Ausstattungsvariante Executive kostet demnach noch rund 17.900 Euro (Laufleistung: 46.200 Kilometer). Neu kostet der aktuelle Prius aktuell ab 26.500 Euro.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

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